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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Rome Total War-Kampagnengeschichte "Ascensus Romae"
Luca Iulius Cinna Magnus Offline




Beiträge: 9.697

20.06.2009 14:33
RE: Kapitel XIV Thread geschlossen

Abwehrkämpfe



Die Debatte um den Flottenausbau wurde in der ersten Sitzung unter dem Vorsitz des neuen Ersten Konsuls Publius Decius Mus wieder aufgenommen. Zuvor wurde jedoch noch eine neuerliche Botschaft von Marcus Quintilius Nerva, dem Oberbefehlshaber der römischen Truppen an der Nordgrenze, den Senatoren vorgelegt.





Valerius Sentius Augurnus zeigte sich erfreut über die Botschaft von der Nordgrenze und hoffte die römischen Truppen würden weiterhin Siege dieses Umfangs feiern können. Ferner sprach er sich für den angesprochenen Ausbau der Flotte aus, da darin ein großer Nutzen liege. Dadurch wäre die Republik in der Lage Makedonen innerhalb seines eigenen Herrschaftsgebietes anzugreifen. Um eine schnellstmögliche Entscheidung in dieser Frage herbeizuführen stellte Senator Augurnus gleich den entsprechenden Antrag.

Senator Macro erklärte, er sei dagegen den geplanten Flottenausbau zu vollziehen. Für ihn sei die geplante Blockade aller makedonischen Häfen Utopie, schon gar nicht habe sie die erhoffte Wirkung oder einen entscheidenden Einfluss auf den Kriegsverlauf, schließlich würden die Makedonen ihren Handel nur zum Teil über die Seewege abwickeln. Seiner Meinung nach galt es die 500.000 makedonischen Soldaten zu bekämpfen und dies könne man nicht durch Hafenblockaden sondern nur durch den Kampf zu Land. Das makedonische Reich sei zwar groß und mächtig, aber es werde Schwachpunkte in seiner Verteidigung haben, wie jedes andere Reich auch. Und genau diese Schwachpunkte gelte es zu finden um dann dort schnell und hart zuschlagen zu können.

Marcus Vinicius Andronicus zeigte sich unschlüssig über die Frage des Flottenausbaus, da er sich fragte, ob dies richtig und sinnvoll sei, wenn die Wirksamkeit einer Blockade zweifelhaft sei.

Auch Aulus Pinarius Rufus war skeptisch, wenn der Flottenausbau nur erfolgen sollte um die Blockade aufzubauen. Ihn beschäftigte die Frage was mit den neuen Schiffen geschehen würde, falls die Makedonen besiegt würden und die Blockade nicht mehr benötigt werde. Es musste entschieden werden wo die beiden Flotten ihre Stützpunkte haben sollten bzw. welche Häfen überhaupt die Kapazität hatten 120 Schiffe aufzunehmen. Nicht zu vergessen, seien die immensen Unterhaltskosten für die 30.000 Mann Besatzung die diese 240 Schiffe bemannen sollen. Die Republik müsse sich schließlich auch den Sold für insgesamt 75.000 Marinesoldaten leisten können, wobei fraglich war ob in den Jahren nach dem Krieg überhaupt 600 Schiffe mit 75.000 Mann Besatzung benötigt würden.

Senator Augurnus versuchte weitere Senatoren vom Flottenausbau zu überzeugen indem er aufzeigte, dass sie Blockade ihre Wirkung im Zusammenwirken einer Offensive zu Lande noch verstärken würde und der Flottenausbau dadurch noch vorteilhafter werden würde. Er versprach sich auch eine merklich Entlastung der Nordgrenze

Jedoch brachte die Abstimmung über den Flottenausbau trotzdem eine Stimmengleichheit, wodurch der Antrag abgelehnt wurde, allerdings hatte auch nur die Hälfte der Senatoren an der Abstimmung teilgenommen.


* * * * * *


Im Sommer seines Konsulatsjahres beschloss Publius Decius Mus den Krieg in die makedonischen Provinzen zu tragen. Beigetragen zu dieser Entscheidung hatten die Berichte der Speculatores, die gemeldet hatten, dass die Makedonen ihre Streitkräfte von den Küstengebieten ins Landesinnere verlegt hatten. Damit waren die Küstenstädte Makedoniens relativ ungeschützt. Genau dort wollte Publius Decius Mus deshalb nun zuschlagen. Da ein Großteil der römischen Truppen an der Nordgrenze stand und nicht abgezogen werden konnte, ersuchte der Konsul beim Senat um die Freigabe konsularischer Truppen für dieses Unternehmen. Einstimmig stimmte der Senat dem Ersuchen von Publius Decius Mus zu. So sammelten sich die I., II. und III.Ala und die II., III., VIII. und IX.Kohorte der Legio "Consularis Prima" sowie die VIII. und IX.Kohorte und die II. und III.Ala der Legio "Consularis Septima" an der apulischen Küste, wo sie sich auf Schiffen der I. und II.Flottille der "Classis Secunda" einschiffen sollten um über das Mare Hadriaticum zu setzen. Den Oberbefehl über dieses Unternehmen vertraute der Konsul dem erfahrenen Luca Cornelius Urbicus, Legatus Legionis der Legio "Consularis Prima" und Statthalter Latiums, an, der befahl ebenfalls schwere Waffen an Bord der Schiffe zu schaffen. Noch im Winter erfolgte das Übersetzen und nahe Salona gingen die Truppen an Land. Unverzüglich wurde ein Belagerungsring um die Stadt errichtet und der Angriff für das kommende Jahr geplant.

Unterdessen trafen in Rom schlechte Nachrichten ein: es wurde bekannt, dass die Makedonen die Stadt Emona eingenommen hatten. Emona war die Hauptstadt des illyrischen Reiches gewesen und mit ihr war das Reich der Illyrer untergegangen. Seit vielen Jahren hatten die Illyrer, Verbündete und Freunde der Republik, über die Truppenbewegungen der Makedonen nach Rom berichtet, während sie sich selbst im Existenzkampf gegen die Makedonen befanden. Viele Jahre gelang es ihnen Widerstand zu leisten, während Stadt um Stadt fiel, hatte Emona den ständigen Anstürmen der Makedonen getrotzt. Nun war ein wichtiger Verbündeter vernichtet worden, ohne dass Rom hätte helfen können.

Als ob die Götter das Verhalten Roms gegenüber den Illyrern tadeln wollten, brach just zu dieser Zeit in Capua eine schwere Seuche aus, der in den Monaten des Wütens der Krankheit 63.798 Bürger und 984 Soldaten der Legio "Consularis Tertia" zum Opfer fielen.

Im folgenden Jahr, Erster Konsul war Quintus Aemilius Barbula, erfolgte der Angriff auf Salona. Mit 9.500 Mann begann Luca Cornelius Urbicus den Sturm auf die Stadt, die von etwa 2.700 Makedonen verteidigt wurde.






Luca Cornelius Urbicus teilte seine Truppen auf, während die Hälfte der Reiter- und Bogenschützentruppen sowie die Principes vor dem Westtor Aufstellung nahmen, hatten die Katapulte und die restlichen Reiter- und Bogenschützentruppen weiter südlich an der Westmauer Stellung bezogen.











Dort begannen die Katapulte die Westmauer zu beschießen bis dort eine ausreichend große Bresche geschlagen war.





Dann wurden die makedonischen Truppen auf der Westmauer unter Beschuss genommen.





Auch die Bogenschützen rückten vor um in Reichweite zu gelangen und den Beschuss mit Pfeilhageln unterstützen zu können.











Der Beschuss zeigte die erhoffte Wirkung, die makedonischen Truppen wurden dezimiert.





Nun rückten alle römischen Truppen zur Bresche in der Mauer vor um in die Stadt zu gelangen.







Schnell waren die Truppen innerhalb der Mauer, die letzen makedonischen Truppen waren getötet oder auf der Flucht ins Stadtzentrum.





Dorthin rückten auch die römischen Truppen vor. Die Principes, ...





... gefolgt von der Reiterei ...





... und schließlich den Bogenschützen.





Nachdem alle Truppen ihre Positionen eingenommen hatten, begannen die Bogenschützen die makedonischen Truppen zu beschießen, die bisher regungslos dem Aufmarsch der römischen Truppen entgegengeblickt hatten.

















Den folgenden Angriff der makedonischen Hetairen-Reiterei konnten die Principes erfolgreich abwehren.





Schließlich fiel auch der makedonische Heerführer im Kampf.













Der letzte Widerstand brach schnell zusammen und die römischen Truppen feierten ihren Sieg.






Mit den schweren Waffen brach die Legion durch die Stadtmauern und eroberte Salona nach kurzem Kampf. Dabei fielen 858 römische Soldaten, weitere 150 wurden verwundet, die makedonische Garnison wurde komplett aufgerieben. In der Stadt selbst wurde reichlich Beute gemacht, so wurden 86.436 Aurei und 92.616 Sklaven auf die 120 Schiffe der Classis "Secunda", welche vor dem Hafen der Stadt lag, gebracht. Die Schiffe legten sofort nach dem Ende der Beladung ab und segelten nach Westen um die Beute auf römisches Gebiet zu bringen.

Unterdessen rückten die Truppen unter Luca Cornelius Urbicus nach Süden ab um die Stadt Ambrakia anzugreifen. Auch hier hatten die Speculatores nur schwache Truppenaufgebote der Makedonen gemeldet. Die Stadt selbst wurde von rund 2.500 Mann verteidigt.







Noch im Winter erfolgte der Angriff und auch diese Stadt fiel nach kurzem Kampf. Die Garnisonstruppen wurden allesamt im Kampf getötet, jedoch kamen auch 2.100 römische Soldaten um, während 372 verwundet wurden. Die reiche Beute aber entschädigte für diese Opfer: 142.842 Aurei und 140.958 Sklaven wurden auf die Schiffe der "Classis Tertia" verladen, welche mit ihren 120 Schiffen den Hafen von Ambrakia blockiert hatte. Auch diese Flotte segelte nach dem Verladen gen Westen.

Das neue Jahr, das Amt des Ersten Konsuls bekleidete Caius Marcius Rutilus Censorinus, begann mit einer guten Nachricht. Aus dem Osten war eine Gesandtschaft des Bosporanischen Reiches nach Rom gekommen, welche über einen Bündnis- und Handelsvertrag verhandeln wollte. Da der Republik ein solches Bündnis, die Makedonen und die Bosporaner waren verfeindet und ihre Reiche lagen nahe beieinander, sehr recht kam, wurden die Verhandlungen schnell zu einem positiven Abschluss gebracht.

In Ambrakia hatte sich die römischen Truppen ausgeruht und gesammelt, denn das nächste Ziel stand schon fest und sollte noch in diesem Jahr fallen: Thermon. In Gewaltmärschen zogen die nur noch 6.500 römischen Soldaten immer weiter nach Süden bis sie die hohen Stadtmauern Thermons erblickten. Der Kriegsgott Mars war den römischen Truppen weiterhin wohl gesonnen, denn auch hier verteidigten nur geringe makedonische Kräfte, etwa 2.000 Mann, die Stadt. Luca Cornelius Urbicus ließ bald nach dem Errichten des Belagerungsringes die Stadt angreifen.







Die Stadt fiel schnell, die Garnison war nicht in der Lage lange Widerstand zu leisten und wurde niedergemacht. Der Sieg kostete 1.530 römische Soldaten das Leben, 270 wurden verwundet. Die Beute belief sich auf 169.680 Aurei und 167.112 Sklaven. Zusammen mit der Beute schifften sich die restlichen 5.000 römischen Soldaten auf den Schiffe der "Classis Prima" ein, die vor dem Hafen Thermons lag, der bis vor dem Angriff durch die Flotte blockiert worden war, und kehrten auf römisches Gebiet zurück.

Nachdem die römischen Truppen abgerückt waren, fielen die ehemals makedonischen Städte Salonae und Ambrakia an andere Herren. Salonae wurde von illyrischen Rebellentruppen besetzt, während Ambrakia eine griechische Stadt wurde. Die Griechen waren einige Monate zuvor bei Platamonas gelandet. Als Luca Cornelius Urbicus von der Landung der Griechen erfuhr, schickte er einen Boten zu den ihnen und setzte sie vom Fall Ambrakias in Kenntnis. Noch von Konsul Mus war Urbicus für diesen Fall instruiert worden: da die Griechen und Makedonen miteinander im Krieg lagen, konnte es nur gut für die Republik sein, wenn die Griechen sich wieder auf dem Festland festsetzen konnten und die Makedonen dadurch gezwungen sein würden, diese zu bekämpfen. Nach dem Erhalt der Nachricht kämpften sich die griechischen Verbände nach Ambrakia durch und besetzten die Stadt. Einzig Thermon konnten die Makedonen rechtzeitig wieder in Besitz bevor sich andere dieser Stadt bemächtigten.

Auch an der Nordgrenze kam es zum Ende des Konsulatsjahres von Caius Marcius Rutilus Censorinus noch einmal zu Kämpfen. Die Makedonen hatten den Padus überquert und die Legio "Senatorius Secunda", 13.000 Mann stark, in ihrem Lager eingeschlossen und belagerten es mit rund 22.000 Mann. Marcus Quintilius Nerva beorderte Verstärkung heran: Appius Aquilius Gallus rückte mit 12.000 Mann an, weiters eilten konsularische Truppen in Stärke von 18.000 herbei. Diese griffen die makedonischen Truppen auch sofort an.















Die Makedonen gaben ihren Vorteil der Verteidigungsposition leichtfertig auf und versuchten mit ihren Truppen über die Brücke und durch die Furt auf die andere Seite des Flusses zu kommen. Doch die konsularischen Truppen konnten alle Überquerungsversuche der Makedonen vereiteln und im Gegenzug durchritt die römische Reiterei den Fluss und attackierte die Makedonen in Rücke und Flanken. Dezimiert durch den Beschuss durch sechs Kohorten Bogenschützen brach die Reiterattacke den Kampfwillen der Makedonen. Diese wandten sich zur Flucht, wurden aber gnadenlos verfolgt und wo es möglich war niedergemetzelt. So erlitten die makedonischen Truppen eine vernichtende Niederlage. Der Kampf war so schnell entschieden, dass die Legio "Senatorius Secunda" und die konsularischen Truppen des Appius Aquilius Gallus gar nicht mehr dazu kamen in die Schlacht einzugreifen. Von den 22.000 makedonischen Soldaten, blieben fast 21.000 tot auf dem Schlachtfeld zurück. Die römischen Verluste betrugen hingegen nur rund 1.272 Tote und 222 Verwundete.

Die Kämpfe am Padus hielten über den Jahreswechsel hinaus an und im Frühjahr des neuen Jahres kam es nahe der Stadt Placentia erneut zu einer Schlacht zwischen römischen und makedonischen Truppen. Makedonische Truppen, etwa 20.000 Mann, hatten den Fluß überschritten und das Legionslager, welches den Weitermarsch verhinderte, unter Belagerung gestellt. Die konsularischen Truppen, etwas weniger als 17.000 Mann, die zu dieser Zeit in dem Lager untergebracht waren, gingen sofort zum Angriff über und begannen einen Ausfall gegen die Makedonen. Jedoch schon nachdem die römische Reiterei erste Feindberührung hatte und die Makedonen die ersten Verluste erlitten, zogen sie sich aus der Schlacht zurück und brachten sich hinter den Padus in Sicherheit.





Die konsularischen Truppen jedoch nahmen die Verfolgung auf stellten die Makedonen bei dem kleinen Dort Andes am Padus. Appius Aquilius Gallus stieß mit 12.000 Mann Verstärkung zu den konsularischen Truppen und unterstützte deren Angriff. Da aber auch die Makedonen Verstärkung erhielten, mehr als 8.000 Mann, wäre die Schlacht beinahe verloren gegangen. Die Makedonen verteidigten sich sehr gut gegen die römischen Angriffe, so dass beide Seiten hohe Verluste erlitten. Bei einem längeren Schlachtverlauf wären die römischen Truppen wohl unterlegen gewesen, aber da die Makedonen vorher den Rückzug antraten, konnten die römischen Truppen das Feld behaupten. Die Verluste aber waren auf beiden Seiten groß, insgesamt starben 12.834 römische Soldaten, 2.268 wurden verwundet, mehr als 15.000 Makedonen waren gefallen. Die konsularischen Truppen begaben sich deshalb nach Ariminum und Arretium um ihre Verluste auszugleichen, die Legio "Senatorius Prima Nova" und die Legio "Senatorius Secunda" blieben am Padus und sicherten die Grenze.







* * * * * *

Luca Iulius Cinna Magnus Offline




Beiträge: 9.697

20.06.2009 14:40
#2 RE: Kapitel XIV Thread geschlossen

Die Nachricht vom Sieg am Padus erreichte Rom zu Beginn des neuen Jahres.





Der Erste Konsul dieses Jahres, Lucius Papirius Cursor, erhob sich von seinem Platz und wandte sich an den Senat um ihm zu dieser Siegnachricht auch vom Unternehmen römischer Truppen im makedonischen Hinterland zu berichten. Die Angriffe gegen Salonae, Ambrakia und Thermon waren erfolgreich verlaufen und mittlerweile seien die Truppen zurückbeordert worden um zu verhindern, dass die Makedonen sie von ihrem Rückweg abschnitten. Bei den drei Angriffen hatten die Makedonen rund 7.200 Soldaten verloren, die römischen Verluste lagen bei 4.488 Toten und 792 Verwundeten. An Beute hatten die Truppen 398.958 Aurei erbeuten und 400.686 Sklaven einbringen können. Auch die Flotten waren in ihre Stützpunkte zurückgekehrt, da die Blockade mit dem Fall der Städte Salonae, Ambrakia und Thermon hinfällig geworden war.

Senator Verus sah in den letzten Erfolgen eine Hoffnung darauf den Krieg gegen Makedonien schnell beenden zu können. Dabei wollte er nicht direkt von einer Entscheidung auf militärischer Ebene sprechen. Sollten die Makedonen in naher Zukunft einen Waffenstillstand anbieten, sei er geneigt darüber zu verhandeln. Der Krieg habe auf beiden Seiten zehntausende Tote, Verwüstung, Zerstörung, Not und Elend gebracht und er wolle nicht, dass dieses Elend so lange anhalte wie zu Zeiten der etruskischen Kriege, in der die Republik vierzig Jahre ununterbrochen Krieg führte. Voraussetzung für Verhandlungen sei aber, dass Patavium zu diesem Zeitpunkt wieder eine römische Stadt sei. Verhandlungen und ein makedonisches Patavium könne es hingegen nicht geben. Erst wenn die alten Grenzen wieder bestünden und die Provinz Venetia wieder in der Hand der Republik sei, dürfe man einem zum Frieden gewillten Makedonien die Hand reichen - und nur dann.

Erneut wandte sich der Erste Konsul Lucius Papirius Cursor an die Senatoren und hatte weitere positive aber auch negative Nachrichten zu verkünden. An der Nordgrenze sei es wiederum zu einer schweren Schlacht zwischen römischen und makedonischen Truppen gekommen. Den Truppen der Republik in Stärke von rund 29.000 Mann hatten bei ihrem Angriff 24.000 makedonische Soldaten gegenüber gestanden. Die verlustreiche Schlacht endete mit einem Sieg für die Republik, bei dem mehr als 15.000 Makedonen gefallen seien, auf römischer Seite gab es 12.834 Tote und 2.268 Verwundete zu beklagen. Zwischenzeitlich sei aber der erhabene Marcus Quintilius Nerva im hohen Alter von 80 Jahren an der Nordgrenze verstorben. Dies bedeute, dass der Senat einen Mann aus seiner Mitte zum neuen Oberbefehlshaber ernennen musste. Daher bat der Konsul um Vorschläge für die Besetzung des Postens. Auch der Posten des Legatus Legionis der Legio "Senatorius Prima Nova" sei vakant, da Marcus Acilius Priscus aus Altersgründen von seinem Posten zurückgetreten sei. Für die Neubesetzung ständen drei Kandidaten zur Verfügung die dem Senat sogleich vorgestellt wurden:











Während sich die Senatoren schnell auf Appius Aquilius Gallus als neuen Befehlshaber der Legio "Senatorius Prima Nova" verständigten und diesen einstimmig wählten, war der neue Oberbefehlshaber für die Nordgrenze nicht so schnell zu finden. Marcus Vinicius Andronicus nominierte den Senator Marcus Annius Seneca für den Oberbefehl, sofern dieser bereit sei eine solche Berufung anzunehmen.

Für Senator Rufus hatte sich die Lage in den zurückliegenden Monaten sehr zu Gunsten der Republik verändert. Die Erfolge im Abwehrkampf sowie die begrenzte Offensive hätten den Makedonen schweren Schaden zugefügt. Er wage zu behaupten, dass der Zusammenbruch der makedonischen Eroberungsbemühungen in kurzer Zeit eintreten werde und damit die Rückeroberung Pataviums und Venetiens in greifbare Nähe rücke. Er war auch davon überzeugt, dass Appius Aquilius Gallus sich als Kommandeur der Legio "Senatorius Prima Nova" bewähren würde. Auch setze er großes Vertrauen in den für den Oberbefehl an der Nordgrenze nominierten Marcus Annius Seneca. Beide Männer seien die richtige Wahl und würden ihre Aufgaben mit dem gleichen Erfolg bewältigen, wie dies Marcus Quintilius Nerva und Marcus Acilius Priscus getan hatten. Erwartungsgemäß wurde dann auch Marcus Annius Seneca einstimmig zum neuen Oberbefehlshaber an der Nordgrenze ernannt. Als sein Stellvertreter, und damit Nachfolger von Appius Aquilius Gallus, fungierte der erfahrene Feldherr Manius Quinctius Cincinnatus.

Nachdem die notwendigen Entscheidungen getroffen waren, lenkte Senator Verus die Aufmerksamkeit der Senatoren wieder auf die Lage am Padus. Er bestätigte Aulus Pinarius Ausführungen, auch in Bezug auf die genannten Zahlen, 50.000 gefallene Soldaten auf Seiten Makedoniens und 20.000 auf römischer Seite waren tatsächlich riesige Verluste an Menschenleben. Aber er mahnte die Senatoren, man solle nicht vergessen, dass die Makedonen nahezu unendliche Reserven hätten. Man habe ihre Truppenpräsenz im Norden zu 50% geschwächt, aber was seien 50.000 im Vergleich zu 500.000 Soldaten die Makedonien aufbieten konnte. Er wünsche sich, dass die Vorhersage des Senators Rufus eintreffen würde, damit die Makedonen erkennen würden, dass dieser Krieg baldmöglichst beendet werden müsse, auf die eine oder andere Weise.

Marcus Vinicius Andronicus jedoch war nicht gewillt zu warten, weder auf einen eventuellen Zusammenbruch der makedonischen Streitkräfte im Norden und ebenso wenig auf ein Waffenstillstandsangebot der Makedonen, welches wahrscheinlich nie eintreffen werde. Man habe nun fast zehn Jahre lang die Nordgrenze gegen die makedonischen Angriffe verteidigt, er fand es sei an der Zeit in die Offensive zu gehen. Auf dem Vorschlag Senator Marcos zurückgreifend schlug er einem Angriff aller Truppen an der Nordgrenze vor. Es gelte die makedonischen Truppen in der Provinz Venetia zurückzudrängen und Patavium zurückzuerobern. Die der Einnahme wäre das vorrangigste Ziel erreicht, dann könne man diskutieren wie die Republik weiter vorgehen sollte.

Marcus Valerius Scato, der neu ins Senatscollegium aufgerückt war und den schon seit längerer Zeit vakanten Platz des Senators Quintus Fabius Marcellus eingenommen hatte, ergriff nun erstmals das Wort. Für ihn war die Situation nicht so rosig, wie er sagte. Man dürfe nicht vergessen, dass die Makedonen vor nicht allzu langer Zeit ein großes Reich beherrscht hatten. Er vermutete, dass die Makedonen zu ihrer einstigen Stärke zurückkehren wollten und sie daher alles daransetzen werden bis sie Ihr Ziel erreicht hätten. Rom müsse sie daher so stark und effektiv wie möglich bekämpfen und noch verlustreicher schlagen. Die Makedonen müssten sich an der Republik die Zähne ausbeißen und Rom müsse sie zurückdrängen. Die glorreiche Zeit Makedoniens sei vorüber, ihr Stern längst erloschen auch wenn sie dies nicht einsehen wollten. Ein neuer Stern erscheine am Horizont und beginne langsam aber sicher alle anderen an Glanz zu übertreffen. Und dieser aufstrebende Stern sei die Römische Republik. Deshalb schließe er sich der Meinung seiner Vorredner an und plädiere für eine Offensive im Norden mit dem Ziel die Makedonen zurückzuwerfen.

Aulus Pinarius Rufus äußerte sich dahingehend, dass man die Makedonen nicht stärker machen sollte als sie seien. Sie verfügten zwar über viele Soldaten, aber die Qualität dieser Soldaten sei der von römischen Soldaten um ein vielfaches unterlegen. Er kenne auch nur eine wirkliche Großmacht und das sei das persische Reich im Osten. Die Makedonen hingegen seien nie und würden auch nie eine wirklich große Macht werden. Wenn die Griechen vor vielen Jahrzehnten richtig gehandelt und auch die letzten Mitglieder des makedonischen Königshauses getötet hätten, hätte Rom heute nicht diesen Krieg. Aber die Griechen seien wie ihre makedonischen Verwandten keine richtigen Krieger, von den Spartanern einmal abgesehen, und nicht dazu befähigt eine Dynastie auszulöschen. Die Konsequenzen bekamen die Griechen schließlich zu spüren als der letzte Makedonenprinz zurückkehrte und die Griechen fast vollständig unterwarf. Aber auch die Makedonen seien nicht in der Lage einen Feind richtig zu bekämpfen und zu vernichten. Aber dies sollte nicht Roms Problem werden, man werde diesen Fehler nicht machen. Wenn der Senat entscheide dien Krieg durch die Vernichtung der Makedonen zu gewinnen, dann werde man dies die Soldaten Roms tun lassen - aber richtig. Es werde keine Gnade geben. Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg, die Makedonen seien vielleicht schlechte Kämpfer, aber sie seien zahlreich und das allein genüge manchmal schon, wenn das tapfere Herz standhafter Krieger beginne zu verzagen. Man habe gut daran getan die makedonischen Truppen Stück für Stück aufzureiben und man sollte damit nicht aufhören. Eine Offensive zur Rückeroberung Pataviums fände seine Zustimmung. Was sich daran anschließe solle aber erst besprochen werden, wenn die Republik in Besitz dessen sei, was ihr zustehe.

Die Entscheidungen der Senatsversammlung wurden bereits kurz nach Ende der Sitzung durch den Princeps Senatus Marcus Vinicius Andronicus auf dem Forum dem Volk verkündet.


Beschlüsse des Senates von Rom



Volk von Rom, der Senat von Rom lässt euch durch mich, Marcus Vinicius Andronicus, wissen, welche Entscheidungen in der zurückliegenden Senatssitzung getroffen wurden:


I.) Ferner wurde Appius Aquilius Gallus einstimmig zum neuen Legaten der Legio "Senatorius Prima Nova" gewählt. Der bisherige Legat Marcus Acilius Priscus ist in den Ruhestand gegangen, weswegen der Posten neu besetzt werden musste.

II.) Nach dem Tod von Marcus Quintilius Nerva, der der amtierende Oberbefehlshaber der Truppen der Nordgrenze gewesen war, wurde Marcus Annius Seneca einstimmig als dessen Nachfolger bestimmt. Zu diesem Zweck hat der Senat ihm die notwendigen Amtsgewalten im Rahmen eines Imperium Maius verliehen.



* * * * * *


Das Jahr neigte sich schließlich ohne weitere große Vorkommnisse seinem Ende zu. Einzig ein Todes fall beschäftigte den Konsul Cursor: Luca Cornelius Urbicus, Legatus Legionis der Legio "Consularis Prima" und Statthalter der Provinz Latium, war gestorben und es musste ein neuer Mann an dessen Stelle ernannt werden. Die Wahl des Konsuls fiel auf Caius Flavius Fimbria, der noch im alten Jahr zum Prokonsul ernannt wurde.

Gleich zu Beginn des neuen Jahres, Quintus Fabius Maximus Rullianus war der diesjährige Erste Konsul, überquerten die Makedonen erneut den Padus. Wieder gingen sie zur Belagerung des an der Flußbrücke liegenden Legionslagers, welches die Soldaten der Legio "Senatorius Prima Nova" beherbergte, über. Mit 17.000 Soldaten errichteten sie einen Belagerungsring. Im Stab der Legion in dem neben dem neuen Legatus Legionis auch ein neuer Tribunus Angusticlavius seinen Dienst versah, Numerius Flavius Asterius ersetzte den in den Ruhestand gegangenen Lucius Valerius Cotta, einigte man sich schnell auf einen Ausfallangriff.






Der Schlachtplan, der vom Stab ausgearbeitet worden war, sah vor, dass die III., IV. und V.Ala, sowie die V. und VI.Kohorte einen Angriff auf den linken Flügel der Makedonen ausführten, während die restlichen Truppen einen massierten Angriff auf das Zentrum der makedonischen Schlachtlinie starteten.







Während die Truppen in Stellung gingen, ließen die Katapulte einen Regen aus Brandgeschossen auf die makedonischen Linien nieder regnen und sorgten so für erste Verluste.





Als die Truppen ihre Positionen eingenommen hatten, befahl Appius Aquilius Gallus das Vorrücken.





Während der rechte Flügel der römischen Truppen vormarschierte, setzte sich das Zentrum nicht in Marsch, da die Makedonen einen Teil ihrer Phalangiten zum Angriff vorgeschickt hatten.









Die römischen Truppen bereiteten sich auf die Abwehr dieses ersten kleinen Angriffes der Makedonen vor. Die Bogenschützen schickten den Makedonen Pfeil um Pfeil entgegen.





Der rechte Flügel marschierte unbeirrt weiter auf die linke Flanke der Makedonen zu, während sich die makedonischen Phalangiten dem römischen Zentrum näherten.





Die Principes schleuderten den Makedonen ihre Pilen entgegen, der Nahkampf entbrannte.





Als die Makedonen weitere Phalangitenverbände in Marsch setzen, preschte die II.Ala vor um den, in den Nahkampf verwickelten, makedonischen Truppen in die Flanke zu fallen.









Als die Makedonen die Absichten des römischen rechten Flügels erkannten, setzten sie auch an ihrer linken Flanke die Phalangiten in Marsch um die römischen Truppen abzufangen. Die römische Reiterei führte einen Rechtsschwenk durch um die Makedonen durch eine breit gefächerte Attacke in der Flanke zu packen.







Während die V. und VI.Kohorte im Nahkampf standhielt, preschten die Alen der Reiterei in die makedonischen Truppen und trieben sie auseinander. Der Angriff konnte damit abgewehrt werden. Auch das römische Zentrum hatte dem makedonischen Angriff standgehalten und die Makedonen zurückgeworfen.





Während sich die Truppen des rechten Flügels sammelten, konnte sich das Zentrum endlich in Marsch setzen und den eigenen Angriff beginnen.





Die Makedonen reagierten und beorderten alle Phalangiten für einen Gegenangriff, mit dem sie das Vorrücken des römischen Zentrums aufhalten wollten, ins eigene Zentrum, während sich die makedonische Reiterei von der rechten Flanke auf die linke Flanke verlagerte um dort den rechten römischen Flügel anzugreifen.





Der Ansturm der makedonischen Reiterei konnte aufgehalten werden, aber auch im Nahkampf war die schwere makedonische Hetairen-Reiterei ein brandgefährlicher Gegner.







Als der Magister Equitum Marcus Aemilius Clitus in diesem Schlachtgetümmel den Tod fand, verloren die etruskischen Reiterverbände und die römische Reiterei ihren Kampfgeist, die wenigen die übrig geblieben waren flohen zurück ins Lager und ließen ihre Kameraden schmählich im Stich, die sich nun einem übermächtigen Gegner stellen mussten. Aber die Kohorten kämpften tapfer weiter.





Und tatsächlich gelang es den Männern der V. und VI.Kohorte den makedonischen Heerführer aus dem Sattel zu stechen, die Makedonen kämpften aber nur noch erbitterter weiter und nun wichen auch die letzten noch lebenden Soldaten der beiden Kohorten zurück. Währenddessen prallten das makedonische und römische Zentrum aufeinander.





Die römischen Truppen im Zentrum hielten dem Angriff der Makedonen stand …





… und als die I.Ala ihren Angriff startete, brachte dies die Vorentscheidung.





Die linke Flanke der Makedonen löste sich auf und wich zurück. Einige Einheiten im Zentrum waren sich nicht schlüssig, was sie tun sollten: zurückweichen, den eigenen Angriff unterstützen oder den Angriff der I.Ala abwehren.





Der Angriff der Makedonen auf das römische Zentrum verlor immer mehr an Kraft, viele makedonische Soldaten waren gefallen, einige waren geflohen oder hatten sich in ihr Schicksal ergeben.





Aber auch unter den römischen Truppen hatte der Tod reiche Ernte gehalten, die Leiche des Magister Equitum Marcus Aemilius Clitus wurde unter seinem ebenfalls toten Pferd gefunden.







Die römischen Truppen hatten gesiegt, aber der Preis war hoch.








Trotz eines nicht vollständig greifenden Schlachtplans gelang es der Legion das Feld gegen die Makedonen zu behaupten und als Sieger aus dieser Schlacht hervorzugehen. Fast 15.000 Makedonen waren in diesem Kampf gefallen, aber auch die Verluste der Legion waren hoch. So fielen 4.608 Soldaten während weitere 816 Verwundete zu beklagen zu waren. Doch nicht nur die einfachen Soldaten verloren viele Kameraden, auch in den Reihen des Stabes hielt der Tod seine Ernte: Marcus Aemilius Clitus, der Magister Equitum der Legion und einer der tapfersten, fähigsten und höchstdekorierten Offiziere, fiel ebenso im Kampf wie der Tribunus Angusticlavius Appius Quintus Batiatus. Drei Offiziere des Stabes, der Praefectus Auxiliares Decimus Licinius Sura, der Praefectus Evocati Flavius Furius Quartinus und der Tribunus Angusticlavius Lucius Tarrutius Pavo, trugen schwere Verletzungen davon. Da mit den vorherigen Verlusten nun wieder bereits ein Drittel der Legion ausgefallen war, entschloss sich Appius Aquilius Gallus zum Abmarsch von der Nordgrenze um nach Rom zurückzukehren um die Ausfälle zu ersetzen. Nachdem er sich beim neuen Oberbefehlshaber der Nordgrenze, dem Senator Marcus Annius Seneca, die Zustimmung geholt hatte brach die Legion auf. Gallus schickte einen Boten voraus der, bei dem zuständigen Praefectus in der Heeresverwaltung, die Versetzung von drei neuen Offizieren zur Legion in die Wege leitete: neben Tiberius Claudius Quadrigarius und Arminius Tertius Ennius, die die beiden gefallenen Offiziere ersetzen sollten, benötigte Gallus auch einen neuen Primus Pilus. Die letzten Befehlshaber der Legion hatten auf diesen Offiziersposten verzichtet und das Kommando über die I.Kohorte an den Praefectus Evocati übertragen. Aber Gallus wollte einen erfahrenen Veteranen als Befehlshaber der I.Kohorte haben und einen altgedienten Primus Pilus hielt er für die richtige Wahl. So enthielt die Schriftrolle des Boten auch den Namen von Tiberius Rutilius Stellatinus, der als neuer Primus Pilus von Gallus auserkoren worden war.

Während also die Legion auf dem Weg nach Süden war, sollte es an der Nordgrenze noch zu einem weiteren Gefecht kommen. Nachdem von den Exploratores eine makedonische Armee bei Brixia gesichtet worden war, erhielt der Legatus Legionis der Legio "Senatorius Secunda", Titus Manlius Acidinus, von Marcus Annius Seneca und Manius Quinctius Cincinnatus, den Befehl diese Armee anzugreifen.







Der Angriff kam für die Makedonen aus heiterem Himmel, sie rechneten bei den winterlichen Verhältnisse wohl nicht mit einem Angriff, daher konnten sie sich nicht genügend vorbereiten und wurden von den Männern der Legio "Senatorius Secunda" vernichtend geschlagen. Von den 12.000 makedonischen Soldaten konnten nur die wenigsten das Schlachtfeld lebend verlassen. Die römischen Verluste lagen bei 1.074 Toten und 192 Verwundeten. Mit diesem Sieg gingen die Kämpfe an Land für dieses Jahr zu Ende.

Auf See aber setzte sich der Kampf fort, wenn auch gegen gänzlich andere Feinde. Alle drei römischen Flotten waren zur Piratenbekämpfung ausgelaufen. In der Zeit, in der die Flotten die makedonischen Häfen blockiert hatten, hatte die Umtriebigkeit der Piraten wieder stark zugenommen, da nun von römischen Kriegsschiffen keine Gefahr ausging. Die römische Admiralität war sich ihrer Versäumnisse bewusst, hatte aber nicht anders handeln können, der Senat hatte den Einsatz aller Flottillen angeordnet, dachte aber im Gegenzug nicht daran, die Flottenpräsenz auszubauen indem neue Verbände aufgestellt wurden. Die vorhandenen Kräfte waren einfach unzureichend um alle Aufgaben erledigen zu können, die anfielen, und so musste man sich mit dem behelfen was man hatte. Die "Classis Prima" und die "Classis Tertia" konnten die Piratenflotten schnell aufspüren und zum Kampf stellen. Während die "Classis Prima" bei Caesiae zwölf Piratenschiffe kaperte wobei 372 Mann im Kampf fielen, bei eigenen Verlusten von 120 Toten und 24 Verwundeten, gelang der "Classis Tertia" ein gleichwertiger Erfolg bei Camerina. Auch hier konnten zwölf Schiffe der Piraten gekapert und fast 600 Mann getötet werden, auf römischer Seite fielen 276 Mann, 48 wurden verwundet.


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Als die Nachricht vom Sieg der Legio "Senatorius Prima Nova" im Senat eintraf, wurde dort immer noch beratschlagt wie der nächste Schritt aussehen sollte.

Lucius Cornelius Inregillensis war der Meinung dass ein gut geführter römischer Gladius tödlicher sei fünf Makedonen und ihnen deshalb ihre zahlenmäßige Überlegenheit nichts brächte. Er befürwortete eine offensive Aktion gegen die Makedonen, die es wohl nicht anders wollten. Jedoch stelle er eine Bedingung, unter der eine solche Aktion seine Zustimmung fände. Der Senat solle mindestens den nächsten Schritt vorausplanen unter Berücksichtigung aller möglichen Entwicklungen eines Angriffs auf Patavium. Senator Verus interessierte sich zuvorderst für die Truppenstärke der Makedonen jenseits des Padus, seiner Ansicht nach brächte es nichts Truppen über den Fluß zu schicken wo ihnen eine Übermacht gegenüberstehe. Bevor nicht die makedonischen Truppen aus der Provinz vertrieben seien, mache ein Angriff auf die Stadt Patavium schließlich keinen Sinn.

Der amtierende Erste Konsul Quintus Fabius Maximus Rullianus erhob sich von seinem Platz und antwortete dem Senator auf seine Frage. Trotz zahlreicher Erfolge im Abwehrkampf und zehntausenden Toten auf Seiten Makedoniens seien sie jenseits des Padus immer noch in Stärke von 60.000 Mann präsent. Zuletzt konnte auch noch die Legio "Senatorius Secunda" einen weiteren Sieg erringen, bei dem über 12.000 Makedonen getötet worden waren, bei eigenen Verlusten von 1.074 Toten und 192 Verwundeten. Die Stadt Patavium werde von 10.500 Mann verteidigt, die restlichen Truppen verteilten sich auf fünf Armeen die einen Verteidigungsring um die Stadt gelegt hätten. Greife man an einer Stelle eine makedonische Armee an, kämen mindestens zwei weitere sofort zur Verstärkung heran. Ein erfolgreicher Angriff müsse von allen Truppen der Nordgrenze geführt werden, was aber im Moment nicht möglich sei, da beide senatorischen Legionen zwecks Auffrischung und dem Ersetzen ihrer Verluste auf dem Weg nach Rom seien.

Aulus Pinarius Rufus war von der zahlenmäßigen Stärke der Makedonen im Raum um Patavium erstaunt. Zwar war es kein Geheimnis, dass die Makedonen eine halbe Millionen Soldaten unter Waffen hatte, aber die erlittenen Verluste so schnell zu ersetzen zu können, war eine Überraschung. Zudem die Makedonen nicht nur gegen Rom Krieg führten sondern auch gegen andere Reiche und ein immens großes Gebiet militärisch absichern mussten. Ihm gab es denken, dass die Makedonen innerhalb von zehn Jahren 120.000 Soldaten in den Schlachten gegen Rom verloren hatten und trotzdem einen permanenten Truppenbestand von 60.000 Mann, das war die Stärke aller römischen Verbände an der Nordgrenze, gewährleisten konnten.

Senator Andronicus: sah dass Problem darin, dass die Makedonen pausenlos und ungestört Truppen in den Raum Patavium verlegen konnten, Rom also diesen Nachschub nicht unterbinden konnte. Daher sei es sein Vorschlag, dass Rom alles entbehrliche an konsularischen Truppen aus den Provinzen zusammenziehe und per Schiff nach Tergeste, einer kleinen Stadt in der Histria, zu bringen. Dort verlaufe die Nachschubstraße der Makedonen nach Patavium. Wenn man dort ein Lager errichten und die Straße sperren könnte, wären die Makedonen vorerst nicht in der Lage weitere Truppen nach Patavium zu verlegen. Da die Makedonen ihre Nachschublinien sicher wieder würden freimachen wollen, würden sie Truppen schicken. Mit etwas Glück seien das Truppen aus der Gegend um Patavium und die dortige Verteidigung wäre geschwächt. Damit würde man zwei Erfolge gleichzeitig feiern und hätte die Möglichkeit die Makedonen schwer und vor allem nachhaltig zu treffen. Daher sei nun die Frage was die Republik für diese Aufgabe an Truppen aufbringen konnte.

Der Erste Konsul Rullianus informierte die Senatoren darüber, dass die Republik zwölf Kohorten und sechs Alen, insgesamt rund 16.000 Mann, aus vier Legionen, der Legio "Consularis Prima", der Legio "Consularis Septima", der Legio "Consularis Decima" und der Legio "Consularis Tertiadecima", für die geplante Aktion zusammenziehen konnten.

Ein weiterer neuer Senator, Placus Iulius Caninus, erklärte, dass er den Vorschlag des Senators Andronicus befürwortete und eine Umsetzung für eine Entscheidung des Krieges zu Gunsten Roms wichtig sei. Die Makedonen hatten sich zu einer Hydra entwickelt, würde ein Kopf abgeschlagen, würden sofort zwei neue nachwachsen.

Marcus Valerius Scato war grundsätzlich für eine Offensivaktion zu begeistern, allerdings äußerte er Bedenken, da er das angedachte Unternehmen für zu waghalsig hielt. Er befürchte, dass die konsularischen Truppen dem Druck der makedonischen Armeen nicht lange widerstehen könnten auch wenn sie die besseren Soldaten seien. Die zahlenmäßige Überlegenheit der Makedonen käme vollends zur Geltung, wenn sie die römischen Truppen weitab jeglichen Unterstützungsmöglichkeiten einschließen würden. Natürlich sei dies die schlimmste Situation die eintreten konnte, aber die Möglichkeit, dass eine makedonische Armee auf dem Weg nach Patavium auf die römischen Truppen träfe, Verstärkungen herbeirief und diese dann im Verbund die römischen Truppen umfassten, sei dennoch gegeben. Dies konnte sehr leicht in einem Gemetzel enden. Auch wenn er die offensive Ausrichtung des Unternehmens befürworte, sei er nicht bereit für das vorgeschlagene Unternehmen zu stimmen und enthalte sich daher bei der Abstimmung.

Aulus Pinarius Rufus war der Meinung, dass die Republik es sich nicht mehr leisten konnte zu vorsichtig zu sein. Wenn man den Krieg gewinnen wollte, muss man auch etwas riskieren. Ein großes Risiko sah er in dem geplanten Unternehmen aber nicht, schließlich würden die Truppen ein gut zu verteidigendes Lager errichten, wo sie sich eventueller Angriffe der Makedonen erwehren konnten. Außerdem sei das befürchtete Risiko des Angriffes von Truppen aus dem Raum Patavium ein Teilziel des Unternehmens. Jeden Soldaten den die Makedonen aus dem Raum Patavium abzögen und nach Osten schickten, würden sie beim Angriff der 60.000 römischen Soldaten der Truppen der Nordgrenze schmerzlich vermissen, je mehr Soldaten abzogen umso größer die Überzahl und der Vorteil der römischen Truppen.

Schnell hatte sich eine Einigkeit unter den Senatoren eingestellt, so dass die Abstimmung in dieser Frage einstimmig endete und der Antrag zu dieser Aktion angenommen wurde. Das Volk erfuhr kurz darauf von der Entscheidung des Senates.


Beschlüsse des Senates von Rom



Volk von Rom, der Senat von Rom lässt euch durch mich, Marcus Vinicius Andronicus, wissen, welche Entscheidungen in der zurückliegenden Senatssitzung getroffen wurden:


I.) Der Senat hat einstimmig entschieden weitere 16.000 Mann an konsularischen Truppen an die Nordgrenze zu entsenden. Diese Truppen sollen bei dem bald erfolgenden Angriff auf Patavium die Truppen der Nordgrenze unterstützen und einen umfassenden Sieg mit ermöglichen.

Hört weiter, Bürger, die Zeit ist gekommen, dass Rom Rache nimmt für den Angriff der Makedonen. Wenn Rom entfesselt wird, gibt es kein Halten mehr, dann werden unsere Truppen gnadenlos zuschlagen. Aber ein solcher Sieg kostet Opfer, womöglich zehntausende, und den Bürgern die Verwandte und Freunde unter den Truppen der Nordgrenze haben, möchte ich im Namen des Senates sagen: "Betet zu den Göttern, zu Victoria und Mars, erbittet göttlichen Beistand für eure Lieben. Opfert in den Tempeln und sendet die Götter der Unterwelt mit den schlimmsten Flüchen zu den Makedonen, auf das ihnen die Schwerter aus der Hand fallen, wenn sie einem tapferen römischen Soldaten gegenüberstehen. Seid stark in eurem Glauben und es werden viele unserer Männer zurückkehren. Die, die nicht zurückkehren, finden sich auf den Feldern im Elysium wieder und werden ein Leben führen, welches gefallenen Helden Roms gebührt.

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