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 "Utopia"
Sandrokottos Offline




Beiträge: 924

10.08.2007 20:51
RE: Kapitel 2 - Die Imperien schlagen zurück! antworten

Wie geplant drang Iollas im Winter in Pontus ein. Der Hauptmann Ininthimeus stellte sich ihm mit einem großen Heer entgegen, musste aber eine klare Niederlage einstecken, wobei seine Truppen vollständig aufgerieben wurden.

Dann zog Iollas weiter nach Sinope, der pontischen Hauptstadt.

Das unter Belagerung stehende Theben verlor in den Augen des Nektanebo Kasaros offenbar an Priorität, denn er zog ab und machte so den Weg frei für eine Vereinigung der Beduinenstämme mit Taharqa.
Aber als dieser sich gerade auf einen Angriff auf Memphis vorbereiten wollte, kehrte Nektanebo mit Verstärkung zurück und griff Taharqa unvorbereitet an:

Die Vorzeichen waren günstig für die berannten, die Unterstützung, die Nektanebo aus Memphis herangeführt hatte, bestand großteilig aus Speerträgern aus dem Süden und leichten Plänkel-Einheiten. Diese stellten kein Problem für die erfahrenen Bogenschützen deer Araber dar und bald war der Wüstensand vom Blut der Ägyptischen Truppen rot gefärbt.
Eine Welle nach der anderen wurde niedergeschossen. Das kleine Kavalleriekontingent stieß ins Leere, da die berittenen Truppen ihnen immer wieder auswichen. Zuletzt vereitelte der Einsatz Taharqas mächtiger Streitwagen diesen verzweifelten Versuch, die Bogenschützen aufzureiben.
Bald waren nur noch Nektanebo und seine beiden Verwandten Tutankemwhy und Pamiu übrig, die sich bisher vom Schlachtfeld ferngehalten hatten. Als sie jedoch sahen, wie ihre fliehenden Truppen von der arabischen Kavallerie niedergemäht wurden, entschlossen sie sich zur Flucht in das nahe Memphis.

Ermutigt von diesem Erfolg folgte Taharqa ihnen dorthin und begann, die durch den vorigen Angriff stark ihrer Garnison entbehrende Stadt zu belagern.
Da in Memphis das gesamte Südheer stationiert gewesen war, konnten die Verteidiger über Jahre nicht mit Hilfe rechnen.

Im Norden begannen derweil die Skythen mit einer Belagerung der alten griechischen Kolonie Chersonessos. Das skythische Heer bestand ausschließlich aus berittenen Bogenschützen, weshalb sie die Stadt selbst nicht angreifen konnten. Folglich musste es ihr Ziel sein, die Siedlung auszuhungern.
Lange Zeit hielt man der Belagerung stand, doch die Lebensmittel wurden schließlich knapp und man musste den Kampf wagen, wollte man nicht an Hunger sterben.
Aufseiten der Garnisonstruppen verfügte man über sechs Einheiten Bürgermiliz, die in der Phalanx-Formation geschult worden war sowie eine Einheit skythischer Bogenschützen aus der einheimischen Bevölkerung der näheren Umgebung.

Die Strategie musste also sein, möglichst gedeckt den Pfeilhagel zu ertragen und zuzuschlagen, wenn den Feinden die Pfeile ausgingen.
So tat man es auch und nach einiger Zeit waren die Pfeile verschossen.
Jedoch scheuten die Skythen den Nahkampf und zogen sich zurück, ohne Verluste erlitten zu haben.

Cherson war noch einmal gerettet worden, doch es würde sicher nicht lange dauern, bis die Barbaren zurückkehren und erneut zuschlagen würden.

Als wären diese Aktionen koordiniert worden, begannen zeitgleich die Thraker mit der Belagerung von Byzanz und die Makedonen mit einem Angriff auf Athen.
Die Byzantiner mussten notgedrungen sich selbst überlassen werden, da keine Truppen in der Nähe waren, um ihnen beizustehen.
Allerdings ereignete sich bei der historischen Stätte von Marathon eine der größten Schlachten, die bis dahin zu Demosthenes’ Lebzeiten geschlagen worden waren.

Die Truppen aus Korinth kamen unter dem Kommando des Isaac, eines Juden, dem bedrängten Demosthenes zur Hilfe. Die Makedonier hatten zwei zahlenmäßig starke Armeen aufgestellt, die vor allem starke Kavallerieverbände besaßen, auch erprobte Antigonos hier erstmals eine neue Bewaffnung und Ausstattung für seine Pikeniere, die nun über metallene Rüstungen verfügten, statt wie bisher lediglich über ein langes, weites Hemd und einen Bronzehelm.

Demosthenes stieß zu Isaac und die vereinten Leibwachenverbände der sechs in Griechenland stationierten Generäle begannen, die Kavallerie des Antigonidenreiches aufzureiben.


Nach einem erfolgreichen Ansturm zogen sie sich blitzschnell zurück, damit die Infanterie ihnen nicht zu nahe kam.

Ein weiterer Ansturm reichte aus, um die restliche Elite-Kavallerie einzukreisen und mit ihr beide Hauptmänner zu töten.



Als die Soldaten sahen, dass ihre Kommandeure gefallen waren, begannen sie den geordneten Rückzug, der jedoch immer wieder von Isaac und Demosthenes empfindlich gestört wurde.

Die neue Generation von Pikenieren konnte das Schlachtfeld unbehelligt verlassen, ohne einen einzigen Feindkontakt gehabt zu haben.

Allerdings waren die Verlustzahlen der Makedonen horrend. Die Reste der Armeen zogen sich nach Larissa in Thessalien zurück.


In der Ägäis tauchte derweil unerwartet eine Piratenflotte auf, die nun den Kretern die Möglichkeit bot, das isolierte Rhodos zu erobern.

Ein Hauptmann hatte sich während der Belagerung der Hauptstadt im Hafen versteckt gehalten und zwang nun Memnon, den Statthalter, zu einer Schlacht im offenen Gelände.

Zuerst prallten die Schlachtreihen der Hopliten aufeinander, wobei die Griechen unterlagen, die Kreter jedoch so stark angeschlagen waren, dass sie bei der Ankunft Memnons die Flucht ergriffen.


Die Besatzung der Piratenschiffe, die sich auch an den Kämpfen beteiligte -wohl in erster Linie, um bei der anschließenden Plünderung der Insel die eigenen Taschen zu füllen-
Kämpfte verbissen gegen die Leibwächter, doch auch sie unterlagen schließlich.
Nun hing alles von den Bogenschützen ab, die bisher nur aus der Ferne am Kampfgeschehen beteiligt gewesen waren.

Unter schwersten Verlusten gelang es ihnen schließlich, Memnon zu erschlagen und seine Leibwache zur Flucht zu bewegen.
Nun verblieb nur noch eine Einheit Hopliten, die bisher selten in die Schlacht eingegriffen hatte und die Hauptmann Philonikos kommandierte, der diese Schlacht ja erst ausgelöst hatte.
Er starb im Pfeilhagel der Kretischen Bogenschützen zusammen mit dem Rest seiner Männer.


In Gallien bahnte sich derweil eine große Bedrohung an. Der Gallierprinz Eporedorix erschien mit einem riesigen Heer vor Massilia, während Lucco das zuvor geräumte Lugdunum besetzte.
Auch an dieser Front wurde der Druck nun stärker.

Vor Byzanz erschien eine weitere Armee, weshalb man sich letztlich doch zum Ausfall entschied. Ursprünglich war geplant gewesen, die Massen der thrakischen Peltasten hinter der Mauer mit einer Phalanx-Formation zu stoppen, jedoch schien deren Hauptmann Rhesus nicht gewillt zu sein, Byzanz auch tatsächlich anzugreifen.

Gleich zu Beginn zogen sich die Thraker weit zurück und stoppten erst vor einem kleinen Waldstück.

Die byzantinischen Hopliten folgten und die Peltasten beider Heere lieferten sich ein blutiges Plänkel-Duell, wobei die byzantinischen jedoch hinter den Schilden der vor ihnen stehenden Hopliten Deckung fanden.

Nachdem alle Geschosse aufgebraucht waren, begannen die Truppen des Rhesus mit dem Rückzug, da ihre Infanterie nicht stark genug war, um den Hopliten ihres Gegners ernsthaft zu schaden.
Jedoch wurden die Feinde von den Byzantinern verfolgt und viele eingeholt.


Auch die zweite Armee zog sich daraufhin zurück.

Dieser Erfolg ermutigte wiederum den General Brinkazeis, sich gegen seine Landsleute aufzulehnen und ein zahlreiches Gefolge um sich zu scharen, zu dem auch der Daker Markos stieß.
König Sautes von Thrakien, der diesen Verrat keinesfalls ungestraft lassen konnte, zog in einer völlig überhasteten Aktion dem Emporkömmling entgegen:

Die Infanterie umgehend griffen die beiden Aufständischen die leichte Kavallerie an Sautes’ linker Flanke an.

Diese versuchte, sich zurückzuziehen, wurde jedoch gestellt. Sautes selbst, der die feindliche Kavallerie verfolgt hatte, versuchte, die Gegner zu vertreiben, wurde dabei jedoch ebenfalls eingeschlossen und fand den Tod.


Unterdessen wurde die Infanterie der Thraker von ihren Feinden in die Flucht geschlagen.

Nach diesem Sieg konnte sich Brinkazeis nun relativ frei in Thrakien bewegen, da die Hauptkräfte des Heeres im Norden standen und mit mäßigem Erfolg gegen Dakien vorgingen.

Wenig später stand Diazelmis, der von Ankyra aufgebrochen war, um Iollas im Krieg gegen Pontus zu unterstützen, vor Mazaka und griff die in der Nähe lagernden Einheiten des Hauptmanns Cotys an.
Wie erwartet griff die Besatzung Mazakas unter dem Kommando des Herkules in den Kampf ein:

Cotys’ Männer, die sich Hauptsächlich als Peltasten versuchten, waren leichte Beute für die Kavallerie von Iollas Adjutanten. Und Cotys fiel mit allen seinen Soldaten dem Schwert zum Opfer.


Herkules hatte inzwischen das Schlachtfeld mit Verspätung erreicht und stürmte nun im Alleingang(!) auf die Kavallerie zu, die eben noch hunderte von Plänklern erschlagen hatte.
Folgerichtig musste auch Herkules sein Leben bei dieser irrsinnigen Aktion lassen.

Danach zogen sich die verbliebenen Truppen zurück, Diazelmis war auch nicht an einer Verfolgung gelegen, denn während im Süden er die Pontier beschäftigte, belagerte Iollas im Norden schon die Hauptstadt Sinope.


Sollte diese fallen, so dachte er, würden sich die Truppen in Mazaka sicher ergeben, sodass weiteres Blutvergießen überflüssig wäre.

Doch vorher sollte noch einmal Demosthenes zum Zuge kommen. Denn während die Makedonen im Norden mit den Römern beschäftigt waren, belagerte dieser das schwach verteidigte Larissa.

Die Mauer wurde an drei Stellen durchbrochen und die Kavallerie des Atheners umzingelte die Generäle Aloeus und Gyras.


Der von Abreas geführte Widerstand um den Platz herum brach schnell zusammen und auch er starb im Kampf.



Die Ausbeute der Schlacht: Drei makedonische Generäle waren tot und die letzte Basis für Operationen gegen Griechenland war in den Händen der Athener.
König Antigonos war von dem Tod seines Thronerben Gyras und dem Verlust der Stadt so getroffen, dass er noch im selben Jahr starb.

Nach dieser kurzen Unterbrechung war es nun Iollas gegönnt, seinen Ruhm weiter zu vermehren:
Mit einer Armee, die doppelt so groß war, wie die pontische, griff er schließlich an.

Allerdings leisteten die Eingeschlossenen verbissen Widerstand und ein erster Versuch, mit Rammen die Mauer zu zerstören, misslang.

Die Mauer konnte letztlich doch überwunden werden, allerdings warteten dahinter bereits die Verteidiger, die an der aus ihrer Sicht rechten Seite sogar die Angreifer aus der Stadt drängen konnten.

Es war ein harter Kampf und mit schwersten Verlusten für die Angreifer verbunden.

Unter großen Opfern gelang es, die Verteidiger an der linken Mauerseite zu schlagen und in die Stadt einzudringen.

Nun konnten die noch erfolgreichen Verteidiger an der anderen Seite von zwei Seiten in die Zange genommen werden. Dabei starben schließlich die Generäle Spartocus und Dionysos.


Vor dem Platz prallte eine letzte Welle der Verteidiger an den Hopliten des Iollas ab.



Wie zu erwarten war, ergaben sich die Kappadokier in Mazaka.
Das Königreich Pontus hatte somit aufgehört zu existieren!

Zu Ehren seines Triumphes ließ Iollas Sinope umbenennen –in Iollaopolis!
Dies erzürnte Demosthenes, der jedoch nicht in der Lage war, den berühmten Feldherren zu beseitigen, ohne Kleinasien an die Seleukiden auszuliefern, die bereits mit zwei starken Heeren das vermeintliche Machtvakuum in demselben zu füllen suchten...

[ Editiert von Sandrokottos am 10.08.07 20:53 ]

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