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 Rome Total War-Kampagnengeschichte "Ascensus Romae"
Luca Iulius Cinna Magnus Offline




Beiträge: 9.697

09.08.2008 13:35
RE: Kapitel VIII Thread geschlossen

Der Feldzug gegen Ariminum



Die Legio "Senatorius Prima Nova" blieb annähernd eineinhalb Jahre in Arretium um die Stadt zu sichern, die Verteidigungsanlagen auszubauen, eine römische Infrastruktur zu schaffen und eine römische Verwaltung zu etablieren. Acidinus hatte sich in dieser Zeit entschlossen den Führungsstab der Legion zu erweitern bzw. Stabsposten neu zu besetzen.
Neuer Tribunus Laticlavius wurde Gaius Livius Metellus, dazu kamen vier weitere neue Offiziere die einen Posten antraten: Titus Egnatius Pelagius, Gaius Sextius Lateranus, Lucius Sicinius Rufus und Marcus Veturius Crassus. Mit seiner Auswahl war Acidinus absolut zufrieden und er traute den neuen Offizieren zu, ihre Aufgaben so auszuführen wie er es von ihnen erwartete.

Auch im Senat in Rom standen Veränderungen an, denn drei der Senatoren des Senatscollegiums hatten sich entschieden, nach langen Jahren des Dienstes an der Republik, sich ins Privatleben zurückzuziehen. Es waren dies die Senatoren Aulus Hostilius Mancinus, Amulius Tullius Longus und Spurius Iulius Vespasianus. Für Mancinus rückte der Senator Sextius Volteius Adauctus nach, Longus’ Nachfolger wurde Placus Apronius Balbus und Decimus Didius Catullus nahm den Platz von Senator Vespasianus ein.

Während dieser Zeit ging der Krieg gegen die Etrusker weiter, zumindest auf dem Meer. Die "Classis Tertia" besiegte im Winter nach dem Fall Arretiums bei Aegusa ein etruskische Flotte ohne eigene Verluste, was aber auf die zahlenmäßige Überlegenheit der "Classis Tertia" zurückzuführen war, infolge deren die Etrusker mit 150 Toten an Bord schnell das Weite suchten. Dagegen war die "Classis Secunda" unter dem Praefectus Classis Cnaeus Mallius Silanus sehr viel mehr beschäftigt, hatte sie doch nicht weniger als drei etruskische Flotten zu bekämpfen. In der Seeschlacht von Kerkyra, der Seeschlacht bei Dyrrhachium und in der 2.Schlacht von Brundisium schlug sie alle etruskischen Flotten nach kurzen Geplänkeln in die Flucht. Insgesamt 350 Tote und 50 Verwundete gab es dabei zu beklagen. Die Etrusker hatten Verluste in Höhe von rund 500 Toten erlitten.

Bis in den kommenden Sommer hinein blieb es ruhig auf den Meeren, dann begannen die Etrusker erneut ihre Flotten auszuschicken um die römischen Gewässer unsicher zu machen. Eine Flotte von 18 Schiffen traf dabei im Mare Ionium östlich von Syracusae unverhofft auf die "Classis Tertia" unter dem Praefectus Classis Sextius Cornelius Repentinus und wurde von dieser vollständig vernichtet. Sechs etruskische Schiffe wurden versenkt, die restlichen erfolgreich geentert. Jeder Etrusker wurden von den Soldaten der "Classis Tertia" niedergemacht. Die eigenen Verluste beliefen sich auf über 200 Tote und etwa 40 Verwundete.

Unterdessen erreichten besorgniserregende Nachrichten des Statthalters Lucius Atilius Luscus, aus Crotona, Rom. Die Unruhe innerhalb der Bevölkerung erreichte einen Siedepunkt und der Statthalter befürchtete Ausschreitungen. Noch verhielten sich die Bürger besonnen, aber es schien nur eine Frage der Zeit bis Gewaltakte ausbrechen würden. Daher hatte Lucius Atilius Luscus die Legio "Consularis Quinta" in Alarmbereitschaft versetzt und ließ verstärkt militärische Patrouillen durch die Straßen Crotonas marschieren. Diese Art der Einschüchterung zeigte die erhoffte Wirkung. Noch waren die Einwohner Crotonas nicht bereit ihrer Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen und sich mit den 7.000 Soldaten der Legio "Consularis Quinta", die als Garnison in Crotona lag, anzulegen. Auch nach Crotona waren die Geschichten von den Ereignissen in Messana, Syracusae und Lilybaeum gedrungen, wo Rom deutlich gemacht hatte, wie es gedachte mit Bürgerrevolten in seinen eroberten Städten und Provinzen umzugehen.

Im Sommer nach der Rückkehr der Legio "Senatorius Prima Nova" nach Rom gab es eine Untersuchung des Ersten Konsuls Marcus Fabius Dorsuo in deren Verlauf geprüft wurde, wie gut die zu Statthaltern berufenen Proconsuln die ihnen zugewiesenen Provinzen verwalteten. Auslöser der Untersuchung waren die Nachrichten aus Crotona gewesen die im Sommer des Vorjahres nach Rom gedrungen waren. Das Ergebnis war gleichermaßen ernüchternd wie schockierend und die Konsequenzen weitreichend: von den elf Proconsuln welche die Provinzen Roms verwalteten, wurden fünf wegen schlechter Amtsführung abgesetzt, es waren dies die Statthalter von Latium, Campania, Siculum, Sicilia und Corsica. Bei weiteren drei endete die Amtszeit und wurde wegen unbefriedigender Leistungen nicht verlängert, dies betraf die Statthalter von Messapium, Sabatinium und Calabria. Einzig den Statthaltern der Provinzen Apulia, Sicanium und Etruria wurde eine gute Amtsführung bescheinigt und entschieden die Amtszeiten zu verlängern bzw. weiterlaufen zu lassen. Jedoch ereilte die Proconsuln Amulius Terentius Varro und Lucius Cornelius Scipio ein früher Tod und so mussten für die Provinzen Apulia und Etruria neue Statthalter ernannt werden. Dadurch war Herius Varius Rufus der einzige Proconsul der sein Amt nach dieser Untersuchung behielt. Die Posten der Statthalter wurden vom Ersten Konsul für die nächsten fünf Jahre folgendermaßen besetzt:


• Provinz Latium: Spurius Iulius Alpinus Classicianus

• Provinz Messapium: Placus Voconius Saxa Fidus

• Provinz Campania: Provinz wird dem Statthalter der Provinz Apulia unterstellt

• Provinz Sabatinium: Lentulus Dellius Nepos

• Provinz Calabria: Quintis Lutatius Catulus

• Provinz Siculum: Iulianus Iulius Placidianus

• Provinz Apulia: Servius Sulpicius Rufus

• Provinz Sicilia: Gnaeus Servilius Caepio

• Provinz Sicanium: Herius Varius Rufus

• Provinz Corsica: Provinz wird dem Statthalter der Provinz Latium unterstellt

• Provinz Etruria: Secundus Aelius Paetus



Die Untersuchung des Ersten Konsuls Dorsuo hatte aber auch Auswirkungen auf Mitglieder des Senates. Aufgrund der aufgedeckten Machenschaften mussten vier Senatoren ihr Amt niederlegen bzw. taten es aus freien Stücken. Die Senatoren Decimus Didius Catullus, Placus Apronius Balbus, Marcus Aemilius Paullus und Titus Livius Arrius zogen sich ins Privatleben zurück, aus den Reihen des Senats wurden nun drei neue Senatoren in das, dem Senat vorstehende, Senatscollegium berufen. Zum einen Marcus Quintilius Nerva, Erster Konsul des Vorjahres, und zum anderen Titus Persius Felix, der Amtskollege des Marcus Quintilius Nerva als zweiter Konsul gewesen war, sowie Decius Antonius Laenas.

Caius Manlius Acidinus bekam von all diesen Vorgängen nur am Rande etwas mit, v.a. nur dann wenn er auf dem Forum Romanum anzutreffen war. Ihn beschäftigten dieser Tage wichtigere Dinge als die Tagespolitik in Rom. Aus sicherer Quelle hatte er erfahren, dass damit zu rechnen war, dass seine Legion in Kürze einen neuen Feldzug durchzuführen hatte und dafür galt es Vorbereitungen zu treffen. Auch mussten einige Veränderungen im Führungsstab der Legion durchgeführt werden, unter anderem benötigte Acidinus immer noch einen erfahrenen Primus Pilus, der Abschied seines Freundes Iovius hatte eine große Lücke hinterlassen. Auch ihn galt es noch zu besuchen, wenn es Acidinus Zeit zulassen würde. Doch im Moment hatten private Dinge zurückzustehen. Denn nicht nur der Posten des Primus Pilus war vakant, auch galt es den Führungsstab, nach Anweisung des Ersten Konsuls, auf 13 Offiziere zu erweitern und den Abschied von vier Offiziere auszugleichen, denn der Tribunus Angusticlavius Placus Siccius Fronto, der Praefectus Extraordinarii Tertius Papirius Durio, der Tribunus Angusticlavius Titus Egnatius Pelagius und der Magister Equitum Gaius Sextius Lateranus hatten ihren Rücktritt eingereicht und waren aus dem Militärdienst ausgeschieden um sich der Politik zu widmen, für alle vier musste Ersatz gefunden werden. So stand Acidinus nun vor dem Dilemma insgesamt acht neue, und vor allem brauchbare, Offiziere finden zu müssen, bevor der Senat Befehl zu einem neuen Feldzug gab.

Während Acidinus noch Akten wälzte und Erkundigungen über Offiziere einholte, begannen die Etrusker eine Blockadeoffensive gegen römische Häfen um den Handel der Republik nachhaltig zu stören. Zu Lande konnten die Etrusker Rom nicht mehr das Wasser reichen so versuchten sie es trotz zahlreicher Niederlagen weiter auf dem Seeweg. Die Häfen der Städte Cannae, Tarentum und Syracusae sollten durch eine Blockade gesperrt werden. Jedoch konnte die "Classis Tertia" eine Blockade Syracusaes verhindern indem sie die etruskische Blockadeflotte frühzeitig attackierte und vertrieb. Die Etrusker verloren in diesem kurzen Kampf etwa 130 Männer, auf römischer Seite waren 260 Mann gefallen und weitere 40 verwundet worden. Die Blockade um Tarentum konnten die Etrusker noch aufbauen, aber kurz darauf wurde sie von der auslaufenden "Classis Secunda" auch schon wieder durch einen Angriff gebrochen. 150 Tote und 30 Verwundete auf römischer und 120 Tote auf etruskischer Seite waren das Ergebnis dieses kurzen Geplänkels.

Es dauerte über ein halbes Jahr, aber nachdem Caius Manlius Acidinus fast alle Offiziere zusammen hatte, eine Stelle blieb unbesetzt und somit waren nur 12 Offizier im Stab eingesetzt, und der Stab umstrukturiert war, hatte die Legion ein fast vollständig neues Gesicht erhalten. An ihrer Spitze blieb der erfahrene Legatus Legionis Caius Manlius Acidinus, weiterhin sein Stellvertreter war der Tribunus Laticlavius Gaius Livius Metellus.

Als Praefectus Extraordinarii und Kommandeur der I. und II.Ala der Extraordinarii fungierte nun der von der Legio "Consularis Secunda" gekommene Vibius Labienus Pilus, der seit 18 Jahren diente und auch für Tapferkeit in der Schlacht ausgezeichnet worden war. Neuer Magister Equitum, Befehlshaber der römischen Reiterei und damit formell der dritthöchste Offizier der Legion wurde Quintus Tullius Varro, der auf eine elfjährige Laufbahn zurückblicken konnte, die ihn jedoch nicht im Kampfeinsatz sah.

Der Praefectus Auxiliares, dem die IV. und V.Ala und XIII. und XIV.Kohorte unterstanden, blieb Lucius Sicinius Rufus, der bereits nach der Eroberung Arretiums zur Legion gestoßen war. Die I.Kohorte unterstand dem neuen Primus Pilus Caius Valerius Seianus, einem sehr erfahrenen Mann der sich innerhalb von 15 Jahren in der Legio „Senatorius Prima" und der Legio "Senatorius Prima Nova" nach oben gedient hatte und während der Meuterei innerhalb der Legio "Senatorius Prima" der Republik treu geblieben war. Er wurde als kampferprobter Soldat bereits zweimal für Tapferkeit in der Schlacht ausgezeichnet.

Die II.Kohorte, die von den Evocati gebildet wurde, unterstand dem Praefectus Evocati Titus Decimius Symmachus, ebenfalls ein altgedienter und mehrfach ausgezeichneter Veteran, den Acidinus von der Legio "Consularis Quarta" geholt hatte. Der neue Tribunus Angusticlavius I wurde der ehemalige Tribunus Angusticlavius III der Legion, Aulus Volcatius Libo, dieser diente bereits seit acht Jahren unter Acidinus und gehörte zu den Offizieren die ihrem Legaten während der Meuterei die Treue gehalten hatten, ihm unterstanden die III. und IV.Kohorte.

Als Tribunus Angusticlavius II kommandierte Nero Claudius Germanicus, der nach der Meuterei in der neuen Legio "Senatorius Prima Nova" seinen Militärdienst begann, die V. und VI.Kohorte. Der vormalige Tribunus Angusticlavius II Marcus Veturius Crassus, ein trotz seiner Jugend bereits erfahrener Offizier, der seine Karriere in der Legio "Senatorius Prima" begonnen hatte, war nun zum Tribunus Angusticlavius III ernannt worden und befehligte die VII. und VIII.Kohorte.

Neuer Tribunus Angusticlavius IV und Befehlshaber der IX. und X.Kohorte wurde Lucius Valerius Cotta, dieser war trotz fünfjähriger Dienstzeit in der Legio "Consularis Prima" relativ unerfahren. Quintus Sulpicius Galus, auch dieser, von der Legio "Consularis Sexta" versetzte, Offizier konnte trotz sechs Jahren Militärdienst keine Schlachterfahrung aufweisen, nahm den Posten des Tribunus Angusticlavius V und Befehlshabers der XI. und XII.Kohorte ein, der ebenfalls das Kommando über die schweren Waffen der Legion hatte.

Diese Offiziere sollten nun zukünftig die Legion während der Feldzüge und in den Schlachten führen und zahlreiche Siege für die Republik erkämpfen.


* * * * * *


Der neue amtierende Erste Konsul Marcus Fabius Dorsuo eröffnete die von ihm einberufene Senatssitzung mit einer Rede zur Lage der Republik. Er begann seine Rede mit dem Informieren der Senatoren, über die von ihm durchgeführte Untersuchung der Arbeit der Statthalter und deren Ereignis, sowie den Grund dieser Untersuchung. Nachdem er ausführlich darüber berichtet hatte, kam er zu seinem eigentlichen Hauptanliegen. Er legte dar, dass die Republik seit vierzig Jahren Krieg gegen verschiedene Völker geführt habe und ihr Herrschaftsgebiet imposant vergrößert hatte. Die Schattenseite dieses Erfolges war die andauernde Belastung der Bürger Roms durch hohe Steuern, Missernten, Hungersnöte, Seuchen, marodierende feindliche Truppen. Das Volk habe die Grenze der Belastbarkeit schon vor langem erreicht und seit vielen Jahren überschritten. Es sei daher an der Zeit etwas zu unternehmen um das Volk zu entlasten, zumal die Republik finanziell so gut da stand wie schon lange nicht mehr. Die Staatskasse verfügte über 700.000 Aurei (17.500.000 Denare), zudem waren 1.710.000 Aurei (42.750.000 Denare) in Baumaßnahmen in den Provinzhauptstädten und in Rom selbst investiert. Ferner unterhielt man zwölf Legionen und drei Flotten, deren Kosten, 365.000 Aurei (9.125.000 Denare), man ohne weiteres tragen konnte und trotzdem jährlich einen satten Gewinn in der Staatskasse verzeichnete, zuletzt 190.000 Aurei (4.750.000 Denare). In Anbetracht dieser Tatsachen stellte der Konsul den Antrag alle römischen Bürger von den direkten Steuern (Grund- und Kopfsteuer) zu befreien und den Staatshaushalt nur noch durch indirekte Steuern (Zölle, Wege- und Nutzungsgelder) zu bestreiten. Zu diesen kämen dann auch noch die Einnahmen der Republik durch den Handel, welche allein im letzten Jahr 540.000 Aurei (13.500.000 Denare) betragen hatten.

Seitens des Senators Publius Serius Syrus erhielt der Konsul vollste Zustimmung zu seiner Entscheidungsfreudigkeit und seines Einsatzes bei der Untersuchung der Statthalter. Er war hocherfreut, dass ein Konsul gewählt worden war, der sich nicht scheute Probleme beim Namen zu nennen und anzugehen, um sie aus der Welt zu schaffen. Auch begrüßte er den Antrag des Konsuls zu Steuersenkungen und unterstützte ihn aus voller Überzeugung. Zugleich brachte er auch einen eigenen Antrag ein. Dieser Antrag beinhaltete einen umfassenden Militärschlag gegen alle Völker und Städte südlich der Alpen. Die Grenzen Roms sollten an die Alpen heran geschoben und die Alpenpässe gesperrt werden. Dadurch sollten die Gebiete der Republik nachhaltig geschützt werden. Dazu bedurfte es eines Schlages gegen Ariminum und Patavium, welche etruskisch waren, gegen Genua, welches gallisch war sowie gegen Mediolanum, dessen Herrscher in den letzten Jahren abwechselnd griechisch und gallisch gewesen waren. Bei Mediolanum sollte eine diplomatische Lösung zum Tragen kommen, sofern die Stadt von den Griechen beherrscht wurde, Syrus wollte den karthagischen Verbündeten nicht verärgern.

Der neue Senator Marcus Quintilius Nerva ergriff als erster der Senatoren das Rederecht. Zuerst beglückwünschte er den Konsul Dorsuo zu seiner Wahl, war dieser doch der direkte Nachfolger des nunmehrigen Senators Nerva, und auch zu dem Elan mit dem Dorsuo sein Konsulat anging. Ebenso unterstützte er wie Senator Syrus den Antrag des Konsuls auf Steuersenkungen, sah er doch darin Weitsicht und Vernunft. Seiner Meinung nach würde das Volk nur die Politik des Senats mittragen und unterstützen wenn es zufrieden mit seinem Leben war. Auch für Senator Syrus hatte Nerva Lob, die gezeigte Initiative war bewundernswert, jedoch kam er nicht umhin seinen Kollegen auch gleichzeitig zu zügeln. Er stimmte zu, die Heimat musste geschützt werden, aber weniger mit Krieg als mit den Mitteln der Diplomatie. Ein Krieg mit den Etruskern mochte seine Berechtigung haben, aber nicht ein Krieg mit den gallischen Stämmen, die seit Jahren friedlich an Roms Grenzen lebten, ebenso wenig ein Krieg mit den Stadtstaaten Griechenlands mit denen man sich beileibe schon lange genug bekriegt hatte und den daraus resultierenden Verlust des Bündnisses mit Karthago. Daher plädierte Nerva für Frieden mit den Etruskern und für ein Bündnis mit den Galliern. Natürlich sollte Rom sich nicht blind auf Bündnisse verlassen, es musste eine sichere Grenze geben, aber dazu brauchte man keinen Feldzug zu führen wie ihn Senator Syrus vorschlug. Bei Bedarf sollte ein Feldzug gegen Ariminum das gewünschte Ergebnis bringen.

Senator Syrus machte deutlich, dass auch für ihn ein Krieg gegen die Griechen vorerst nicht zu verantworten war und Mediolanum auf anderem Wege in den Besitz Roms gelangen musste. Den Krieg mit den Galliern musste es geben um paradoxerweise dem Vormarsch der Griechen Einhalt zu gebieten, denn diese seien im Begriff die gallischen Stämme vollends zu unterwerfen. Und auch die Fortsetzung des Krieges gegen die Etrusker war notwendig, die Vergangenheit habe bewiesen, dass ihnen nur mit Waffengewalt begegnet werden konnte. Die Zeit für den endgültigen Untergang der Etrusker war jetzt gekommen und Rom musste zuschlagen solange der Feind geschwächt war.

Senator Nerva entgegnete Rom sei selbst für die Situation mit den Etruskern verantwortlich, denn es war Rom, genauer gesagt der Senat, dass das Bündnis mit den Etruskern brach und welches Truppen gegen Veii schickte, es eroberte und Soldaten und Zivilisten abschlachtete. Er könne es den Etrusker nicht verdenken, dass sie seitdem den Krieg konsequent am Leben erhielten und führten. Senator Syrus verstand durchaus die Beweggründe Senator Nervas, aber im Falle der Etrusker konnte er ihn nicht in dem Bestreben unterstützen Frieden mit den Nachbarn Roms zu halten, zumal er auch seitens der Etrusker keinerlei Verhandlungsbasis sah, da diese zu sehr in den Wurzeln ihres Hasses gegen Rom verhaftet seien.

Nun meldete sich auch der Senator Marcus Cominius Auruncus zu Wort. Seiner Ansicht nach vernachlässigte der Plan von Syrus eine wichtige Komponente und damit ein immanentes Risiko: die Griechen. Denn ein Angriff auf Patavium und die Einnahme der Stadt würde bewirken, dass man sich dann von zwei Seiten den Griechen gegenüber sah und ein Krieg dann nur eine Zeitfrage sei. Zu fürchten brauchte man die Griechen nicht, allerdings würde ein Krieg mit ihnen neuen mächtigen Feind aufwerfen: Karthago

Senator Syrus versuchte den Senatoren klar zu machen, dass nach einer Niederlage der Gallier das Ziel der Griechen Rom sein würde. Daher musste die Chance genutzt werden ihrem Treiben einen Riegel vorzuschieben. Und der effizienteste Abwehrriegel gegen Expansionen waren die Alpen und deren bewachte und gesperrte Pässe. Nicht zuletzt war dies aber auch eine Frage der militärischen Ressourcen und der Krieg würde in Zukunft nicht mehr in den Heimatländern der Soldaten Roms stattfinden sondern weit außerhalb der Heimat. Es würde zudem einmal der Zeitpunkt kommen an dem Rom seine Interessen auf die Gebiet jenseits der Alpen und der Meere richten würde um seine Feind zu besiegen. Mit einem gesicherten Hinterland konnte man solche Unternehmen besser durchführen als wenn man immer noch ein Auge darauf haben musste, dass sich keine Feinde auf die Heimat stürzten.

Quintus Ticina Lupus schlug nun vor, eine Revolte in Mediolanum anzuzetteln um ohne Krieg mit den Griechen an die Stadt zu kommen und man damit das Bündnis mit Karthago erhalten konnte. Außerdem schlug er vor sich neue Bündnispartner zu suchen, die Rom in einem eventuellen Kampf gegen die Griechen unterstützen würden, beispielsweise die mächtigen Herrscher jenseits des Mare Aegeum. Senator Syrus merkte an, dass im Falle eines Krieges gegen die Griechen Karthago nicht zwangsläufig auf der Seite der Griechen stehen würde. Trotzdem sollte man sich neue Verbündete suchen um auf alles gefasst zu sein. Vielleicht konnte man auch das mächtige Perserreich aus dem Osten dazu bringen sich gegen die Griechen zu wenden.

Der erste Konsul legte nun den Senatoren einen Bericht des Geheimen Sonderdienstes vor, der die neuesten Erkenntnisse zur Lage an den Grenzen beinhaltete:


Bericht des Geheimen Sonderdienstes
- Lagebeurteilung Nordgrenze -




I. Griechen

Nach dem Friedensschluss mit Rom auf Betreiben Karthagos haben die griechischen Stadtstaaten begonnen durch ein ausgeklügeltes Bündnissystem und aggressive Expansion eine Machtposition aufzubauen die ihresgleichen sucht.

Militärisch haben sie Griechenland komplett erobert, ebenso die dalmatische Küste sowie alle daran angrenzenden Gebiete bis hin zum Danubius. Ihre derzeitigen Bemühungen laufen auf eine Eroberung Byzantiums hinaus so wie die Erreichung einer allgemeinen Grenze Danubius. Ebenso haben sie sich in den Besitz des Gebietes Raetia gebracht und kontrollieren somit einen Zugang durch die Alpes. Auch im Gebiet der Gallier haben sie Fuß gefasst und ihr Gebiet um Massilia Richtung Norden erweitert.

Sie haben ein Bündnissystem mit den Etruskern, dem mächtigen Reich der Perser im Osten, mit den barbarischen Stämmen der Britannier und Iberer, sowie mit Karthago. Das Volk der Daker haben sie komplett unterworfen und zu einem treuen Vasallen gemacht.

Krieg führen die Griechen im Moment nur mit den Galliern und Germanen.


II. Etrusker

Die Etrusker liegen militärisch fast vollkommen am Boden, aber aufgrund ihres, bereits seit langem, anhaltenden Bündnisses mit den Griechen sind sie wirtschaftlich sehr gefestigt und in der Lage innerhalb kurzer Zeit neue Armeen auszuheben. Die Etrusker haben einen Großteil ihres ehemaligen Gebietes an Rom verloren, aber haben sich im Gebiet um Patavium eine Machtbasis verschafft wo sie von drei Seiten aus von ihren Verbündeten, den Griechen, vor Feinden beschützt werden.

Einziger Feind der Etrusker ist Rom, dagegen sind sie voll im griechischen Bündnissystem integriert und mit den Britanniern und Iberern eng verbunden.


III. Gallier

Das gallische Herrschaftsgebiet ist mittlerweile total zersplittert, militärisch und wirtschaftlich sind sie am Boden. Die Griechen haben sie in enger Zusammenarbeit mit den Britanniern und Iberern an den Rand des Untergangs gedrängt.

Die Oppidien Gergovia, Darioritum, Pallantia und Emporion stehen kurz vor dem Fall. Einzig Numantia kann sich bisher gegen die Iberer behaupten.

Jedoch haben die Gallier Maßnahmen getroffen um ihr Überleben zu sichern. Im Gebiet der Vindelicer haben sie ein Oppidum erobert, jedoch werden sie dort von den Britanniern bereits bedrängt. Berichten zufolge wurde ihnen erlaubt sich im Gebiet der Germanen, den einzigen Verbündeten die die Gallier noch haben, anzusiedeln. Die Lage des Oppidums ist nicht bekannt. Auch gibt es Berichte wonach die Gallier ebenfalls Zuflucht bei den Bastarnern im Osten gesucht haben, wo sie ebenfalls ein Oppidum aufbauen durften.


IV. Iberer und Britannier

Die Iberer und Britannier sind die beiden Völker die einen enormen Vorteil aus dem Bündnis mit den Griechen gezogen haben.

Die Britannier haben bereits vier Provinzen auf dem Festland erobert, zuletzt eine an die Alpes grenzende Provinz, im Lande der Helvetier, wodurch sie einen Pass kontrollieren durch den sie Truppen nach Mediolanum schicken können.

Die Iberer haben fast ganz Hispanien erobert, die wenigen gallischen Oppidien fallen in Bälde. Auch in die Gallia Comata sind sie eingedrungen und haben fast den ganzen Westteil der Gallia erobert.



Senator Syrus sah sich durch diesen Bericht bestätigt und er hoffte eine Wirkung bei den Senatoren erkennen zu können. Allein die Griechen zu bekämpfen würde Roms ganze Kraft benötigen, sollten sich Iberer und Britannier entschließen ihrem Bündnispartner zur Seite zu stehen konnte dies unabsehbare Folgen haben.

Auch Senator Nerva sah sich bestätigt. Es durfte keinen Krieg mit den Galliern geben, im Gegenteil musste nun ein Bündnis angestrebt werden und die Gallier mussten aktiv unterstützt werden. Auch zeigten die Meldungen, dass ein Angriff auf Patavium ein riskantes Unterfangen wäre. Daher erneuerte Senator Nerva seinen Vorschlag zu einer, wie er es nannte "kleinrömischen" Lösung: Ariminum erobern und eine sichere und leicht zu verteidigende Grenze zu schaffen, jedoch nicht in den Alpen sondern südlich des Padus.

Senator Syrus ließ sich zumindest in der Gallier-Frage von seinem bisherigen Standpunkt abbringen, aber mehr aus dem Grund, dass die Lage der Gallier bedeutend prekärer war als er es vermutet hatte, somit schien es ihm als dienlich die Gallier zu Bündnispartnern zu machen. Jedoch musste gegen die Griechen etwas unternommen werden. Quintus Ticina Lupus erwog nun auch in Anbetracht der Lage, die Etrusker endgültig zu vernichten, und sei es nur um das griechische Bündnissystem aus den Fugen zu heben. Von einem Krieg mit den Galliern nahm er wie Syrus Abstand.

Senator Nerva ließ sich in seinem unerschütterlichen Glauben an die Bündnistreue der Karthager nicht beirren. Wenn man nicht gegen die halbe Welt Krieg führen wollte, durfte Rom die Griechen nicht zuerst angreifen, sondern musste deren Angriff abwarten um Karthago auf seine Seite zu ziehen, eventuell sollte man die Griechen auch zu einem Angriff reizen, wenn es schon zu einem Krieg kommen musste. Des Weiteren unterstützte er den Vorschlag von Quintus Ticina Lupus in Mediolanum durch eine angezettelte Revolte für Unruhen zu sorgen. Ein Bündnisabschluss mit den Galliern war nun ebenfalls von oberster Priorität und musste schnellstens erfolgen.

Senator Syrus gab zu Bedenken, dass sich die Gallier nur halten können, wenn Rom den Griechen die Möglichkeit nehmen würde Verstärkungen zu schicken, dazu bedurfte es jedoch der Alpengrenze und einer Unterwerfung der Etrusker. Lucius Caecilius Metellus meldete sich schließlich mit einem, für ihn eher ungewöhnlichen, Vorschlag zu Wort. Seiner Meinung nach würde es auf jeden Fall zu einem Krieg mit den Griechen kommen, von daher sollte man lieber selbst die Initiative ergreifen und hart zuschlagen. Auch brauche man keine Rücksicht auf Karthago zu nehmen, dies habe man schließlich lange genug getan. Zumal Rom kein kleiner Stadtstaat mehr war, der das mächtige Karthago fürchten musste. Er schlug daher vor mit drei Legionen gleichzeitig gegen Mediolanum, Ariminum und Patavium zu marschieren. Dadurch wären die Etrusker vernichtet und die Alpengrenze konnte Realität werden.

Senator Syrus war von dem Vorschlag des Senators Metellus sehr überrascht, gerade von ihm hatte er eine solche Entschlussfreudigkeit nicht erwartet. Er sagte ihm deshalb auch umgehend Unterstützung für seinen Vorschlag zu. Senator Metellus schlug daraufhin vor, um Senatoren wie Marcus Quintilius Nerva zu gewinnen, den Etrusker ein militärisch unbedeutendes Corsica zurückzugeben, natürlich ohne jedwede militärische Einrichtung, und diese dorthin „umzusiedeln“ bevor der große Schlag gegen Patavium und Ariminum anlief. Zwar hielt Senator Nerva den Vorschlag für diskutabel, aber er zweifelte, dass der Senat Boden für den römisches Blut vergossen wurde, einfach so verschenken würde, zumal an einen Feind mit dem man im Krieg stand.

Luca Iulius Cinna Magnus Offline




Beiträge: 9.697

09.08.2008 13:37
#2 RE: Kapitel VIII Thread geschlossen

Senator Titus Persius Felix fand den von Senator Metellus gemachten Vorschlag zu riskant, ein Misserfolg konnte die Republik in ernsthafte Gefahr bringen. Der Gegner wäre klar in der Überzahl, wurde auf eigenem Territorium kämpfen und hätte die kürzeren Nachschubwege. Auch dem Vorschlag der Rückgabe Alalias stand er ablehnend gegenüber. Er stand hingegen dem Vorschlag von Senator Lupus wohlwollend gegenüber und sprach sich für einen Angriff auf Ariminum aus. Die Eroberung der Stadt würde der Nordgrenze Stabilität verleihen. Er regte zudem an ein Unternehmen gegen die Stadt Massilia ins Auge zu fassen um den Griechen einen Überraschungsschlag zu versetzen.

Senator Nerva zeigte sich hocherfreut über die Aussagen des Senators Felix und wies Lucius Caecilius Metellus dahin gehend zurecht, dass er wohl ein falsches Bild von ihm habe wenn Metellus wirklich glaube ihn, Nerva, mit seinem Angebot ködern zu können. Er stand nach wie vor zu seiner Unterstützung des Vorschlags von Senator Lupus, ebenso war es ihm zu riskant römische Truppen über den Padus in das Herrschaftsgebiet der Griechen und Etrusker zu entsenden. Wozu er geneigt war zuzustimmen, war ein Überraschungsangriff an einer beliebigen Stelle, wie z.B. von Senator Felix vorgeschlagen die Stadt Massilia, und damit die Griechen empfindlich zu treffen.

Senator Syrus sah allerdings in der Eroberung Massalias wenig Sinn. Weder würden die Griechen von den Etruskern abgeschnitten, noch die Gallier entlastet, sondern vielmehr dem Angriff anderer Feinde preisgegeben. Er war ebenso dagegen sich hinter den heimischen Grenzen zu verschanzen und der Dinge die da kommen mögen zu harren. Er bezweifelte auch die Ansicht einiger Senatoren, dass die Griechen und Etrusker drei römischen Legionen überlegen wären. Die Etrusker waren gar nicht in der Lage einem massierten römischen Angriff standzuhalten. Syrus sah die Stärke der für das Unternehmen vorgeschlagenen Truppen als absolut ausreichend an, sowohl zur Eroberung als auch zur Verteidigung des eroberten Gebietes. Er ersuchte den Konsul diesbezüglich die aktuellen Truppenzahlen vorzulegen um besser abschätzen zu können, welche Kräfte gebraucht wurden.

Senator Felix wollte eine weitere Wortmeldung abwarten bis der Konsul die neuesten Zahlen vorgelegt hatte und man sich ein besseres Bild machen konnte. Konsul Dorsuo erläuterte darum die aktuell vorliegenden Zahlen:

Die Etrusker verfügten über 12.000 Mann in Ariminum, sowie 5.000 Mann in Patavium sowie 5.000 südlich des Padus. Derzeitige Gesamtstärke der Etrusker: 22.000 Mann.

Die Griechen verfügten in Mediolanum über 14.000 Mann, weitere 12.500 Mann standen nahe der Stadt. Von Massilia marschierten zu dieser Zeit weitere 18.000 Mann heran. In den Gebieten nördlich Patavium, welche die Griechen beherrschten, standen weitere 25.000 Mann. Auch aus Dalmatien konnten schnell Verstärkungen herangeführt werden. Gesamtstärke der Griechen: unbekannt, in der Nähe zur römischen Grenze mindestens 69.500 Mann.

Senator Syrus führte nun an, ein Angriff gegen Massilia könnte dazu führten das kurze Zeit später Krieg mit den Iberern und Britanniern ausbrechen könnte, da man dann zu diesen Völkern eine Grenze hatte. Erschwerend zu diesem Plan kam hinzu, dass ein erobertes Massilia von der Republik abgeschnitten sei und über See versorgt werden müsse. Auch die Legio "Senatorius Prima Nova" wäre weit weg von römischem Gebiet und würde, wenn sich die Griechen von der Überraschung erholt hatten und einen Gegenschlag gegen die Republik durchführten, bei der Verteidigung der Heimat fehlen. Deshalb musste es eine schlagkräftige Aktion geben, wie sie bereits von ihm selbst und Senator Metellus vorgeschlagen wurde. Eventuell sollte man dabei aber auf eine Dreiteilung der Streitkräfte verzichten und erst zwei Ziele gleichzeitig angreifen, ehe man sich dem dritten Ziel zuwandte.

Senator Nerva hatte in dieser Hinsicht nicht Syrus’ Zuversicht. Selbst drei Legionen über den Padus zu schicken war keine Erfolgsgarantie. Soweit es ihn anging, würde er einem solchen Unternehmen keine Zustimmung geben. In seinen Augen würde man so unnütz zehntausende römische Soldaten in den Tod schicken und er war der Hoffnung, dass es genug Senatoren gab, die so dachten wie er. Senator versuchte Nerva nun mit dem Hinweis zu überzeugen, dass in einigen Jahren nicht 70.000 Griechen auf sie warten würden, sondern mehr als 100.000. Er war nicht bereit diesen Moment abzuwarten, es würde Opfer geben, aber sie wären geringer als wenn die Griechen mit dreifacher Stärke über die Republik herfielen.

Nachdem sich Senator Marcellus die Worte seiner Mitsenatoren angehört und die daraus resultierende Debatte genauestens verfolgt hatte, stand er auf, breitete die Arme aus und begann mit lauter und fester Stimme zu sprechen. Er beharrte auf der Vernichtung der Etrusker und der Vertreibung aller Feinde aus italischen Gebieten, daher unterstütze er den Vorschlag von Senator Syrus. Auch einen Krieg gegen die Griechen würde es geben, früher oder später. Jedoch wäre Rom gut beraten noch nicht offen gegen die Griechen Position zu beziehen, sondern dies vorerst nur im Geheimen zu tun. Ebenso sicherte er seine Unterstützung bei den Steuersenkungen zu und forderte auch eine genauere Untersuchung gegen die korrupten Statthalter sowie einen Prozess bei dem er gerne als Ankläger fungieren werde.

Senator Nerva sah die Debatte an einem toten Punkt, keine der Seiten würde von ihrer Meinung abrücken. Seinem Kollegen Syrus zugewandt, meinte er, dass weder Syrus noch er sagen können was die Zukunft bringt. Vielleicht würden die Vorhersagen von Syrus eintreten oder auch nicht. Was aber sicher sei, sei sein Standpunkt keine römischen Soldaten in eine Falle der Griechen zu senden und auch nicht zu versuchen die Grenzen der Republik unnütz auszudehnen oder utopische Grenzen zu ziehen. Sollte es Krieg mit den Griechen geben, dann würde man sie erwarten, auf römischem Boden und sie dort verbluten lassen. Er war weiterhin gewillt einem begrenzten Militärschlag gegen Ariminum seine Zustimmung zu geben, im äußersten Fall einem Überraschungsschlag gegen Massilia bei einem guten Plan. Alles andere kam nicht in Frage.

Titus Persius Felix zeigte sich zwar schockiert über die zahlenmäßige Stärke der griechischen Truppen, jedoch sah er keine der angesprochenen Nachteile so schwerwiegend wie sie dargestellt wurden. Er sah im Gegenteil, mit den drei Legionen die für einen Angriff freigemacht werden sollten, gute Chancen, Ariminum zu erobern, die Nordgrenze zu verteidigen sowie trotzdem den Schlag gegen Massilia zu führen. Verpflegung und Verstärkung könnten dafür über Corsica laufen, auch stände mit Corsica eine Rückzugsmöglichkeit offen, wenn es notwendig werden sollte, und trotzdem wäre die Heimat gesichert. Bei einer Offensive könnten, schon durch einen Frontzusammenbruch einer einzigen Legion, die gesamten Provinzen gefährdet sein, denn die Griechen könnten bequem bis Rom durchmarschieren. Von Senator Felix wurde nun eine Stellungnahme des Legatus Legionis der Legio "Senatorius Prima Nova", Caius Manlius Acidinus, erwartet.

Quintus Furius Hortensis ergriff jedoch das Wort. Er war der gleichen Meinung wie Syrus und Marcellus. Sicherheit konnte es nur geben, wenn alle Städte diesseits der Alpen römisch seien. Ebenso mussten die Etrusker nun endgültig vernichtet werden, es durfte nicht länger gezögert werden. Eine Umsiedlung der Etrusker kam für ihn nicht in Frage, Rom müsse mit allen militärischen Mitteln losschlagen und das Werk vollenden. Ebenso wenig kam ein Unternehmen gegen Massilia in Betracht. Der Feind war an der Grenze zu schlagen und nicht fern der Heimat. Allein die erwartete Beute aus diesem Feldzug würde die geplante Steuersenkung, die er im Übrigen voll und ganz unterstütze, möglich machen ohne das die Republik auch nur den geringsten Schaden daran nehmen würde. Auch Senator Syrus versuchte durch weitere Worte, weitere Senatoren von der Richtigkeit eines solchen Unternehmens zu überzeugen. Senator Nerva wollte nun wie auch Senator Felix die Einschätzung von Caius Manlius Acidinus hören und erbat seine Meinung zu den gemachten Vorschlägen.

Senator Felix stellte aber zuerst die Frage nach dem Nutzen der Vernichtung der Etrusker, sei es doch klüger diese als Klotz am Bein ihrer Verbündeten, der Griechen, zu belassen, damit sie nur eine Last für diese seien. Militärisch stellten die Etrusker zumindest keine Gefahr mehr für Rom dar. Quintus Fabius Marcellus plädierte erneut für ein schnelles, hartes und präzises Zuschlagen und das so bald wie möglich. Denn noch waren die Griechen mit den Galliern beschäftigt, ein Angriff Roms auf die Griechen würde diesen einen Zweifrontenkrieg aufzwingen, daher tat Eile Not. Er vertraute zudem ganz auf die römische Armee, die in seinen Augen die beste weit und breit war und an deren Spitze fähige Offiziere standen.

Titus Persius Felix stellte nun klar, dass dieser beabsichtige Angriff auf Massilia eben dem Ziel dienen würden den Griechen einen Zweifrontenkrieg zu bescheren. Zumal dann ein Angriff auf Mediolanum möglich wäre, in dem man die Alpenpässe nutzte, dies würde die Griechen überraschen. Senator Syrus hatte jedoch starke Einwände gegen den Angriff, denn er wäre nur praktikabel wenn keine Gefahr für die Republik aus dem Norden drohte. Außerdem hätte Rom dann ebenfalls eine zweite Front, nämlich gegen Iberer und Britannier und müsste starke Verbände um Massilia konzentrieren, zudem die Griechen auch ihrerseits die Pässe über die Alpen sperren konnten und somit der Plan von vornherein vereitelt wäre.

Senator Felix widersprach Syrus dahingehend, dass ein Angriff nach Norden die Möglichkeiten einer wirksamen Verteidigung schmälern würde. Auch ein Krieg gegen die Briten und Iberer war nicht zwingend, hatten doch beide Seiten keinen Grund ihn zu führen. Und auch wenn er geführt werden würde, konnten sich die Barbaren nicht mit der römischen Kriegskunst messen.

Caius Manlius erhob sich schließlich um zu den Senatoren zu sprechen. Sein Blick war ernst und während der Reden der Senatoren waren von ihm mehr als einmal Kopfschütteln und Worte des Missfallens zu vernehmen: Der Senat handele wie immer und nehme seine Entscheidungen zu leicht, was auch nicht verwunderte, die Senatoren konnten zu Hause den Ausgang solcher Unternehmen abwarten und mussten nicht auf dem Schlachtfeld stehen. Acidinus lehnte es ab mit drei Legionen den Padus zu überschreiten wo auf der Gegenseite 90.000 Feinde warteten, die auch noch von drei Seiten angreifen konnten und denen z.T. Truppen gegenüberstanden die keinerlei Kampferfahrung hatten. Dies konnte nur im Untergang der Legionen enden. Auch war er strikt dagegen einen Krieg mit den Griechen vom Zaun zu brechen, die mittlerweile die unbestrittene Seemacht im Mare Internum waren. Innerhalb eines halben Jahres würden die Griechen die Flotten Roms vernichtet haben und die Häfen der Republik blockieren und ihr so die Lebensadern durchtrennen. Acidinus gab Senator Felix Recht, wenn die Front bräche stünde nichts mehr, außer einer Garnisonslegion, zwischen Rom und den Griechen. Einem Unternehmen gegen Ariminum räumte er sehr gute Chancen ein und hielt dies absolut für durchführbar, ebenso wie die Schürung einer Revolte in Mediolanum, die man auch ausnutzen konnte um weiter vorzugehen.

Senator Syrus sah nun die Notwendigkeit endgültig zu klären ob die Republik Truppen über den Padus schicken sollte, gegen wen war zweitrangig. Von dieser Entscheidung hing alles weitere ab. Senator Auruncus bekräftigte erneute seine Ablehnung, Aber auch Syrus selbst hatte ebenfalls umgedacht, ein Angriff auf Patavium schien nun selbst ihm in der ursprünglichen Variante zu gewagt, weshalb er nun einen neuen Plan erdacht hatte. Anstatt zweier Legionen die die Legio "Senatorius Prima Nova" unterstützen sollten, schlug er nun den Einsatz dreier Legionen vor. Die "Prima Nova" und zwei konsularische Legionen sollten nun über See nach Ligurien geschafft werden, von wo aus diese Truppen beginnen sollten die Alpenpässe zu sperren. Währenddessen sollte die dritte konsularische Legion bei Arretium abwarten bis der eigentliche Angriff auf Mediolanum begann und dann auf Ariminum vorrücken. Schließlich sollten drei Legionen den Angriff auf Patavium führen, soweit der Plan des Senators Syrus.

Decius Antonius Laenas sprach schließlich als einer der wenigen die bisher nur die Debatte verfolgt, aber nichts zu ihr beigetragen hatten. Er, der er sich gerne Mann des Volkes nannte, versuchte dem Senat die Sicht des Volkes nahe zu bringen. Das Volk wollte eine sichere Grenze, die aber nicht unbedingt an den Alpen verlaufen musste, es wollte endlich Frieden nach nunmehr vier Jahrzehnten andauernden Krieges, es wollte niedrige Steuern, genug zu Essen, Wohlstand und das seine Männer, Brüder, Söhne und Väter nach Hause kamen. Er kritisierte auch Senator Syrus für seine Verdammung der Griechen zum Feindbild Roms, obwohl die Griechen seit Jahren der beste Handelspartner der Republik waren, doch verstand er Syrus’ Sorge um die Republik die ihn trieb. Er stimmte aber der vorherrschenden Meinung zu, die Etrusker weiter als Feind zu behandeln, jedoch musste dies nicht zur endgültigen Auslöschung eines ganzen Volkes führen. Er sprach darüber hinaus Senator Nerva seinen Respekt und seine Bewunderung aus, für die Vehemenz mit der er der Vernichtung der Etrusker entgegenwirkte, und dies obwohl er selbst einst als Held aus den Etruskerkriegen zurückkehrte. Dies machte Nerva in Laenas’ Augen zu einem wahren Römer. Man sollte den Etrusker mit Achtung, Wohlwollen und Vertrauen begegnen und ihnen die Chance zum Überleben geben. Daher empfahl er mit den Etruskern Frieden zu schließen und dies als letzte Chance für ein friedliches Miteinander zu sehen. Vorher war er nicht bereit Truppen über den Padus zu schicken.

So stand nun die Entscheidung über den Einsatz von römischen Truppen jenseits des Padus kurz bevor. Senator Nerva appellierte daher an den Senator Metellus, der noch nicht abgestimmt hatte, seine Entscheidung wohl zu bedenken und nicht über das Knie zu brechen. Senator Syrus betonte, dass es fürwahr eine schwere Entscheidung war, aber die Republik befinde sich an einem Scheidepunkt und es musste ein Weg eingeschlagen werden, dem man dann unweigerlich folgen musste. Auch Senator Marcellus wandte sich nochmals an den Senat, er geißelte die Aktionen der Etrusker in der Vergangenheit und nannte sie die Erbfeinde Roms. Dieser Feind musste vernichtet werden und auch die Griechen stellten eine Gefahr dar für den Frieden, die Freiheit und den uneingeschränkten Handel der Republik. Das sich diese beiden Völker, obwohl auch seit vielen Jahren eigentlich verfeindet, entschlossen haben ein Bündnis miteinander zu schließen, sagt mehr als tausend Worte über ihre Ziele aus. Die Griechen bedrohten mit ihrer Expansion den Frieden und die Eigenständigkeit der Welt und würden bald die Republik von allen Seiten eingekreist haben. Dies galt es zu verhindern.

Senator Nerva betonte noch einmal das die Taten der Etrusker wohl einzig ihrem Sinn nach Überleben entsprangen und nicht dem Wunsch Rom zu unterjochen. Ebenso widersprach er Senator Marcellus darin, dass die Etrusker stets den Frieden brachen und verwies darauf das Rom mindestens genauso oft den Frieden gebrochen hatte. Auch die Aktivitäten der Griechen unterschieden sich nicht von denen Roms, wenn man ihnen vorwarf die Welt nicht in Frieden und Eigenständigkeit leben zu lassen, dann galt dieser Vorwurf genauso für Rom. Daraufhin nannte Marcellus Nerva erzürnt einen Verräter und fragte im selben Atemzug ob dieser die Republik verurteile und das Wohlergehen von Etruskern und Griechen über das von Römern stellte. Auf die trockene Antwort Nervas waren wohl die wenigsten gefasst. Natürlich verurteile er die Republik für falsche Taten der Vergangenheit, dies sei sein Recht als römischer Bürger, ebenso wie Kritik am Staat zu üben, wenn er mit dessen Entscheidungen nicht einverstanden war. Der Senat hatte nicht den Anspruch darauf, dass alle seine Entscheidungen stets die richtigen waren und schon gar nicht deshalb weil es der Senat war der diese Entscheidung gefällt hatte. Er erklärte auch, dass er das Wohlergehen von Etruskern, Griechen und Römern auf eine Stufe stelle, denn sie alle hatten das von den Göttern gegebene Recht auf Leben. Wenn ihn nun jemand Verräter nannte, sei es eben so, aber dann müsse man auch konsequent sein und ihn anklagen und verurteilen. Aber auch dies würde nicht dazu führen, dass er schweigen würde oder die Meinung anderer nachplapperte.

Als sich der Erste Konsul Marcus Fabius Dorsuo von seinem Platz erhob, kehrte Ruhe unter den Senatoren ein. Kurz zuvor war Dorsuo von einem Boten eine Schriftrolle gebracht. Nachdem er sie aufgerollt und überflogen hatte, wollte er den Senatoren den Inhalt nicht vorenthalten. Er informierte sie über das Eintreffen einer gallischen Gesandtschaft zu Bündnisverhandlungen und erbat nun vom Senat eine zügige Entscheidung zu dieser Frage. Viele Senatoren äußerten ihre Zustimmung dazu.

Aber auch die Frage nach dem Angriff über den Padus war noch nicht entschieden und wieder war es der umtriebige Senator Nerva der sein Rederecht in Anspruch nahm. Er entnahm dem Schweigen seines Kollegen Metellus, dass dieser mittlerweile in seinem Standpunkt nicht mehr so gefestigt war, wie noch zu Beginn dieser Debatte. Schließlich äußerte sich auch Lucius Caecilius Metellus selbst. Er erklärte bisher nicht abgestimmt zu haben, da er noch nicht zu einer Entscheidung gekommen war. Er wollte auch nicht verhehlen, sich von der Euphorie mitreißen gelassen zu haben. Nun aber, nach dem die Zahlen des Konsuls vorlagen, herrschte bei ihm Ernüchterung. Auch deshalb weil er die Stärke der Griechen in der Verteidigung genau kannte und wusste, dass ein Angriff zu einem Massaker werden konnte. Ein Überschreiten des Padus hätte die Folge, dass die Truppen leicht abgeschnitten werden könnten. Zudem würden laut Metellus’ Einschätzung fünf, wenn nicht sogar sechs Legionen für das Unternehmen benötigt werden, und damit die halbe römische Armee. Ob ein solches Vorgehen klug sei und verantwortbar, hatte Metellus für sich noch nicht entschieden.

Senator Nerva war erfreut, dass Metellus nicht leichtsinnig die Entscheidung traf und erklärte er und die ihm gleich gesinnten Senatoren, wären erfreut wenn Metellus sich ihrer Sache anschließen würde. Der aus Dalmatien zurückgekehrte Sextius Volteius Adauctus brachte dann unerwartet schließlich die Entscheidung in dieser Frage, nachdem er den Plänen zur Steuersenkung und dem Bündnis mit den Galliern zustimmte, lehnte er ein großes militärisches Unternehmen im Norden ab, denn die dadurch entstehenden Belastungen der Staatskasse ständen den Steuersenkungsplänen entgegen. Er schlug im Gegenteil vor, vorerst auf jedwede militärische Aktion zu verzichten. Auch Senator Metellus war zu einer Entscheidung gelangt, auch er befand eine Aktion über den Padus als zu riskant und lehnte sie daher ab. Er sprach sich lediglich für eine Eroberung Ariminums aus. Somit war nun der Antrag von Senator Syrus abgelehnt worden. Im Gegenzug stellte nun Senator Nerva den Antrag einen Angriff auf Ariminum durchzuführen um den Etruskern den Ernst ihrer Lage deutlich zu machen und ihnen zu zeigen, dass sie nur überleben werden, wenn sie endlich Frieden mit Rom halten. Eine Umsiedlung nach Corsica, wie bereits vorgeschlagen, sollte man ebenfalls in Erwägung ziehen.

Caius Manlius Acidinus, der die Debatte mit Spannung verfolgt hatte, war sichtlich zufrieden mit dem Ausgang der Abstimmung über einen Vormarsch über den Padus. Da keiner der Senatoren Anstalten machte zu sprechen, ergriff Acidinus die Gelegenheit um einige Worte zu sagen. Er zeigte sich erleichtert, dass sich im Senat eine Mehrheit gefunden hatte, die gegen den Plan des Senators Syrus war. Auch unterstützte er einen Angriff auf Ariminum, der nicht nur logisch, sondern auch notwendig war. Die Senatoren Laenas und Auruncus sicherten ebenfalls ihre Unterstützung zu dem Ansinnen Nervas zu. Senator Auruncus machte auch den Vorschlag auf dem Seeweg gegen die Etrusker offensiv zu werden und sie in einer koordinierten Operation zu zerschlagen und ihre Häfen dauerhaft und wirksam zu sperren.

Senator Nerva fand diesen Vorschlag durchaus ansprechend, zumal es den etruskischen Flotten immer wieder gelang die Handelswege Roms zu stören. Daher erkundigte er sich beim Ersten Konsul nach der Durchführbarkeit einer solchen Operation. Der Konsul Dorsuo rief erst einen Boten zu sich und übergab diesem eine Schriftrolle, ehe er sich dem Senator Nerva zuwandte und diesem antwortete. Er wollte die gewünschten Auskünfte vom derzeitigen Oberkommandierenden der Flotte erteilen lassen, daher hatte er nach dem Tribunus Classis Amulius Vedius Trebonianus geschickt. Amulius Vedius Trebonianus, Tribunus Classis und seit drei Jahren Oberbefehlshaber der römischen Flotte, traf kurze Zeit später in der Curia ein. Gemessenen Schrittes ging er den Gang von den Türen der Curia in den Versammlungssaal. Alle Senatoren konnten diesen Gang einsehen und folgten dem Tribunus Classis auf seinem Weg zu seinem Redeplatz. Sein dunkelblau gehaltener Umhang war staubbedeckt vom Ritt von Ostia nach Rom. Unter seinem rechten Arm trug er seinen Helm, mit der linken hielt er seinen Schwertgriff an seiner linken Seite. Der Brustpanzer war frisch gesäubert, hatte aber an einigen Stellen unübersehbare Beulen. Der Weg von Trebonianus endete schließlich an dem für ihn vorgesehenen Redeplatz, wo er seine Ausführungen begann. Ein Unternehmen in diesem Rahmen und mit diesem Ziel bräuchte den Einsatz aller drei Flotten, da die Etrusker ihre Flotten, insgesamt derzeit noch fünf, weit verstreut haben.

Die "Classis Prima" müsste aus Ostia auslaufend als erstes Sicilia ansteuern, denn nördlich der Insel trieb sich die erste Flotte der Etrusker herum. Nach dem Ausschalten dieser Flotte würde die "Classis Prima" durch den Fretum Siculum die süditalische Küste entlang steuern um den Ausgang des Mare Hadriaticum zum Mare Ionium zu erreichen, wo sie dann patrouillieren würde um aus dem oder ins Mare Hadriaticum auslaufende feindliche Schiffe abzufangen.

Die "Classis Secunda" aus Tarentum kommend und die "Classis Tertia" aus Syracusae hätten die Aufgabe die beiden im Mare Hadriaticum kreuzenden Flotten der Etrusker zu vernichten, ehe dann eine Flotte nach Ariminum laufen würde um den dortigen Hafen zu blockieren, das Ziel der anderen Flotte wäre dann Patavium bzw. dessen Hafen. Nach dem Fall Ariminums würde die damit freiwerdende Flotte im Mare Hadriaticum patrouillieren.

Somit wäre das gesamte Mare Hadriaticum unter Kontrolle und die den Etruskern verbliebenen Schiffe wären im Hafen von Patavium festgesetzt oder befänden sich von der Heimat abgeschnitten irgendwo auf der offenen See, wo sie sicher schon bald das Opfer von Piraten werden würden.

Dieser Plan fand allgemein Anerkennung, es gab keinen Widerspruch und so wurde Trebonianus entlassen um die Flotte auf ihr Auslaufen und ihren Einsatz vorzubereiten. Auch an die Legio "Senatorius Prima Nova" erging der Befehl zum Aufbruch, der Senat hatte entschieden Ariminum anzugreifen.

Am Ende dieser langen Senatssitzung standen zahlreiche Entscheidungen welche der Princeps Senatus kurz darauf auf dem Forum dem Volk bekannt machte:


Bekanntmachung des römischen Senates


Bürger von Rom!



Der Senat von Rom hat mit 8:0 Stimmen bei zwei Enthaltungen beschlossen in Rom und seinen Provinzen ab sofort die Steuerbelastung der Bürger zu senken. Daher werden alle direkten Steuern wie die Kopf- und die Grundsteuer mit sofortiger Wirkung ausgesetzt.

Ferner hat der Senat mit 10:0 Stimmen beschlossen mit den gallischen Stämmen ein Bündnis einzugehen, wodurch der Republik u.a. bessere Handelskonditionen ermöglicht werden und damit dem Wohle der Republik gedient ist.

Außerdem hat der Senat mit 8:0 Stimmen bei zwei Enthaltungen beschlossen, den Krieg mit den Etruskern in deren Land zu tragen und hat aus diesem Grund die Legio "Senatorius Prima Nova" nach Ariminum gesandt um die Stadt zu erobern und der Republik eine neue Provinz zu gewinnen.



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Luca Iulius Cinna Magnus Offline




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09.08.2008 13:40
#3 RE: Kapitel VIII Thread geschlossen






Der Legionsstab versammelte sich nach dem Eintreffen des neuen Befehls des Senates im Praetorium um den Marsch nach Ariminum zu planen. Acidinus teilte seinen Offizieren dabei die vermutliche Stärke der Etrusker mit: in Ariminum direkt standen rund 9.000 Mann, vorwiegend Reiterei, nördlich der Stadt wurden weitere 5.000 Mann gesichtet, größtenteils Infanterie. Somit hätte es die Legion im ungünstigsten Fall mit rund 14.000 Mann zu tun. Es stellte sich nun die Frage, ob die Legion direkt auf Ariminum stoßen und angreifen sollte, mit der Gefahr von der zweiten etruskischen Streitmacht im Rücken angegriffen zu werden, oder ob man zu erst nach Norden vorrücken sollte um die dort stehende kleinere Streitmacht anzugreifen und zu vernichten und erst dann auf Ariminum zu marschieren.

Aulus Volcatius Libo schlug vor, Ariminum zu umgehen, erst im Norden anzugreifen und dann auf die Stadt vorzustoßen. Quintus Tullius Varro entgegnete eine Feldschlacht könnte womöglich größere Verluste fordern wie man einkalkulierte und es kämpfe sich hinter einer Mauer oder Palisade wesentlich besser, daher sah er es als besser an sofort die Stadt anzugreifen. Auch Vibius Labienus Pilus teilte diese Ansicht.

Quintus Sulpicius Galus brachte seine Sorge um die zahlenmäßige Stärke der etruskischen Reiterei in Ariminum zum Ausdruck. Dagegen musste man geplant vorgehen und nicht blind in die Stadt stürmen. Daher sei es besser so vorzugehen wie Aulus Volcatius Libo es vorschlug und erst einmal für einen freien Rücken zu sorgen, ehe man an eine Belagerung der Stadt ging. Lucius Sicinius Rufus schloss sich dieser Meinung an. Währenddessen warf Vibius Labienus Pilus ein, das die Gefahr bestand, dass man in der Feldschlacht mehr Verluste erlitt als bei einem direkten Angriff.

Marcus Veturius Crassus entgegnete, mit der gesamten Legion wäre ein Sieg in einer Feldschlacht leicht errungen und die Verluste gering. Zumal die Etrusker es auch vorziehen könnten einem dreifach überlegenen Gegner auszuweichen und es nicht zwangsläufig zu einer Schlacht käme. Im günstigsten Fall würden sich diese Truppen nach Ariminum zurückziehen und man hätte alle Kräfte des Feindes an einer Stelle gebunden und könnte in aller Ruhe die Stadt belagern und den Angriff sorgfältig planen. Auf jeden Fall sollte man Ariminum umgehen und dann die weiteren Entwicklungen abwarten.

Nero Claudius Germanicus stimmte Marcus Veturius Crassus zu und bevorzugte die Umgehung der Stadt. Ebenso wie Crassus erwartete er einen leichten Sieg in einer Feldschlacht. Auch Titus Decimius Symmachus, Lucius Valerius Cotta und Caius Valerius Seianus waren dieser Ansicht. Einzig Gaius Livius Metellus, der Tribunus Laticlavius, unterstützte den Vorschlag des direkten Angriffs, auch um einer möglichen Einkreisung durch etruskische Truppen zu entgehen, die er bei einem Angriff im Norden befürchtete

Da sich aber der Großteil seiner Offiziere anders ausgesprochen hatte, vertraute er auf die Vielzahl dieser Stimmen und gab den Befehl nach Norden zu marschieren, Arretium zu passieren und nach Felsina zu marschieren. Dort sollte ein festes Lager bezogen werden bis das Wetter einen Marsch nach Osten erlaubte, wo man die etruskischen Truppen erwartete und diese dann von Westen kommend angreifen wollte und damit auch einer möglichen Einschließung entging. Danach sollte es nach dem Sieg in einer möglichen Schlacht nach Süden gehen um Ariminum von Norden aus zu belagern.


* * * * * *


Die Legio "Senatorius Prima Nova" brach noch im Sommer nach Norden auf, dabei zog sie an den Westhängen der Apenninen entlang in Richtung Felsina und umging somit Ariminum. Ebenso liefen die Flotten aus um den Plan ihres Oberkommandierenden auszuführen und die etruskische Flotte dauerhaft auszuschalten. Im Rahmen dieser Operation traf die "Classis Secunda" nahe Brundisium und anschließend bei Salonae auf zwei kleinere etruskische Flottenverbände. Zwar stellten sich die Etrusker beide Mal dem Kampf, jedoch hatten sie der stark überlegenen Flotte nichts entgegenzusetzen. Nach kurzen Scharmützeln zogen sie sich ohne größere Verluste zurück.

Nachdem die Legio "Senatorius Prima Nova" die Grenze zum Etruskergebiet erreicht hatte, der Winter hatte zwischenzeitlich Einzug gehalten, errichtete sie ein Standlager. Kundschafter wurden ausgesandt um den Standort der etruskischen Verbände festzustellen, damit der Angriff in Kürze erfolgen konnte. Die Kundschafter kamen mit den bestmöglichen Nachrichten zurück: die Etrusker hatten sich über den Padus zurückgezogen, der Weg nach Ariminum war frei. Caius Manlius Acidinus ließ seine Legion unverzüglich nach Ariminum aufbrechen und begann nach der Ankunft dort unmittelbar mit der Belagerung der Stadt.

Die "Classis Prima" und die "Classis Secunda" hatten derweil kleinere Scharmützel gegen die etruskischen Flotten zu bestehen. Während die "Classis Prima" bei Tarracina ohne eigene Verluste eine etruskische Flotte schlug, bekämpfte die "Classis Secunda" nahe der Insel Corcyra Nigra zweimal erfolgreich etruskische Flotten. Die Verluste auf römischer Seite betrugen hierbei 550 Tote und 100 Verwundete, auf etruskischer Seite knapp 600 Tote. Nach ihren Siegen konnte die "Classis Secunda" an die Blockade des Hafens von Ariminum gehen. Damit war ein Großteil der Gesamtoperation gegen die Etrusker erfolgreich verlaufen, die "Classis Tertia" würde bald eintreffen und den Plan vervollkommnen.

Im folgenden Sommer gingen die Kämpfe der Flotten weiter. Die an ihrem Bestimmungsort angekommene "Classis Tertia" hatte bei Lupiae und bei Barium zwei kleinere Scharmützel mit den Etruskern zu bestehen, die sie siegreich gestalten konnte. Die eigenen Verluste betrugen dabei insgesamt 150 Tote und 30 Verwundete, die der Etrusker 330 Tote. Auch die "Classis Secunda", die kurzzeitig die Blockade Ariminums abgebrochen hatte, schlug einen kleinen etruskischen Flottenverband ohne größere Verluste in die Flucht.


* * * * * *


Nachdem die Legion den Belagerungsring um Ariminum errichtet hatte, musste entschieden werden ob man die Stadt im Sturm erobern wollte oder ob man sich gründlich auf den Angriff auf die Stadt vorbereiten sollte. Gaius Livius Metellus schlug vor, sofort anzugreifen, die Onager würden Breschen für die Truppen in die Palisade von Ariminum schlagen. Eine längere Belagerung würde den Etrusker ermöglichen sich neu zu formieren und evtl. auch frische Kräfte heranzuführen.

Aulus Volcatius Libo erwiderte, den Angriff ohne Vorbereitung und den Bau von Belagerungsgerät zu beginnen könnte zu Problemen führen, da man auf die wenigen Lücken in der Palisade die die Onager schaffen würden, beschränkt wäre um in die Stadt zu gelangen. Die Etrusker konnten ihre Truppen an diesen Stellen massieren und den Durchbruch verhindern. Durch den Bau von Belagerungsgerät könnte man an so vielen Stellen wie gewünscht die Palisade überwinden und in die Stadt gelangen ohne dass die Etrusker Verteidigungsschwerpunkte würden setzen können.

Nero Claudius Germanicus schloss sich hingegen der Meinung von Gaius Livius Metellus an. Seiner Meinung nach waren drei Breschen in der Palisade absolut ausreichend um die Etrusker zu schlagen. Quintus Tullius Varro war ebenso der gleichen Ansicht, er sah in der Belagerung nur verschwendete Zeit, die einzig den Etruskern nutzen konnte, wie auch Titus Decimius Symmachus und Vibius Labienus Pilus fanden.

Lucius Sicinius Rufus war der Meinung, seine Kameraden unterschätzten die Stärke der Etrusker. Ihm schien, als meinten diese man würde gegen 9.000 Bauern in eine Feldschlacht ziehen und nicht gegen 9.000 gut ausgebildete Kämpfer in einer befestigten Stadt. Er war dagegen sofort zu stürmen, ebenso wie Marcus Veturius Crassus. Diesem war nicht wohl dabei, 15.000 Mann durch nur drei Breschen in der Palisade in die Schlacht zu führen. Er war bereit sein Leben und das seiner Männer zu opfern, aber der Angriff musste machbar sein, und nicht wie in diesem Fall überaus riskant. Er riet von einem sofortigen Angriff ab, sondern wollte ebenfalls erst einmal ausreichend Belagerungsgerät für den Angriff bauen. Zudem war er der Meinung, dass die Etrusker Ariminum schon längst aufgegeben hatten, sonst hätten sie die 5.000 Mann wohl kaum über den Padus zurückgezogen. Quintus Sulpicius Galus vertrat die gleiche Meinung wie Crassus, Rufus und Libo. Ebenso wie Lucius Valerius Cotta, der vorschlug eine Ala zum Padus zu schicken um rechtzeitig gewarnt zu sein, wenn die Etrusker wider Erwarten doch Hilfe schicken sollten. Auch der Primus Pilus Caius Valerius Seianus war für eine gründliche Vorbereitung auf den Angriff.

Caius Manlius Acidinus schloss der Mehrheit seiner Offiziere an und entschied den Sturm der Stadt auf den kommenden Sommer zu verlegen. In dieser Zeit würde Belagerungsgerät in ausreichend großer Zahl verfügbar sein und der Angriff konnte effektiver geführt werden.


* * * * * *





Die Schweren Waffen gingen am Nordtor in Stellung, wo sie Unterstützung von der II.Kohorte (Evocati), sowie der IX. und X.Kohorte (Velites) erhielten. Während die Onager die Palisade an mehreren Stellen zerstören sollten, sollte die IX.Kohorte mit einem Rammbock gegen das Tor vorgehen und dieses ebenfalls zerstören.





Währenddessen marschierten die VII. und VIII.Kohorte mit einem Rammbock, und unterstützt von der I.Ala der Extraordinarii, sowie der XI. und XII.Kohorte (Bogenschützen), zum Osttor, um von dort in die Stadt einzudringen.





Die XIII. und XIV.Kohorte (Hilfstruppen), zusammen mit zwei Rammböcken, die III. und IV.Kohorte (Principes), sowie die IV.Ala (Hilfstruppen) marschierten zum Südtor um dieses einzunehmen.





Die I., V. und VI.Kohorte gingen mit einem Rammbock am Westtor in Stellung. Die II.Ala der Extraordinarii sollte ebenfalls durch das Westtor angreifen.







Die Onager begannen damit die Palisaden und Wachtürme der nördlichen Palisade zu beschießen und diese zu zerstören, schnell war dann auch die erste Bresche in die Nordpalisade geschlagen.











Etruskische Truppen rückten nun aus der Stadt aus und marschierten auf die römischen Truppen zu. Die X.Kohorte stürmte nach vorne und griff die Etrusker an. Einen Teil der etruskischen Truppen konnte die Kohorte zurückschlagen.







Vor allem aber die berittenen etruskischen Truppen hielten dem Angriff der X.Kohorte stand und drängten diese in die Defensive, sodass schließlich die II.Kohorte anrückte um die X. zu unterstützen.





Noch während des Kampfes schlugen die Onager eine weitere Bresche in die Nordpalisade.





Bevor die II.Kohorte in den Kampf wirksam eingreifen konnte, war die X.Kohorte bereits zerschlagen und auf der Flucht. Die II. schlug nun ihrerseits die etruskischen Reiter in die Flucht und beruhigte die Lage am Nordtor.







Am Ost- und Südtor erreichten die römischen Truppen ihre Ausgangspositionen.





Am Westtor rückten bereits die Truppen mit dem Rammbock zur Palisade vor.









Die Angriffe auf das West- und auf das Osttor begannen gleichzeitig, die Rammböcke wurden in Position gebracht.







Zuerst wurde das Westtor, dann das Osttor zerstört.





Am Südtor schlug nun auch die XIII.Kohorte mit dem Rammbock einen Durchgang in die Palisade.







Nachdem die XIV.Kohorte ebenfalls die Palisade durchbrochen hatte strömten ihre Soldaten als erste in die Stadt.





Die Etrusker schickten umgehend Truppen um den Einbruch zurückzuschlagen. Diese Gelegenheit nutzte schließlich die XIII.Kohorte und stieß in die Stadt vor, wo sofort Kämpfe mit den Etruskern entbrannten.





Während die III. und IV.Kohorte zur Palisade vorrückten, unterlag die XIV.Kohorte im Kampf den zahlenmäßig überlegenen Etruskern, die Reste der Kohorte flohen aus der Schlacht.





Da die XIII.Kohorte einen Teil der etruskischen Truppen band, galoppierte die IV.Ala in die Stadt und schlug einen Großteil der Etrusker in die Flucht.





Am Osttor waren die römischen Truppen unter der Führung von Acidinus ebenfalls in die Stadt gelangt, bei den schweren Kämpfen wurde die VIII.Kohorte aufgerieben.







Die VII.Kohorte stand in harten Kämpfen gegen berittene etruskische Truppen, konnte sich aber behaupten.





Die Extraordinarii der I.Ala schlugen unterdessen etruskische Truppen zurück, die zur Verstärkung ans Osttor gelangen wollten.





Am Nordtor hatten unterdessen schwere etruskische Reiter angegriffen und sowohl die II.Kohorte als auch die schweren Waffen niedergemacht, die IX.Kohorte ergriff stark dezimiert die Flucht.





Der Tribunus Angusticlavius Quintus Sulpicius Galus wurde durch einen zusammenbrechenden Onager erschlagen.





Der Praefectus Evocati Titus Decimius Symmachus fiel mit fast seiner gesamten II.Kohorte im Kampf.





Vom Südtor aus rückten die Reste der XIII., III. und IV.Kohorte, sowie die I.Ala in das Stadtzentrum vor.







Vom Osttor stießen die I.Ala der Extraordinarii, die XII. und XIII.Kohorte, sowie die VII.Kohorte vor. Auf halbem Weg legten sie einen Hinterhalt in den sie die Königliche Garde lockten und aufrieben und den etruskischen Befehlshaber Prinz Abreas töteten.









Die Kämpfe verlagerten sich nun in das Stadtzentrum, die Entscheidung war gefallen, die Etrusker jedoch nicht gewillt aufzugeben, sie kämpften bis zum Schluss.









Vom Westtor drangen nun auch die II.Ala der Extraordinarii, die I., V. und VI.Kohorte in die Stadt ein. Es kam zu einem kurzen aber heftigen Kampf mit den Resten der schweren etruskischen Reiterei.





Während im Stadtzentrum die letzten Kämpfe tobten, ergriff die II.Ala der Extraordinarii mitten im Kampf die Flucht.





Sofort wurde auch klar warum: der Tribunus Laticlavius Gaius Livius Metellus war im Kampf gefallen.










Die letzten etruskischen Kämpfer fanden sich umringt von römischen Soldaten und wurden nach und nach niedergemacht. Der Sieg war errungen, Ariminum erobert.



* * * * * *


Der Sturm auf Ariminum geriet zu einem mehr oder weniger großen Desaster, die Stadt fiel, aber die Verluste waren erschreckend hoch, v.a. in Anbetracht der zahlenmäßigen Überlegenheit und des Angriffes auf alle vier Tore gleichzeitig. Hier machte sich der massive Einsatz der etruskischen Reiterei auch innerhalb der Stadt bemerkbar. Der Kampf wogte fast den ganzen Tag und es schien, dass die Legion eine Niederlage würde einstecken müssen, die Truppen am Nordtor waren vollkommen zerschlagen worden, die Truppen am Südtor hatten ebenfalls starke Verluste einstecken müssen und der Angriff am Westtor war nicht ins Rollen gekommen und so lag die Last auf den Truppen am Osttor und das waren gerade die Kampfstärke betreffend die schwächten. Trotzdem wurde der Angriff ins Stadtzentrum begonnen und auch vom Südtor näherten sich die römischen Truppen nun dem Zentrum. Durch diesen gleichzeitigen Vormarsch konnte man die etruskischen Kräfte zur Aufteilung zwingen und nach und nach niederkämpfen – die Stadt war erobert. Die gesamte etruskische Garnison, über 9.000 Mann, ließ ihr Leben. Die Verluste der Legion waren enorm, allein 3.756 Tote, dazu noch 3.060 Verwundete, fast die Hälfte der Legion war ausgefallen.

Auch im Stab waren Verluste zu beklagen. Insgesamt drei Offiziere kostete der schlecht verlaufene Angriff auf Ariminum das Leben: der Tribunus Laticlavius Gaius Livius Metellus, der Praefectus Evocati Titus Decimius Symmachus und der Tribunus Angusticlavius Quintus Sulpicius Galus fielen in der Schlacht. Weitere drei Offiziere wurden schwer verletzt und lagen im Valetudinarium: Marcus Veturius Crassus, Lucius Valerius Cotta und Aulus Volcatius Libo hatten allesamt mehr oder weniger ernste Verletzungen davon getragen.

Als Ersatz für die gefallenen Offiziere suchte Caius Manlius Acidinus neue Soldaten die in den Stab aufrückten: Secundus Aemilius Paullus, Tribunus Angusticlavius, Publius Iuventius Latinius, Praefectus Evocati und Gnaeus Valerius Messalla, Tribunus Laticlavius.

Trotz allem negativen dieser Schlacht war es für Acidinus allein schon aus Gründen der Truppenmoral wichtig, zwei verdiente Offiziere für ihre Tapferkeit und gute Truppenführung in der Schlacht auszuzeichnen. So den Praefectus Auxiliares Lucius Sicinius Rufus, der mit Phalerae ausgezeichnet wurde und den Tribunus Angusticlavius Aulus Volcatius Libo der die Hasta Pura erhielt.

Ernüchternd war auch die gemachte Beute, wie bereits auf der Insel Corsica, hatten auch hier die Etrusker die Provinz förmlich ausgesaugt bzw. ausbluten lassen. Ein paar Hundert Sklaven und 2.000 Aurei (50.000 Denare) war alles was Acidinus nach Rom schicken konnte. Der Senat wäre sicherlich nicht sehr erbaut darüber. Die neue Provinz Umbria zu sichern war nun oberste Aufgabe von Acidinus, denn Umbria war Grenzprovinz und würde in Zukunft eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung der Republik spielen. Daher galt es Ariminum schnell und stark zu befestigen, Acidinus ordnete auch die Aushebung einer Garnison an: der Legio "Consularis Duodecima".


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Nachdem Marcus Fabius Dorsuo zu Beginn seines Konsulats eine Untersuchung der Statthalterschaften angeordnet hatte und im Verlauf deren acht Statthalter mit keiner positiven Bewertung aus der Untersuchung hervorgingen, sollten schließlich diese acht Statthalter vor dem Repetundengerichtshof angeklagt werden. Ein erster Prozess, bei dem der Senator Quintus Fabius Marcellus die Anklage führte, gegen den Statthalter Spurius Cassius Vecellinus, der der Korruption, Unterschlagung von Steuergeldern, Entnahme von Geldern aus der Provinzkasse, übertriebenen Ausbeutung der Provinz Sicilia, Mord in der Provinz Sicilia und Auslösung einer Revolte in der Provinz Sicilia angeklagt wurde und dem eine Schädigung der Republik in Höhe von 1.948.200 Denaren in fünf Jahren zur Last gelegt wurde, musste aufgrund neuer Erkenntnisse und der Niederlegung des Verteidigungsmandats seitens des Verteidigers von Vecellinus, dem ehemaligen Konsul und Senator Placus Apronius Balbus, abgebrochen werden. Der geplante Prozess gegen Aulus Aternius Varus Fontinalis wurde daraufhin gar nicht erst begonnen, da auch dessen Verteidiger Titus Livius Arrius sein Mandat niederlegen wollte.

Schließlich strengte Konsul Dorsuo einen weiteren Prozess an in dem alle acht Statthalter gemeinsam angeklagt wurden. Er selbst führte die Anklage und den Angeklagten wurden neue Verteidiger zur Seite gestellt die ihre Mandate nicht niederlegen konnten und somit der Prozess auf jeden Fall zu Ende geführt werden würde.


Im Einzelnen wurden folgende Statthalter angeklagt:

Marcus Papirius Mugillanus (10 Jahre Statthalter der Provinz Latium), angeklagt der Bestechung und der Erpressung

Publius Lucretius Tricipitinus (15 Jahre Statthalter der Provinz Messapium), angeklagt der Korruption, Schaden für die Republik 94.500 Denare jährlich; Gesamtschaden während der Statthalterschaft 1.417.500 Denare

Caius Furius Pacilus Fusus (2 Jahre Statthalter der Provinz Campania), angeklagt des Amtsmissbrauchs und der Ausbeutung römischer Bürger

Marcus Folius Flaccinator (5 Jahre Statthalter der Provinz Sabatinium), angeklagt der persönlichen Bereicherung, Schaden für die Republik 18.900 Denare jährlich; und der Ausbeutung römischer Bürger; Gesamtschaden während der Statthalterschaft 94.500 Denare

Lucius Atilius Luscus (15 Jahre Statthalter der Provinz Calabria), angeklagt der Korruption, Schaden für die Republik 90.600 Denare jährlich; Gesamtschaden während der Statthalterschaft 1.359.000 Denare

Aulus Aternius Varus Fontinalis (15 Jahre Statthalter der Provinz Siculum), angeklagt der Korruption, Schaden für die Republik 55.800 Denare jährlich; der Veruntreuung von Steuern, Schaden 27.000 Denare; Unterschlagung von Steuern, Schaden 53.100 Denare jährlich; der persönlichen Bereicherung, Schaden 240.000 Denare jährlich, der schlechten Amtsführung, Schaden 185.700 Denare sowie der Ausbeutung römischer Bürger welche zum Ausbruch einer Revolte führte; Gesamtschaden während der Statthalterschaft 5.446.200 Denare

Spurius Cassius Vecellinus (5 Jahre Statthalter der Provinz Sicilia), angeklagt der Vernachlässigung der Amtsgeschäfte, dadurch entstandener Schaden für die Republik 1.948.200 Denare

Caius Sulpicius Peticus (7 Jahre Statthalter der Provinz Corsica), angeklagt der Bestechung und der Erpressung



Die Beweislage war in den allen Fällen eindeutig und so ergingen ausschließlich Schuldsprüche:


Marcus Papirius Mugillanus wurde wegen Bestechung und Erpressung zur Zahlung von 250.000 Denaren an die Staatskasse verurteilt und musste sich aus der Politik zurückziehen.

Publius Lucretius Tricipitinus wurde wegen Korruption zur Zahlung von 1,5 Millionen Denaren an die Staatskasse verurteilt und musste sich aus der Politik zurückziehen.

Caius Furius Pacilus Fusus wurde wegen Amtsmissbrauchs und Ausbeutung römischer Bürger zur Zahlung von 500.000 Denaren an die Staatskasse verurteilt und musste sich aus der Politik zurückziehen.

Marcus Folius Flaccinator wurde wegen persönlicher Bereicherung und Ausbeutung römischer Bürger zur Zahlung von 500.000 Denaren an die Staatskasse verurteilt. Außerdem musste er Rom und dessen Provinzen für den Rest seines Lebens verlassen.

Lucius Atilius Luscus wurde wegen Korruption zur Zahlung von 1,5 Millionen Denaren an die Staatskasse verurteilt und musste sich aus der Politik zurückziehen.

Aulus Aternius Varus Fontinalis wurde wegen Korruption, Veruntreuung von Steuern, Unterschlagung von Steuern, persönlicher Bereicherung, schlechter Amtsführung und der Ausbeutung römischer Bürger zum Tode verurteilt und hingerichtet. Sein gesamtes Vermögen fiel an die Republik.

Spurius Cassius Vecellinus wurde wegen Vernachlässigung der Amtsgeschäfte zur Zahlung von 2 Millionen Denaren an die Staatskasse verurteilt, konnte aber seine politische Karriere weiterführen.

Marcus Papirius Mugillanus wurde wegen Bestechung und Erpressung zur Zahlung von 250.000 Denare an die Staatskasse verurteilt und musste sich aus der Politik zurückziehen.



Marcus Fabius Dorsuo sicherte sich durch sein Wirken während seines Konsulats und v.a. wegen seiner rigorosen Verfolgung der Statthalter einen nachhaltigen Platz in den Erinnerungen vieler Römer. Viele der nachfolgenden Konsuln würden sich mit ihm messen müssen und an seinen Taten bewertet werden. Er würde nach dem Ende seines Konsulats eine große Lücke zurücklassen und es würden wahrscheinlich nur wenige Männer seines Formates je wieder die politische Bühne Roms betreten.

Nachdem der Prozess vorbei und die Urteile vollzogen waren, zog Ruhe ins politische Rom ein und die alltäglichen Vorgänge rückten wieder in den Vordergrund. Das Konsulat von Dorsuo näherte sich langsam seinem Ende zu als es zu einem Vorfall in der Provinz Etruria kam. Der bisherige Proconsul der Provinz, Secundus Aelius Paetus, war einem Attentat zum Opfer gefallen. Von wem dieser Anschlag in Auftrag gegeben und durchgeführt wurde, konnte nicht ermittelt werden. Die Sicherheitsvorkehrungen für die Magistrate, v.a. in den Grenzstädten, wurden merklich erhöht um ein solches Desaster in Zukunft zu vermeiden. Neuer Statthalter der Provinz wurde, von Dorsuo persönlich ausgesucht, Aulus Annius Milo. Dorsuo sah in der Ermordung von Paetus ein unwiderrufliches Zeichen, dass Rom stürmische Zeiten bevorstehen würden und er betete zu den Göttern, damit diese weiterhin schützend ihre Hände über die Stadt am Tiberis hielten. Das Jahr neigte sich schließlich seinem Ende zu und am letzten Tag des Jahres legte Marcus Fabius Dorsuo seine Amtsgewalt nieder und zog sich auf sein Landgut außerhalb Roms zurück. Dort würde er entscheiden ob er seine politische Karriere fortsetzen würde oder ob er sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere ins Privatleben zurückziehen würde.

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