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 "Karthago - Aufstieg einer Handelsmacht"
Der Grossinquisitor Offline




Beiträge: 5.224

02.06.2007 02:32
RE: Kapitel IV antworten



Kapitel IV
Die Jahre 264 vor Christus bis 260 vor Christus

Das letzte Kriegsjahr war schlecht verlaufen für die Carthager und Theopropides. Die Garnison Capuas hatte die Stadt an die Römer verkauft. Und nun ging das ganze wieder von vorne los. Theopropides zog mit seinem Heer einen Belagerungsring um die ganze Stadt. Doch die Römer gaben ihre Stadt nicht leicht einer Belagerung preis. Immer wieder schickten sie Entsatzheere aus Rom um die Belagerung zu durchbrechen. Doch die Heere wurden spärlicher und bestanden zu einem immer größeren Teil aus Bundesgenossen und weniger aus römischen Truppen.



Es war nervtötend. Das Heer lagerte nun schon 3 Monate lang um Capua herum und es gab keine Abwechslung! Zwar kamen hin und wieder römische Entsatzheere, aber sie konnten einfach nicht gleichzeitig angreifen. Denn auch bei dieser Belagerung leisteten die Numider wieder wertvolle Dienste. Sie fingen jeden römischen Boten, der in der Nähe vorbeikam ab, sie waren exzellente Späher und kein Heer konnte sich vor ihnen verstecken. Und auch im Kampf selber waren sie vernichtend. Meist waren sie es, die vernichtende Angriffe in den Rücken des Feindes ausführten. Meist waren sie es die die Fliehenden großteils bis auf den letzten Mann massakrierten.
Doch Theopropides musste feststellen, dass die Römer nicht lernen wollten. Mehrmals hatte er den Römern Boten geschickt um zu verhandeln, doch jedes Mal hatten sie abgelehnt und ein neues Heer aufgestellt um Theopropides entgegenzuziehen. Und jedes Mal wurden ihre Heere geschlagen. Inzwischen, so berichteten Theopropides Spione, standen alle Männer zwischen 15 und 60 unter Waffen, oder waren tot.
Doch Theopropides kam nicht richtig voran. Er wollte, dass die Römer ihn mit einem großem Heer angriffen um sie entgültig in die Knie zu zwingen, denn der Ruf Hasdrubals wurde immer drängender. Hasdrubal war nicht mehr der Jüngste und die defensive Politik in Spanien und die ausbleibenden Erfolge in Italien stärkten die Feinde im Rat der Ältesten. Es sah sogar so aus als würde mindestens einer der Sufeten bei der nächsten Wahl nicht mehr aus Hasdrubals Lager kommen. Nur Ba’al konnte wissen wohin das dann führen sollte. An eine weitere Expansion in Italien war dann wohl nicht mehr zu denken.
Auch Mago wusste von den Problemen, denn Theopropides hatte ihn zum stellvertretenden Kommandanten gemacht, sollte er doch dringend zurück nach Carthago müssen.



Doch als wären die römischen Heere nicht genug, griffen Truppenverbände des griechischen Städtebundes Rhegium an.




Es begann zu dämmern und die letzten Sonnenstrahlen färbten die Dächer des kleinen Dorfes, südlich des Sucro, zwischen Arse und Carthagena, wie es die Carthager nannten, blutrot. Die Bauern waren gerade dabei die letzten Weizenhalme einzubringen und die Tiere in die Ställe und auf die Koppeln zu treiben.
Die Bewohner des Dorfes waren zum großen Teil Iberer, aber es lebten auch Männer und Frauen carthagischer Abstammung in dem kleinen Dorf. Es war ein beschauliches leben: ruhig und zurückgezogen und die verschiedenen Kulturen waren bisher immer ohne Probleme miteinander ausgekommen. Doch in letzter Zeit änderte sich dies. Die Iberer schauten die Carthager immer schiefer und misstrauischer an und die Carthager hatten Angst vor übergriffen durch die Iberer. Schuld daran waren die vermehrten Einfälle iberischer Stämme in die carthagischen Kolonien Spaniens. Immer öfter hörte man Nachrichten von geplünderten Dörfern und vertriebenen Menschen. Auch an diesem Dorf waren schon Flüchtlinge vorbeigekommen.
Die Dorfwache, welche nach den schrecklichen Nachrichten ausgebildet wurde, schloss gerade das Tor des Haags welcher das Dorf zumindest vor wilden Tieren schützte, da brach aus dem nahen Wald eine Gruppe Reiter bewaffnet mit Speeren, Schwertern und Fackeln. Es waren an die 25 Mann. Die Reiter übersprangen den niedrigen Zaun und schlugen der Wache den Kopf ab. Anschließend teilten sie sich auf. 2 Reiter bewachten den Ausgang aus dem Dorf. Der Rest schwärmte aus und zündeten die Häuser, Hütten, Ställe und Scheunen an, schlachteten die Tiere auf den Koppeln ab und trieben alle Bewohner auf dem Dorfplatz zusammen. Dort steckten sie die Männer und Kinder in zwei Scheunen, die noch nicht brannten, verriegelten diese und zündeten sie an. Dann stiegen die Reiter ab und vergingen sich an den Frauen welche schutzlos auf dem Dorfplatz standen, während aus den Scheunen die qualvollen Todesschrei der Männer und Kinder schollen. Nachdem die Reiter fertig waren stachen sie die am Boden liegenden Frauen ab oder trampelten sie mit ihren Pferden nieder. Als die Reiter weg waren kamen in Lupen und zerrissenen Leinen gekleidete Männer aus dem Wald und plünderten aus dem Dorf was nicht den Flammen zum Opfer fiel. Die Dorfbewohner die jetzt noch lebten wurden als Konkurrenten gesehen und von den zerlumpten Männern abgestochen oder zu Tode geprügelt.
So fiel ein weitere Dorf den marodierenden iberischen Stammestruppen zum Opfer um anschließend von Menschen, die schon davor all ihr Hab und Gut verloren hatten, noch vollständig geplündert zu werden.
Zwar schickte Theages, der Statthalter in Spanien, sobald er von solchen Angriffen hörte seine Reiter aus, doch die kamen meistens zu spät. Nur wenige Male gelang es ihnen die Stammeskrieger zu stellen und restlos im ehrlichen Kampf zu töten.



Auch in Spanien verlief kein Jahr ruhig. So belagerten die iberischen Stämme schon wieder Arse und Gades. Doch es dauerte nicht lange bis die Belagerung von Arse, mithilfe des Heeres aus Carthago Nova, wieder abgeschlagen wurde. Dabei starb der Häuptling eines Stammes.




Im Jahre 263 v.Chr. heiratete Mytonnes Phylo. Mytonnes’ Vater Bodeshmun war ein erfolgreicher Kaufmann und einer der ersten, die in Spanien und Britannien Geschäfte gemacht hatten. Als er älter wurde entdeckte er seine Liebe zum Ackerbau und kaufte sich mit der Zeit ein riesiges Landgut an der Nordafrikanischen Küste, westlich von Hippo Regius, zusammen. Als Bodeshmun vor zwei Jahren starb erbte der damals 18 Jährige Mytonnes den Besitz. Mit der heirat konnte Hasdrubal eine weitere einflussreiche Familie an sich binden. Da sich Mytonnes bei der Verwaltung des Landgutes ausgezeichnet hatte schickte Hasdrubal ihn als Statthalter in die Stadt Utica.
Im gleichen Jahr wurde Arishat geboren. Auch trafen in Carthago neue Nachrichten aus Spanien und Italien ein. Die Belagerung von Gades durch die Iberer wurde aufgrund Krankheit abgebrochen. Auch in Italien gab es einen weiteren Erfolg. So hatte Theopropides wieder einmal den Durchbruch der Belagerung Capuas verhindert und das Entsatzheer geschlagen.
Im darauffolgenden Jahr verlies ein weiteres Nachschubheer Carthago. Es waren 9840 Soldaten und 60 Elefanten. Die Soldaten kamen aus allen Ecken der Welt. Im Heer dienten Gallier, Spanier, Libyer, Carthager, Numnider, Griechen und Italier.
Auch fand eine weiter Vermählung statt. Jubal Cluepa heiratete Elissa.



Plötzlich tönten die Hörner und riefen alle zu den Waffen. Mago trat aus seinem Zelt, welches in der Nähe des Zeltes von Theopropides stand, und wunderte sich wie jedes Mal. Er hatte fast schon vergessen, wie schnell und ordentlich im Ernstfall alles ablief. Schon nach kurzer Zeit waren die ersten Regimente gesammelt und bereit Befehle entgegenzunehmen. Mago sah einen numidischen Kavallerist der auf des Kommandantenzelt zuritt. Bevor der Numider im Zelt verschwand rief er Mago noch zu: „Mach die Männer bereit die Römer kommen!“ Mago ließ sich die Rüstung bringen, stieg auf sein Pferd und ritt hinunter zu den Truppen. Ein zweiter Numider erklärte ihm schnell die Situation. „Die Römer kommen mit ungefähr 14000 Mann von Norden anmarschiert. Sie sind noch 2 Stunden von hier entfernt. Die vier Boten die sie ausgeschickt haben um die Stadt zu erreichen sind tot!“
Schnell und präzise führte das Heer Magos Anweisungen aus und nur eine Dreiviertelstunde später war das Heer vollkommen gesammelt und Kampfbereit. Nun traf auch Theopropides am Schlachtfeld ein. Mago reihte sich in die leibwache ein und Theopropides gab die letzten Anweisungen an das Heer. Nach einer weitern halben Stunde sah man die ersten römischen Banner auf der anderen Seite des Hügels auftauchen.


Die entscheidende Schlacht um Capua



Männer,
die meisten von euch kämpfen nun schon seit etlichen Jahren mit mir! Wir haben gemeinsam Sizilien eingenommen! Wir haben die Römer bis hinter Capua zurückgetrieben und ihnen viel nur eine Möglichkeit ein wieder an Boden zu Gewinnen – Verrat!
Nun kommen sie wieder und wollen uns daran hindern Capua wieder zu erobern und auch zu bestrafen! Sie mögen in der Unterzahl sein, aber es kämpfen immer weniger wahre Römer in ihren Heeren. Und die Bundesgenossen werden nicht mehr lange zu ihnen halten wenn die Römer nicht in der Lage sind ihr Gebiet zu verteidigen.
Männer, jeder von euch ist mindestens 10 Römer wert!
Lasst sie kommen und sterben! Zertrampelt sie wie das Gras unter den Hufen der Pferde!


Die Garnison Capuas hatte wie geplant keine Nachricht von der Schlacht.

http://img440.imageshack.us/img440/7329/0147mr7.jpg
Die Römer marschierten über den Hügel auf die Schlachtlinie zu.



Mit einer Truppe Bundesgenossen versuchte Placus Ofonius die carthagische linke Flanke zu überraschen, dies schlug gründlich fehl!


Dann trafen die Schlachtlinien aufeinander.


Nach einiger Zeit des starren Linienkampfes fiel der römische General...


...was die Moral der Römer und vor allem der Bundesgenossen stark angriff. Schon kurz darauf begann die große Flucht. Nun war es die Arbeit der Numidischen Kavallerie.


Da traf die Garnison der Stadt auf dem Schlachtfeld ein. Doch zu diesem Zeitpunkt war die Schlacht für die Römer schon verloren!


Die Schlacht forderte einen hohen Blutzoll auf beiden Seiten, doch für die Römer war es ein größerer Verlust. Vor Capua wurde ihr letztes großes Heer vernichtet.





Nun stand Capua den Carthagern offen, Rom war am Boden und die römische Wölfin zog sich schwer verletzt nach Rom zurück um ihre Wunden zu lecken. Doch sie sollte keine Zeit haben sich zu erholen, denn der carthagische Löwe war ihr auf der Spur und er war hungrig!
Capua wurde bestraft und 16670 römische Bürger hingerichtet.




Mago saß auf seinem Pferd, direkt rechts neben Theopropides in der ersten Reihe der Heiligen Bande des Generals. Von dort sah er wie die Italienische Kavallerie in die rechte Flanke des carthagischen Heeres donnerte und im Ansturm viele tapfere Männer mit in den Tod riss. Er sah wie die Pila der Römer und der Italier, im carthagischen Heer, Männer durchbohrten oder schwer verletzten. Er sah wie die römischen Infanteristen auf die carthagischen Linie trafen und die blutigen Zweikämpfe.
Nun gab Theopropides das Zeichen und die gallischen und spanischen Reiter, die Heilige Bande Carthagos und die Generalsleibwache begannen damit das Römische Heer zu umrunden und den Römern in den Rücken zu fallen.
Das dröhnen war ohrenbetäubend als die Pferde wieder im vollen Galopp auf den Rücken einer römischen Einheit zuhielten. Wie auf ein Kommando senkten alle Reiter die Speere. Doch die Römer hatten etwas bemerkt. Da sie keinen Ausweg sahen senkten die hinteren Beiden Linien, sichtlich erschüttert, ihre kurzen Stoßspeere in Richtung der anstürmenden Kavallerie. Doch es nützte nichts. Dank der längeren Speere der Carthager starben die Römer bevor die Reiter in Reichweite der Stoßspeere waren. Doch nicht alle hatten Glück. Mago spießte zwar einen Römer auf seinem Speer auf, doch ein andere bohrte den Stoßspeer tief in die Brust von Magos Pferd. Das Pferd brach tot zusammen und Mago stürzte, konnte sich aber fangen und stand gleich zwei Römern gegenüber. Aus den Augenwinkeln sah er wie der Rest der Kavallerie und Theopropides sich wieder zurückzogen um erneut anzustürmen.
Mago hatte zwei große Nachteile gegenüber den zwei Römern: Sie hatten Schilde und sie waren zu zweit. Nun musste sich Mago voll auf seine Geschicklichkeit verlassen. Als der erste Römer nach ihm stieß, drehte sich Mago zur Seite, so dass er nun rechts des Römers stand. Dann schlug er mit seinem Schwert nach dem Römer, diese versuchte auszuweichen, und so traf der Schlag nur in den Bauch, wo sich Sein Schwert in den Eingeweiden verfing. Als Mago versuchte das Schwert herauszuziehen glitt er vom, vom Blut rutschigen, Heft ab. Gleichzeitig spürte er einen Stoß von hinten und als er vorne an sich herabschaute sah er die Spitze eines Speeres aus seinem Bauch ragen. Der Speer wurde wieder herausgezogen und Mago fiel auf die Knie und fiel vornüber in den vom Blut aufgeweichten und zertrampelten Boden. Doch Mago starb nicht. Der Todesstoß bleib aus. Ba’al sei gepriesen waren die letzten Gedanken die er hatte bevor er in Ohnmacht fiel. So hatte Mago nach 17 Jahren den Glauben an die Macht der Götter wiedergefunden.
Nach der Schlacht fand man Mago und man brachte ihn ins Feldlazarett. Doch wäre er nicht von so hohem Rang gewesen, hätte man ihn bei seiner schweren Verletzung den Gnadenstoß gegeben und ihn anschließend verbrannt. Unter der Behandlung von Theopropides Leibarzt konnte Mago nach einer Woche schon wieder reisen. Und so brach Theopropides mit 7265 Mann nach Rom auf. Mago folgte im Tross in einer Sänfte.



Zusammen mit der Nachricht der Ankunft des Nachschubs in Italien, insgesamt 16035 Mann, kam auch die Nachricht von der Einnahme Capuas nach Carthago. Es wurde ein großes Fest in den Straßen von Carthago gefeiert. Währendessen feierte die Familie in der Villa Hasdrubals die Taufe Thyias und die Aufnahme Akbar Iols in die Riege der Männer. Auch nahm Hasdrubal eine Umbesetzung der Statthalterämter vor. So wurde Jubal Cluepa nach Utica geschickt um Mytonnes dort zu unterstützen, da es dort vermehrt Probleme mit nomadischen Rebellen gab. Bomilkar wurde nach Thapsus beordert um den dortigen Statthalter zu unterstützen, da sich dessen Tage zum Ende neigten und er bald mit den Götter in der Unterwelt wandeln würde.



Nun war der Tag gekommen. Die verbleibende römische Garnison in Rom hatte sich zum Ausfall entschlossen. Ihrem Feldheeren Augustus Servianus dienten 5400 Römer und Bundesgenossen aus den verbleibenden vier Provinzen des römischen Bundes. Sie standen 7995 Veteranen unter dem Kommando Theopropides und weiteren 15035 Soldaten unter Hauptmann Kanmi gegenüber.
Doch da Theopropides eine List hinter dem Ausfall vermutete, wies er Kanmi an die Belagerung aufrecht zu erhalten und Theopropides zog mit seinen knapp 8000 Veteranen gegen die Römer.


Die Schlacht vor Rom



Männer,
wir stehen hier nach acht harten Jahren des Krieges vor der Hauptstadt der Römer. Hier werden wir der römischen Wölfin den Kopf abschlagen! Diese Narren, sie meinen uns besiegen zu können! Nun werden sie ein letztes Mal Bekanntschaft mit den carthagischen Schwertern machen!
Zum Sieg tapfere Soldaten und Bundesgenossen!



Die Römer wurden von der Übermacht erdrückt.


Augustus Servianus stürzte sich beherzt in den Kampf. Doch auch er hatte gegen eine Übermacht keine Chance und ergriff die Flucht.



Die mit etwas Verspätung eingetroffenen Überbleibsel der II. Legion wurden empfangen, niedergemacht und dann flohen sie.





Somit war die letzte Verteidigung Roms gefallen und Rom stand nun den Carthagern offen. Das große Ziel war erreicht: Rom war in die Knie gezwungen und nun wollte sich Theopropides die freien Griechen in Süditalien unterwerfen. In Griechenland und an der kleinasiatischen Küste waren schon alle Städte unter die Herrschaft der Erben Alexanders gekommen. In Griechenland hatten sich die Makedonier die Hegemonie zurückerkämpft und in Kleinasien hatten sich die Nachfahren Seleukos I. der Städte angenommen. Auch wollte Theopropides noch die römische Provinz Picenum dem carthagischen Besitz einverleiben, so dass die letzten zwei römischen Provinzen, Umbrien und Etrurien, ein natürlicher Schutzwall gegen die Barbaren des Nordens waren.
Als wollten die freien Griechen ihre Unterwerfung noch beschleunigen belagerten Heere des griechischen Städtebundes Capua, Rhegium und Paestum.
Auch in Spanien wurden wieder vorrübergehend Arse und Gades belagert, doch beide konnten sich aus eigener Kraft befreien.



Nun sah Theopropides die zeit gekommen. Er übertrug Hiram Barcino das Kommando über die Heere in Italien und gab Mago den Auftrag Hiram einzuweisen und mit den Kampftechniken der Griechen und Römer vertraut zu machen. Theopropides selber bestieg ein Schiff und fuhr verkleidet nach Carthago.
In Carthago angekommen traf er sich mit Hasdrubal, dem Befehlshaber in Spanien Theages und noch weiteren Politikern die auf der Seite Hasdrubals standen.
Hasdrubal der inzwischen weit über 60 Sommer alt war legte seinen Plan dar: Theopropides sollte so schnell wie möglich seinen Feldzug in Italien abschließen und dann das Kommando zum Schutz der Kolonisierung Nordafrikas und Spaniens erhalten. So war geplant, dass Theopropides seine Truppen zurück nach Carthago führen sollte um sie wieder neu aufzufrischen und fortzubilden. Soweit der offizielle Teil, der mit der noch vorhandenen Mehrheit im Rat der Ältesten beschlossen werden konnte. Der inoffizielle Teil sah vor, dass Theopropides mit seinen ihm treu ergebenen Truppen in Carthago einmarschieren sollte um den Rat und die Sufeten zu entmachten und dann sich selbst oder Hasdrubal als König einzusetzen. Anschließend sollte wieder nur der Heiligen Bande die Bewachung der Stadt übertragen werden, wie es des Tradition eben entsprach.
Der Vorschlag wurde von allen Anwesenden bis auf Annibas Emerita, ein typischer, feiger Politiker. Doch wer nicht wagt der nicht gewinnt. Als es dunkel wurde machten sich alle auf den weg nach Hause, doch Annibas sollte dort nie ankommen. Eine Woche später fand man seinen grausam zugerichteten und vom Wasser aufgedunsenen im Fluss nahe Carthago.
Theopropides bleib noch zwei weitere Tage in Hasdrubals Villa um mit ihm die Einzelheiten der Machtübernahme zu besprechen.



Als Theopropides wieder nach Rom zurückkehrte erwarteten ihn Mago und Hiram im großen Senatssaal. Nach dem Mago kurz die Geschehnisse zusammengefasst hatte, wollte Hiram sofort wissen, was die nächsten Ziele seien. Nachdem Theopropides kurz darüber nachgedacht hatte traf er die Entscheidung. Hiram du ziehst mit Hauptmann Kanmis Truppen nach Corfinium. Ich selber werde Ancona belagern um so die Provinz Picenum unter unsere Kontrolle zu bringen.
Nachdem alles wichtige abgeschlossen war begleitete Mago Theopropides in seine Villa in Rom. Dort angekommen überreicht Mago Theopropides einen Stapel Pergamentrollen. Als Theopropides sich den ganzen Text durchgelesen hatte fragte er nach dem Verfasser. „Das hat ein römischer Historiker geschrieben“, antwortete Mago „Er heißt Publius Cornelius Tacitus. Er spricht zwar nur sehr selten und dann auch nicht viel, aber wenn er schreibt, schreibt er direkt und nimmt kein Blatt vor den Mund. Es ist verwunderlich wie offen ein Römer über seine eigene Niederlage schreibt.“
So kam es das Publius Cornelius Tacitus von nun an im Gefolge von Theopropides lebte und eine Chronik über den Feldzug schrieb und schrieben würde.
Danach bat Mago Theopropides ihn aus den Heer zu entlassen. „Ich habe nun 15 Jahre an deiner Seite gekämpft. Nun habe ich eine Frau gefunden, mit der ich den Rest meines Lebens verbringen möchte. Ich bin zwar nicht reich, aber für ein Haus in Rom wird es reichen!“ Doch Theopropides wollte nicht, dass er sich selbst ein Haus kaufen musste. Deshalb stellte er Mago eine Villa eines, nun toten, römischen Senators zur Verfügung.



Im Jahre 260 v.Chr. starb Burrhus in Thapsus. Er war ein alter Mann und so kam der Tod nicht unerwartet. Doch Burrhus war ein guter Verbündeter und Vertrauter Hasdrubals gewesen und sein Tod machte auch ihm klar, dass er schon sehr alt war.



Nun waren zehn Kriegsjahre gegen Rom vorbei und es hätte für die Carthager kaum besser aussehen können. In diesen Jahren waren 20095 carthagische und 67784 römische Soldaten gefallen. Es wurden 15740 Römer als Sklaven verschleppt und 78335 hingerichtet.

Carthago und seine Kolonien

Carthago und Nordafrika
Sizilien und Süditalien
Die Inseln
Südspanien

"Fünf Ausrufezeichen, das sichere Zeichen für einen schwachen Verstand."
- Terry Pratchett (aus: Alles Sense)

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