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 "Karthago - Aufstieg einer Handelsmacht"
Der Grossinquisitor Offline




Beiträge: 5.224

09.04.2007 13:06
RE: Kapitel II antworten



Kapitel II
Die Jahre 274 vor Christus bis 270 vor Christus

Erst eine ganze Weile nach der Schlacht realisierte Mago was passiert war. Sie hatten auch in dieser Schlacht wieder keine Kämpfe gehabt. Sie standen da und konnten nichts tun. Währendessen ging eine tödlich Pfeilsalve nach der anderen über sie nieder und sie konnten nichts tun als die Schilder heben und zu den Göttern beten. Neben ihm stand sein Freund Jubal, er war ganz grün im Gesicht und stand kurz davor sich zu übergeben. Da sah Mago schon die nächsten Pfeile auf sie zufliegen. Er schloss die Augen, versuchte sich hinter seinem Schild zu verstecken und schickte ein Stoßgebet an Ba’al-Hammon. Die Pfeile trafen mit einem dumpfen knall auf die Schilde der punischen und libyschen Speerträger. Hier und da erklangen auch Schreie.
Als Mago seine Augen wieder öffnete und zu Jubal schaute, sah er ihn auf dem Boden, in seinem eigenen Erbrochenen liegen. Jubal hatte einem Pfeil in der Brust und hustete Blut und einen weißlichen Schaum. Jedes Mal wenn er Luft holte gurgelte es in seinen Lungen. Jubal sah mit weit aufgerissenen Augen zu Mago auf, als wolle er etwas sagen.
Doch Mago konnte sich nicht zu ihm hinunterbeugen, da schon die nächste Pfeilsalve auf die carthagischen Reihen traf. Als er nach dieser Salve wieder zu Jubal schaute, war dieser von zwei weiteren Pfeilen getroffen und gestorben.
Dies war der wahre Krieg. Er war grausam und brutal. Man konnte dem Gegner nicht in die Augen sehen bevor man starb. Man wurde anonym von Pfeilen durchbohrt und starb ohne Trost in Schlamm des Schlachtfeldes. Und auch die Götter waren machtlos angesichts dieser menschlichen Brutalität. Auch Jubal hatte zu den Göttern gebetet, doch hatte es ihm etwas genutzt? Nein!
So verhärtete sich Magos Herz und er dürstete nach der ersten Schlacht in der er seinen ersten Feind mit dem Speer erstechen konnte. Mago betete nicht länger zu den Göttern und langsam verlor er auch den Kontakt zu seinen drei anderen Freunden.



Doch vom Krieg bekam man in Carthago nichts zu spüren. Alles war so weit weg und anders als durch Boten kamen keine Nachrichten auf das afrikanische Festland. So wurden auch weiterhin rauschende Feste gefeiert. So auch die Hochzeit von Massinissa Rusicade und Muttunbaal.

Und nur neun Monate Später auch die Taufe ihres Kindes Xenophanes Rusicade. Nach den Feiern brach Massinissa nach Spanien auf um dort das Kommando über ein Expeditionsheer zu übernehmen.
Auch in der großen Diplomatie gab es Erfolge. So konnte bei einem Treffen der Diplomaten, aus allen Ländern, in Aquilea erst ein Waffenstillstand zwischen den gallischen und germanischen Stämmen ausgehandelt werden. Anschließend konnte mit beiden ein Bündnis und Handelsverträge abgeschlossen werden. Auch in einem gesonderten Treffen mit einer Gesandtschaft des griechischen Städtebundes konnten Verträge abgeschlossen werden. So einigte man sich darauf die Waffen ruhen zu lassen und lieber Handel zu treiben. Doch ein Bündnis kam nach dem Vertrauensbruch der Griechen in Syracuse nicht in Frage.



Im Jahre 273 vor Christus wurde Bisaltes 16 Sommer alt und wurde so in die Riege der Männer aufgenommen. Da Hasdrubal großes Vertrauen in seine Fähigkeiten hatte, wurde Bisaltes mit der Verwaltung Syracuses betraut.
Zur gleichen Zeit, als Bisaltes aufbrach erreichte Massinissa Spanien und übernahm dort das Kommando über das 7040 Mann starke Expeditionsheer. Er lies nur wenige Wochen verstreichen bevor er mit dem Heer nach Norden aufbrach und noch im selbe Jahr mit der Belagerung Arses begann. Die Stadt standt unter dem Kommando eines unabhängigen iberischen Häuptlings welcher nicht im Bündnis mit Carthago war.
Auch Theopropides lies wieder in die Hörner erschallen und brach nach Messana auf. Sein Heer war inzwischen auf 7605 Soldaten zusammengeschrumpft. Auch kämpften nur noch 110 Elefanten auf seiner Seite.



Mago wurde unsanft vom Klang der Hörner geweckt, welche das Zeichen zu Aufbruch gaben. Sogleich brach im ganzen Heerlager in und um die Stadt Syracuse betriebsame Hektik aus. Auch Mago schnürte sein Bündel und legte seine Rüstung an. Anschleißend baute er und seine drei Freunde das Zelt ab und verschnürten die ebenfalls.
Nach nur zwei Stunden war das ganze Heer marschbereit. So begann ein weiterer eintöniger Marsch über staubige ungepflasterte Straßen. Theopropides schaffte das was bisher nur den Römern gelungen war, er schwor das Heer auf sich ein. Es kämpfte immer noch nicht für Carthago aber für Theopropides. Zwar war die Moral des Heeres immer noch vom Sold abhängig aber nicht mehr von ihm allein. So wunderte es Mago nicht mit welchem Tempo das Heer marschierte. Nur kurze Zeit nach dem Aufbruch kamen die Mauern Messana in Sicht. Schnell begannen die Männer Gräben auszuheben, Zelte aufzubauen und Pfähle zu spitzen. So begann die vierte Belagerung unter Theopropides Kommando.



Im Jahre 272 vor Christus begann langsam das Bündnissystem auseinander zubrechen. Macedonien erklärte den illyrischen Stämmen den Krieg und wollte wissen auf welcher Seite Carthago steht. Hasdrubal entschloss sich dazu das Bündnis mit Macedonien zu erhalten.
Die Spione und Seefahrer berichteten auch von einem großen Schiffsbauprojekt in den römischen Werften. So wagten sich die Römer erstmals auf unbekanntes Gebiet. Die frage die sich allen im carthagischen Senat stellte war, gegen wen sollte diese Flotte eingesetzt werden. Um nicht die Vormachtsstellung als See- und Handelsmacht zu verlieren gab Hasdrubal den Befehl alle Häfen an der nordafrikanischen Küste zu erweitern um den Handel zu verstärken und im Fall eines Seekrieges schnell an neue Schiffe zu kommen. So wurde auch die Flotte unter Admiral Timasion von Lilibaeum nach Syracuse verlegt.



Scheinbar war auch das Bündnis mit den iberischen Stämmen nicht stark genug. Ein Stammesverband unter Ambon griff Massinissa Rusicade vor Arse an.


Die Schlacht vor Arse



Männer Spaniens,
ihr habt euch entschlossen für Carthago zu kämpfen. Nun seht ihr wie verräterisch die sind die ihr noch bis vor kurzem als Häuptlinge hattet.
Es ist nicht falsch gegen Verräter zu kämpfen und als nichts anderes solltet ihr eure Gegner halten!

Für die Gerechtigkeit!



Das Heer wurde in drei Reihen aufgestellt und erwartete so die Ankunft der iberischen Krieger.


Die Kavallerie ritt die Gruppe niederer Stammeskrieger im ersten Ansturm nieder.


Nach harten Kämpfen floh der General und die restlichen iberischen Krieger.



Auf der Flucht wurde der iberische General getötet.


Das zweite Heer näherte sich der carthagischen Linie.



Es kam wieder zu harten Kämpfen zwischen der Infanterie.


Massissina stürzte sich in einen Kampf mit den Plänklern, abgeschnitten von jeder Verstärkung war es aussichtslos.


Die fliehenden wurden ohne Gnade niedergemetzelt.





Dies war ein trauriger Tag für Carthago, in einem so unwichtigen kleinem Geplänkel hatte Massinissas Übermut zu seinem Tod geführt. Ein unnötig verschwendetes Leben.
Nur kurz darauf versuchte die Garnison Arses einen Ausfall.


Die Schlacht um Arse


Wieder wurde das Heer in drei Reihen aufgestellt.



Es kam zu harten Nahkämpfen doch der Ansturm der Kavallerie in den Rücken der iberischen Truppen raubte ihnen den Mut.


Nachdem die Kavallerie die letzen Überlebenden im Stadtzentrum vernichtet hatte gab Arse auf.[/b]




Im Jahre 270 vor der Geburt des Herrn gab Messana nach dreijähriger Belagerung auf und öffnete Theopropides und seinem Heer die Tore.
Die Stadt wurde geschont und nur wenige Bewohner wurden als Sklaven nach Afrika verkauft.
Nun war Sizilien in carthagischer Hand und nicht mehr weit im Süden Italiens waren schon die Römer. Die Verluste des Heeres wurden nun mit neuen Rekruten und Söldnern verstärkt. Aus Carthago kam die Nachricht, dass sogar Truppen der punischen Bürger, das Heer verstärken sollten.



Nach der Niederlage vor Arse erkannten die Iberischen Stämme die Oberhoheit der Carthager wieder an und schlossen wieder ein Waffenstillstand und Handelsrechte. Auch ein Bündnis mit Thrakien konnte ausgehandelt werden.


Carthago und seine Kolonien

Sizilien
Die Inseln
Nordafrika
Südspanien

"Fünf Ausrufezeichen, das sichere Zeichen für einen schwachen Verstand."
- Terry Pratchett (aus: Alles Sense)

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