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 "Das Erbe Urartus"
Hannibal Barkas Offline




Beiträge: 732

07.08.2007 13:23
RE: Teil 2 Thread geschlossen

Die Herrschaft von Sarduri

Der Tod meines Vaters löste im ganzen Land große Trauer aus, denn er hatte in den 30 Jahren seiner Herrschaft Wohlstand nach Armenien gebracht und hatte das alte Reich von Urartu wiederauferstehen lassen. Auch wenn wir immer noch von Feinden umzingelt sind, hatte er uns Respekt erkämpft. Keines unserer Nachbarvölker würde in Zukunft so töricht sein und unsere Stärke unterschätzen.

Zu Ehren meines Vaters ließ ich unsere alte Hauptstadt Armavir in Rusaxarta umbenennen und errichtete meinem Vater so ein Denkmal.

Nun musste ich dafür sorgen, dass Armenien in meiner Abwesenheit gut regiert werden würde, denn der Krieg würde mich unweigerlich lange Zeit von zu Hause fernhalten. Deshalb ernannte ich Eminos, der nun in Epiphaneia residierte, den Sohn von Aramu, dem Bruder meines Vaters und mein Onkel, zum Thronfolger und übertrug ihm die Vollmacht in meinem Namen zu regieren.

Zu dieser Zeit vernichteten die Seleukiden unsere Nachbarn die Pontier und eroberten deren ganzes Reich, so waren wir nun von Süden und Westen von den Seleukiden bedroht. Außerdem vereitelte dies meinen Plan selbst in Besitz der Städte von Pontus zu gelangen.

Schon bald erfuhren wir von Händlern, dass die Thraker, ein Volk von Barbaren, besiegt worden war und es keine Überlebenden gab.

Verliefen die ersten Jahre nach meinem Herrschaftsantritt noch ruhig, sollte sich dies bald ändern. Fast 10 Jahre hindurch kam es dauerhaften Belagerungen und Angriffen auf Rusaxarta durch die Seleukiden und auf Epiphaneia durch die Parther. Doch die tapferen armenischen Soldaten schlugen jeden Angriff zurück. Danach ebbten die Angriffe etwas ab. Dafür mussten sich andere Städte wie Kotais, welches in 4 Jahren 3 schwere Belagerungen überstehen musste, ihrer Haut erwehren.































Doch die Parther bedrohten sehr bald erneut Epiphaneia und belagerten die Stadt, auch die Seleukiden waren wieder mit 2 großen Armeen in unser Land eingedrungen und es würde nicht lange dauern bis sie uns auch wieder angreifen würden.





Kaum war die parthische Gefahr vor Epiphaneia ausgeschaltet brach in der Stadt eine Seuche aus und raffte unzählige Bürger und Soldaten dahin.

Aufgrund der ständigen Gefahr der unsere Städte gegenüberstanden entschloss ich mich zu einem riskanten Unterfangen, dessen langfristigen und weitreichenden Konsequenzen ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehen konnte. Ich sammelte aus den wenigen Truppen Armeniens eine Armee und beschloss in die Offensive zu gehen und die Seleukiden anzugreifen.

Die Spione die ich ausgeschickte hatte, erkannten schnell die Schwachpunkte und rieten mir zu einem Angriff auf die Stadt Trapezus, die südöstlich von Kotais lag und ein Ausgangspunkt der seleukidischen Unternehmungen war. Mit der Einnahme der Stadt würde dieser Weg gesperrt sein und die Seleukiden mussten über andere Gebirgspfade in unser Land einfallen, was die Verteidigung erleichtern würde.

Die Einnahme gelang, 25.000 Bürger der Stadt ließ ich hinrichten, die Stadtkasse fiel meinen Truppen ebenfalls in die Hände, wodurch 22.500 Goldstücke erbeutet wurden. Ich ließ die Stadt befestigen, da ich sie dauerhaft halten wollte.

Derweil war es in Epiphaneia erneut zu einem Ausbruch einer Seuche gekommen, die noch mehr Menschenleben forderte.

Ein wichtiger Vertrag konnte mit dem Reich der Ptolemäer geschlossen werden. Es wurde eine Bündnis vereinbart, welches v.a. für Armenien wichtig war.

Die nächste Unternehmung die ich durchführte war sogar noch einträglicher für uns. Die Stadt Pharnacia wurde erobert, 90.000 Bewohner wurden auf meinen Befehl umgebracht und 82.000 Goldstücke wurden erbeutet. Da die Stadt zu groß war um sie zu verteidigen, immer noch war unsere Truppenstärke zu gering, ließ ich sie zerstören und rückte mit meinen Truppen ab. Nur wenige Truppen ließ ich zurück, schließlich sollten die Seleukiden die Stadt nicht kampflos zurückbekommen. Es dauerte aber nicht lange bis sie die Stadt zurückerobert hatten.

Aber in der Zwischenzeit hatte ich meine Vorbereitungen zu einer neuen Unternehmung abgeschlossen, ich hatte neue Truppenaushebungen angeordnet und eine zweite Armee aufgestellt. Diese unterstellte ich dem Kommando von Aramu von Phasis, mit diesen zwei Armeen wollte ich nun gegen die Seleukiden vorgehen. Ich selbst wählte den Weg nach Süden auf Seleuceia und Babylon, Aramu sollte im Westen operieren, in Richtung Kleinasien.
Ziel war es schwach verteidigte Städte zu erobern, die Einwohnerschaft zu dezimieren, die Stadtkassen aus der Stadt zu schaffen und alle wichtigen Gebäude zu zerstören. Mit dieser Taktik wollte ich die Seleukiden entscheidend schwächen. Da die Städte nicht sofort den Seleukiden wieder in die Hände fallen sollten, sollte auch immer eine kleine Anzahl Truppen zurückgelassen werden.











So weit die Theorie die Praxis hingegen erwies sich als alles andere als plangemäß. Beide Armeen zogen jahrelang durch seleukidisches Gebiet und eroberten Stadt nach Stadt, aber es kam zu keiner spürbaren Schwächung der Seleukiden, zwar endeten ihre Angriffe auf armenisches Gebiet, jedoch schienen sie unerschöpfliche Truppenreserven zu besitzen.

Aramu eroberte auf seinem Zug Pharnacia, sogar zweimal, Sinope, Eusebeia, Pessinus und Eupatoria. Sinope und Eupatoria wurden gehalten und ausgebaut. Pharnacia ging noch einmal verloren, ehe Aramu die Stadt zum 2ten Mal eroberte. Eusebeia und Pessinus, durch eine Revolte, gingen an die Seleukiden zurück. Aber es gelang den armenischen Truppen Eusebeia zurückzuerobern und dauerhaft zu besetzen.







Während dieses Feldzuges fielen uns als Beute insgesamt fast 448.500 Goldstücke in die Hände und etwa 466.000 Einwohner der eroberten Städte verloren ihr Leben.

Mit meinen Truppen konnte ich unterdessen die Städte Seleuceia, Babylon, Doura Europos, Palmyra, Damascus, Antioch, Seleuceia Pieria, Nicopolis, Apameia, Tarsus und Hieropolis einnehmen. Insgesamt rund 590.000 Einwohner starben im Zuge der Eroberungen. Reiche Beute wurde auch hier gemacht, etwa 577.000 Goldstücke fielen meinen Truppen in die Hände. Babylon und Doura Europos wurden von den Seleukiden nach zum Teil schweren Kämpfen zurückerobert, Damascus und Seleuceia revoltierten und vertrieben die armenischen Truppen, ebenso kam es in Apameia, die Stadt konnte aber schnell wieder eingenommen werden. Alle anderen Städte blieben im Besitz Armeniens und wurden nun systematisch ausgebaut und befestigt.































So reich die Beute allerdings auch war, sie diente zum Großteil doch nur dazu die Kosten für die Versorgung und Aushebung von Truppen zu decken. Denn Armenien war auf Söldner angewiesen und gute Söldner waren sehr teuer. Was von der Beute übrig blieb wurde in den Ausbau der Städte Armeniens gesteckt.

Wenn es auch nicht dazu reichte die Seleukiden endgültig zu besiegen, so gelang es doch fast ein Dutzend Städte und Provinzen der Seleukiden dauerhaft zu erobern und dem armenischen Reich einzuverleiben.

Nach über 15 Jahren waren die Feldzüge schließlich beendet nachdem ich mit meinen Truppen in Eupatoria eingetroffen war. Jedoch blieb es mir verwehrt endlich wieder nach Armenien zurückzukehren, meine Anwesenheit im Grenzgebiet war unerlässlich.









Eminos, der in meinem Namen regierte, war in der Zeit meiner Abwesenheit nicht untätig gewesen und hatte die Kernbereiche des Reiches ausgebaut und eine starke Wirtschaft geschaffen. Der Wohlstand führte zu einer wachsenden Bevölkerung weshalb Armenien nun in der Lage war eigene Truppen auszuheben und in der Verteidigung des Landes zunehmend auf Söldner verzichten konnte. Für Offensivaktionen waren sie weiterhin von entscheidender Bedeutung, aber das Ziel war klar, nämlich den Söldneranteil auf ein finanziell verträgliches Maß zu reduzieren.

Auf dem diplomatischen Sektor ergab sich in dieser Zeit eine grundlegende Änderung, so wurde das Bündnis mit den Galliern aufgelöst, da sie sich im Krieg mit den Germanen befanden, die ebenfalls unsere Verbündeten waren.

Die Frage der Thronfolge wurde nun auch für mich, wie einst für meinen Vater, in den Vordergrund gerückt. Jedoch brauchte ich auf keine Brüder Rücksicht zu nehmen, denn mein Bruder Aram war gestorben ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, und ich habe auch nur einen Sohn, der mir nachfolgen wird. Wenn er alt genug ist werde ich ihn zum Regenten machen bis er dann bei meinem Tod den Thron Armeniens besteigt.

Das Reich der Seleukiden war nun in zwei Teile aufgespaltet. Der kleinere Teil lag im westlichen Kleinasien und sah sich den Streitkräften des Ptolemäischen Reiches gegenüber, über kurz oder lang würden diese Provinzen verloren gehen.
Der Ostteil des Reiches war hingegen immer noch stark genug um eine Gefahr darzustellen, deshalb plante ich eine weitere Operation um diesen Teil des Reiches nochmals zu teilen. Dazu mussten nur zwei Städte erobert werden: Pauravas und Susa. Um diese Ziele zu erreichen mussten zwei Armeen ausgesandt werden. Den Angriff auf die Stadt Pauravas, südlich von Epiphaneia gelegen, sollte Eminos, der kurz zuvor die Regentschaft Armeniens an Atheas, den Sohn meines Onkels Zipoetes, dem jüngsten Bruder meines Vaters, übergeben hatte, führen. Für Susa entschied ich mich für den General Kudurmabug von Artaxarta, der vor kurzem eine Großnichte von Eminos geheiratet hatte.

Der Angriff von Eminos verlief günstig. Nachdem er eine Belagerung der Stadt begonnen hatte, griffen herbeigeeilte Seleukidentruppen seine Armee an. Mit den Truppen aus der Stadt zählten die Seleukiden 6.000 Kämpfer. Eminos hatte 1.000 Soldaten mehr und schlug den Angriff ab und vernichtete die Seleukiden vollständig. Bei den Kämpfen verlor Eminos 350 Soldaten. Die Stadt war dann schnell besetzt, 79.500 Einwohner getötet und aus der Stadtkasse 74.000 Goldstücke geplündert.











In den folgenden Jahren war Pauravas nun das Ziel mehrerer schwerer Angriffe der Parther die alle erfolgreich abgewehrt werden konnten. Die parthischen Angriffe auf Epiphaneia wurden nun weniger, wodurch ein zweiter Erfolg für unsere Abwehrbemühungen erreicht wurde.

























Doch über einen Anfangserfolg kam das Gesamtunternehmen nicht hinaus. Kudurmabug von Artaxarta erreichte zwar mit seinen Truppen Susa und begann eine Belagerung, aber dann verließ ihn das Kriegsglück. Bevor er die Stadt, die nur von einer kleinen Garnison verteidigt wurde, stürmen konnte, war Verstärkung der Seleukiden eingetroffen und griff unverzüglich an. Die Truppen von Kudurmabug wurden geschlagen und mussten sich zurückziehen. Die Seleukiden gaben sich aber damit nicht zufrieden und griffen so lange an bis alle 5.000 Soldaten und Kudurmabug den Tod gefunden hatten.





Ein weiterer Bündnisvertrag konnte mit einem weit entfernt lebenden Volk, den Illyrern, geschlossen werden. Dieser Vertrag eröffnete unserem Seehandel neue Märkte und würde zum Wohlstand Armeniens beitragen.







Wenig später kam es dann in Sinope zu einer Revolte der Bevölkerung bei der die armenischen Truppen aus der Stadt gejagt wurden. Ich beauftragte meinen Sohn und Erben Artashes und meinen ehemaligen Regenten Atheas die Ordnung wieder herzustellen und die Stadt einzunehmen. Mit 20.000 Soldaten belagerten die beiden die Stadt die von 14.000 Rebellen verteidigt wurde. Der Sturm auf die Stadt, der sich der Belagerung anschloss, kostete viele tapfere Soldaten das Leben. Von den Truppen von Atheas und Artashes starben allein 6.000 Männer, während alle Rebellen getötet wurden. Artashes ließ dann nach dem Sieg auch der Bevölkerung gegenüber keine Gnade walten. 87.000 Bürger wurden getötet und die Stadt geplündert, dabei wurde eine reiche Beute in Höhe von 81.000 Goldstücken eingebracht.



















Während die Diplomaten nun auch mit den Völkern der Iberer und der Römischen Republik ein Bündnis schlossen, brachten Spione die Nachricht, daß unsere einstigen Verbündeten, die Gallier, mit allen Mitgliedern ihres Volkes vernichtet worden waren.







Nachdem sich mein Sohn Artashes bei Sinope erstmals als Heerführer bewiesen hatte, wurde er leider etwas leichtsinnig und verhielt sich töricht. Im Streben nach Ruhm sammelte er ein paar Truppenreste und zog zur seleukidischen Stadt Heracleia, die westlich von Sinope lag, und begann sie zu belagern. Dies war an und für sich kein schlechtes Vorhaben denn die Stadt war reich, lag günstig an einer Seehandelslinie und wurde nur von wenigen Truppen verteidigt. Jedoch waren Verstärkungen schnell herangeführt und die Seleukiden beeilten sich dies zu tun. Nach deren Eintreffen vereinten sich die Garnisonstruppen mit ihnen und griffen Artashes’ Heer an. 8.000 Seleukiden standen nun den 7.000 Männern meines Sohnes gegenüber. Nach einer schweren Schlacht musste sich Artashes dann schließlich geschlagen geben und floh mit den Resten seiner Truppen vom Schlachtfeld. Über 5.000 armenische Soldaten waren sinnlos gestorben, zwar hatten sie fast 6.000 Seleukiden mit in den Tod genommen, aber ihr Opfer war vergebens gewesen.







Ich hoffe für die Zukunft, daß er ein besonneneres Verhalten an den Tag legt und seine künftigen Taten wohl überlegt. Jedoch ließ ich diesen Rückschlag meine Reisepläne in die Heimat nicht beeinflussen. Viel zu lange schon war ich fern der Heimat gewesen, ich sehnte mich nach den Bergen und Flüssen Armeniens deren Anblick ich seit über 20 Jahren entbehren musste, aber dies würde sich ändern, der Aufbruch war nicht mehr fern…….


Bilanz:

Regierungszeit: Sommer 246 v.Chr. – Sommer 212 v.Chr.

Eingenommene Städte: 23

Getötete Einwohner: 1.242.965

Beute: 1.211.320

Geschlagene Schlachten: 93 (-> 11 Heroische Siege, 47 Klare Siege, 6 Normale Siege, 5 Knappe Siege, 17 Unentschieden, 1 Knappe Niederlage, 1 Normale Niederlage, 5 Klare Niederlagen)

Eigene Verluste: 83.270 Soldaten

Paphlagonische Verluste: 13.765 Soldaten

Parthische Verluste: 118.345 Soldaten

Seleukidische Verluste: 197.380 Soldaten

Verluste der Aufständischen: 16.975 Soldaten

Ich bin Hannibal Barkas, Führer der Barkiden, größter Feldherr und Sufet Karthagos. Erzogen wurde ich von einem Sohn Spartas, ich siegte am Tagus, ich eroberte Saguntum. Ich überquerte die Alpen, schlug die Römer am Ticinus, an der Trebia, am Trasimenischen See und bei Cannae. Ich war ihr schlimmster Albtraum. Doch Albträume enden, so wie das Leben!

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