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 "Makedoniens Kampf um die Suprematie"
Strategos Offline



Beiträge: 1.470

10.04.2007 20:20
RE: Prolog - Makedoniens Kampf um die Suprematie Thread geschlossen

Prolog

Makedonien ist ein Land voller Gegensätze. Ein Land das berühmt ist für seine gute Reiterei, aber auch für die überragenden Fußsoldaten, ein Land das bereits unter Philipp II. Großes vollbrachte, und unter Alexander III. zur Weltmacht aufstieg. Doch Alexander ist tot, sein Reich zerfallen, denn seine Nachfolger verstanden es nicht sich zu einen und ein solch riesiges Reich zusammenzuhalten. Seleukos beanspruchte Asien, Ptolemaios bemächtigte sich Ägyptens, Lysimachos einte Thrakien und Teile Kleinasien unter seiner Herrschaft – und Hellas? Makedonien? Die Hellenen waren darauf bestrebt, der makedonischen Herrschaft ledig zu werden, und so wartete Makedonien lange Zeit auf einen Herrscher, der mächtig genug war sie zu vereinen. Zuerst bemächtigte sich Kassander, der Sohn es Antipatros, des makedonischen Throns, und beseitigte alle leiblichen Nachfahren Alexanders, die ein Recht auf diesen Thron haben könnten. Doch seine Söhne waren nicht in der Lage, diese Herrschaft nach seinem Tod zu behaupten, und so viel das Land Demetrios zu. Doch dieser brachte die Bevölkerung gegen sich auf, und als Phyrros und Lysimachos über ihn herfielen, musste er fliehen, und Makedonien wurde unter den Siegermächten aufgeteilt. Nach dem Tode des Lysimachos gab s zwei Anwärter auf den Thron Makedoniens, zum einen Ptolemaios Keraunos, doch dieser fiel schon 279 v. Chr. in einer Schlacht gegen die Kelten, welche brandschatzend durch Hellas zogen.
So gelang es dem anderen Anwärter, Antigonos Gonatas, den Thron zu erobern. Er verbündete sich erst mit Phyrros von Epeiros, doch verweigerte er diesem dann Unterstützung auf seinem Italienfeldzug, so das Phyrros nach Hellas zurückkehrte und in Makedonien einfiel. Dies war im Jahre 274 v. Chr., und schon bald brachte Phyrros die Königswürde wieder an sich und vertreib Antigonos. Er beging nun den schweren Fehler, seine keltischen Söldner die Königsgräber Aigais plündern zu lassen, was er mit einem nicht unerheblichen Prestigeverlust bezahlen musste, und so zog er es vor, nach Epeiros heimzukehren. Antigonos eroberte Makedonien bald zurück, und er konnte mit der Situation nicht unzufrieden sein: Mit den Illyrern und Thrakern unterhielt er freundschaftlich Beziehungen; Paionien war ihm untertan, in Griechenland war er das Oberhaupt des Thessalischen Bundes, und er hielt die Schlüsselfestungen der Ostküste, Demetrias, Chalkis, Piräus und Korinthos fest in seiner Hand. So konnte er vorerst mit Epeiros und den Aitoliern in Frieden leben und Makedonien dazu verhelfen, nach den Strapazen der Feldzüge Alexanders und der Diadochen Atem zu schöpfen und Kräfte zu sammeln.
Doch die politische Lage bleibt kritisch: Makedoniens Feinde sind zahlreich. Zu ihnen zählen sich der Hellenenbund, Koion Hellenon, Epeiros ist noch lange nicht befriedet, und auch die Ptolemäer stehen Makedonien nicht gerade freundlich gegenüber. Die Liste der Verbündeten ist kurz; nur Archon Seleukeia steht mit Makedonien im Bunde, denn beide sind Feinde der Ptolemäer, und dieser Krieg hat sie zusammengeschweißt, besonders da zwischen ihnen keine Konflikte herrschten, da ihre Länder nicht aneinander angrenzten. Und jeder dieser Feinde ist auf unterschiedliche Art und Weise zu bekämpfen: Die Hellenen, zu deren Bund die großen Städte Athenai und Sparta zählen, werden versuchen Makedonien von der Peloponnes zu verdrängen, sie werden gegen Korinthos stürmen, und sobald dieses gefallen ist, nach Norden vorstoßen. Wird Korinthos diesen Stürmen von zwei Seiten gewachsen sein? Dies wollte Antigonos lieber nicht erproben, und so zog er mit einem starken Heer nach Attica. Epeiros, die Schänder der Gräber in Aigai, die Soldaten des Phyrros, werden nimmer Ruhe geben. Zudem will ganz Makedonien Rache für die Schändungen. Und somit ist ein Krieg unausweichlich. Die Ptolemaioi lechzen nach der Vorherrschaft in der Ägäis, doch die Stadt Mytilene auf Lesbos ist den Makedonen freundlich gesonnen, und kontrolliert zudem die Zufahrt zu den Dardanellen. Es ist zu vermuten, dass sich feindliche Schläge hierher richten werden, um Makedonien die Herrschaft in der Ägäis endgültig zu entreißen. Soll Antigonos Mytilene aufgeben, oder zum Gegenschlag ausholen? Diese Insel Rhodos, mit dieser Statue, die sie Koloss nennen, die aber nichts anderes ist als eine Verhöhnung Makedoniens, die die südliche Ägäis kontrolliert, muss den Feinden entrissen werden.
Ist Makedonien diesen Aufgaben gewachsen? Warum nicht! Unter einem starken Herrscher lässt sich viel erreichen, das hat Alexander III. bewiesen. Antigonos strebt eine Wiederherstellung des Imperiums Alexanders an, unter der Herrschaft seines Hauses, den Antigoniden. Makedonien hat die nötige Truppenstärke: Bestens ausgebildete Reiterei, die den Hetairen unter Alexander um nichts nachsteht, die makedonische Phalanx verbreitet immer noch Angst und Schrecken, und nur wenige Feinde sind ihr gewachsen. Ergänzt durch hellenische Bogenschützen, illyrische und paionische Speerwerfer, leichbewaffnete Thraker und Thessalier, ist Makedonien in der Lage wieder zu einer Weltmacht aufzusteigen. Makedoniens Kampf um die Suprematie kann beginnen.

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