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 "Invasio Barbarorum - Beginn eines neuen Zeitalters"
Hattusili Offline




Beiträge: 1.431

03.07.2008 20:03
RE: Kapitel 9 - Ein gnadenloser Kampf antworten

Ein gnadenloser Kampf


Die Lage spitzte sich für Vercassivellaunos zu. Obwohl die Hunnen sehr mächtig waren, würden sie auf Dauer den Oströmern nicht standhalten. Zudem wurden die Hunnen nun aus dem Norden von den Slawen heimgesucht. Aus dieser Notsituation versuchten die Hunnen sich mit den verbliebenen Kleinreichen im Osten zu verbünden, wie mit den Sassaniden. Wirklich großer Erfolg war hier nicht zu erwarten.
Zu einem Problem wurde diese Situation für Vercassivellaunos, weil Ostrom mit Westrom verbündet war. Trotz der Verwüstung Italiens durch verschiedene germanische Völker war es dem weströmischen Kaiser gelungen das Reich wirtschaftlich zu stabilisieren und die Barbaren über die Alpen zu jagen, teilweise auch in das Reich der Romano-Briten. Italien und Nordafrika gesichert, richtete sich der Blick des Kaisers nach Gallien und er war bereit dafür einige Legionen aufs Spiel zu setzen. Nicht nur der Aspekt der Wiederherstellung des ganzen weströmischen Reiches spielte eine Rolle für den Marsch nach Gallien, sondern auch ein Religiöser. In beiden römischen Reichen hatte sich das Christentum letztendlich durchgesetzt. Aus ursprünglicher Verfolgung war eine Gleichberechtigung geworden. Aus dieser Gleichberechtigung machten sich nun die Christen zu den Verfolgern. Sie waren nicht sehr zurückhaltend dabei, so hatten Christen in Alexandria die heidnische Gelehrtin Hypatia ermordet. In den Augen der Christen stellten die Romano-Briten eine
Gefahr da, nicht nur das Gallien nun wieder heidnisch war, sondern auch das sich dank uns der Glaube an die alten Götter im Norden wieder ausbreitete. So fanden sich, aus den unterschiedlichsten Aspekten, Römer zusammen, die nach Lugdunum marschieren wollten.


Die Verteidigung von Lugdunum übernahm Custennyn, ein sehr unerfahrener General. Er war jedoch der einzige General im Süden, weshalb kein anderer die Möglichkeit besaß. Doch die treue Legio I Tungri stand ihm bei.


Die Weströmer schicken die Legio XII Leones Iuniores zum Sturm der Stadt. Sie war jedoch in der
Unterzahl, dennoch waren sie davon überzeugt leichtes Spiel mit uns zu haben.


Besonders ausschlaggebend war in diesem Kampf die Kavallerie und schon bald war die ganze
Legio XII Leones Iuniores Geschichte.


Custennyn war kein besonders guter Stratege und auch seine Armee hatte doch einige Verluste hinzunehmen. Bei einem größeren Angriff würde die Stadt fallen und keine Legion des Kaisers würde uns erneut unterschätzen.

Wie zu erwarten war trug das Bündnissystem der Hunnen keine Früchte. Die Hepthaliten hatten die Sassaniden angegriffen und die Hunnen entschieden sich für die Hepthaliten als Bündnispartner.

Die Weströmer nutzen die schwäche Situation von Lugdunum aus. Sie ließen Custennyn nicht einmal Zeit die gestorbenen Soldaten zu ersetzen. In Überzahl, mit qualitativ besseren Soldaten und schweren Belagerungswaffen erreichten sie Lugdunum unerwartet schnell. Es war zu allem Übel
die Legio IX Seniores, eine Legion die dafür bekannt war zu den härtesten Kämpfern zu zählen, aber auch für ihre Brutalität nach einem Sieg. Sie nahmen grundsätzlich keine Gefangen und verrichteten mit ausschweifenden Plünderungen in den besiegten Städten ein wahres Blutbad.
Sie wurde meist nur an Stellen eingesetzt, wo besonders großer Widerstand herrschte, dies war in Lugdunum der Fall.



Custennyn blieben kaum strategische Möglichkeiten, doch er wusste, wenn es den Feinden gelänge
in die Stadt einzudringen, wäre es aus gewesen. So kam es zu einem kräftezehrenden Kampf vor den Toren, doch nach langen Kampf schien die Legio IX Seniores zu triumphieren. Auch Kavallerieangriffe waren nicht von großem Erfolg gekrönt, da die Kavalleristen es mit einigen Kataphrakten aufnehmen mussten. Jedoch gelang es ihnen die Onager auszuschalten.



Dann geschah es. Custennyn wurde tödlich verwundet und stürzte von seinem Pferd. Als die Infanterie dies sah zog und floh sie in die vermeindlich sichere Stadt.



Die treuen Kavalleristen gaben jedoch nicht auf. Geschickt lockten sie die schon den Sieg spürenden Legionäre hinter sich her. Dabei kamen sie in die Nähe der Mauertürme, wo ein tödlicher Pfeilhagel auf sie nieder ging.



Die Reste der Legio IX Seniores wurde mit einem letzten Ausfallen aus der Stadt getilgt.



Es gelang der Infanterie den Adler der Legio IX Seniores zu erbeuten. Jedoch konnte der nicht über die schweren Verlusten hinwegtrösten. Lugdunum war nun schutzlos jedem weiteren Angriff Westroms ausgeliefert. Die Stadt hatte nicht einmal mehr Bürger, um gefallene Soldaten zu ersetzen.


Während die Lage in Süden nun äußerst kritisch war, kam ein Bote mit neuen Nachrichten nach Avaricum, die nun die Hauptstadt war. Die Erzfeinde, die Sachsen, hatten sich mit den Alemannen
verbündet. Die Alemannen waren ein kleines, aber zähes Volk. Trotz der geringen Größe war es dem weströmischen Kaisern nie gelungen sie zu unterwerfen. Oft fielen die Alemannen über Pässe in den Alpen in Italien ein. Zukünftig würde die Grenze zu ihnen nicht mehr sicher sein.

Vercassivellaunos war in der ganzen Zeit jedoch nicht untätig gewesen. Im Norden Galliens hatte er eine große Legion zusammengestellt, darunter einige der besten Männer. Sie zog nun nach Lugdunum. Aus dem Süden wurde eine weitere Truppe zusammengestellt, die zusätzlich den Schutz Lugdunum gewährleisten sollte. Allerdings wurde der weströmische Kaiser durch seine Spione davon in Kenntnis gesetzt. Er setzte nun alles auf eine Karte, um das geschwächte Lugdunum doch noch ohne eine große Schlacht zu erobern. Nicht weit von Lugdunum hielten sich
Truppen in einem Wald als Reserve auf. Diese hätten eigentlich schon, wie es Vercassivellaunos von vertrauenswürdigen Personen berichtet wurde, beim letzten Angriff auf Lugdunum auf Seiten Westroms kämpfen sollen. Aufgrund eines logistischen Fehlers hatten sie das Schlachtfeld nicht mehr erreicht. Sie hatten die Marschgeschwindigkeit der Truppen schlichtweg überschätzt in diesem Gelände. Danach dienten sie als Grenztruppe, um einen möglichen Gegenangriff von unser Seite bestmöglich zu blockieren. Da dieser wegen der Unmöglichkeit nicht erfolgte und Lugdunum sehr geschwächt war, wollten man sie für den riskanten Feldzug nutzen, um nicht durch eine große Schlacht viele Männer zu verlieren.

Diesmal hatten sie sich besser vorbereitet. Ohne das es einer gemerkt hatte, war es Westrom gelungen Spione in die Stadt zu schleusen. Die Mauer bot der kleinen Garnison nun keinen Schutz mehr.



Da dies aber eine schnell durchgeführte Aktion war und nur die ehemalige Reserve den Angriff ausübte, hatte keine Seite einen zahlenmäßigen Vorteil. Auf Seiten der Weströmer kämpften die Reste der ehemals prächtigen Legio XI Sabini. Der größte Teil war Berichten zufolge im Kampf
gegen Barbaren gefallen. Nun stellten die Reste das Herzstück der kleinen Legion da.



Vor der Stadt trafen beide Seiten aufeinander. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass die Weströmer die Unterlegenden waren. Ausschlaggebend war auch die Verfügbarkeit von Kavallerie.



Schließlich viel auch der feindliche General.


Damit war der Plan des weströmischen Kaisers gescheitert. Lugdunum würde niemals ohne eine große Schlacht fallen.

Währenddessen trafen die neusten Informationen der diplomatischen Verhältnisse in Avaricum ein.
Die Lakhmiden verbündeten sich mit den Sassaniden, nachdem sie erneut von den Oströmern angegriffen wurden. Viel Bedeutender waren die Ereignisse an der Ostgrenze von unserem Reich.
Die Alemannen waren über den Rhein geschritten. Damit wurde unser Bündnis mit den Hunnen
gefährdet. Die Hunnen mussten sich nun entscheiden, ob sie weiter mit uns oder das Bündnis mit den Alemannen aufrecht erhalten wollten. Zu unserem Bedauern entschieden sie sich für die Alemannen.

Der Treuebeweis der Hunnen machte die Alemannen übermütig und sie begannen gleich mit einer Invasion. Zuerst wollten sie unsere Gebiete östlich des Rheins erobern. Das Zentrum der Provinz bildete Vicus Iuthungi. Doch dieses voreilige Handeln hatte Vercassivellaunos vorhergesehen.
Er war schon kurz nach Kriegsausbruch mit einer starken Armee nach Osten aufgebrochen. So konnte er rechtzeitig Vicus Iuthungi erreichen.



Die Alemannen wurden völlig überrascht, denn nun waren sie in der Unterzahl und konnten nicht mehr fliehen.



Die Alemannen waren Vercassivellaunos völlig unterlegen gewesen. Sie hatten eher auf pure Masse gesetzt. Doch durch das schnelle eingreifen von Vercassivellaunos verloren sie diesen Vorteil. Die unorganisierte Masse, meist Bauern mit Schild und Speer, konnte den gut ausgerüsteten Soldaten nicht lange standhalten. Die Alemannen wurden regelrecht abgeschlachtet, während die Verluste von Vercassivellaunos sehr gering waren.


Nach langem Marsch war die Unterstützung endlich in Lugdunum angekommen. Doch ein Grenzposten meldete, dass sich die Weströmer davon nicht einschüchtern ließen. Sie hatten die
Legio IX Seniores wieder hergestellt und mit einigen der besten Soldaten versehen. Ein offizieller
Befehl des Kaisers war,dass man mit Lugdunum keine Gnade haben sollte. Als die Legio IX Seniores in Lugdunum angekommen war, war sie erstaunt, dass sie leicht in der Unterzahl war. Man hatte zwar mit Verstärkungen gerechnet, aber nicht indem Ausmaß. Trotz der leichten Überzahl entschied sich der Stadthalter Calpornus für einen Verteidigungskampf, nicht für einen Ausfall. Er vertraute der mächtigen Steinmauer.



Der Feldheer der Legio IX Seniores erwartete dieses Vorgehen. Zwar hatte am keine Onager oder Ballisten, doch er ließ einen Belagerungsturm bauen und einen Tunnel anlegen.



Mit dem Bau des Tunnels bröckelten Calpornus Verteidigungsplan dahin. Jedoch gab er nicht gleich die Hoffnung auf.



Auch der Rammbock machte einen Weg frei, nachdem er das Tor zerschmetterte.



Nun gelang es den Weströmern zum ersten Mal in die Stadt einzudringen. Da es jeweils aber nur
Breschen in der Mauer waren konnte man sie gut verteidigen. Dort wo der Belagerungsturm die Mauer erreicht hatte, stationierte Calpornus besonders viele Soldaten, sodass die Weströmer in einen Haufen auf sie gerichteter Schwerter springen mussten, dies meist sofort tödlich.



Da die Hauptstreitmacht den Weg über den Belagerungsturm nahm, kam es am Tor und bei der Mauerbresche nur zu kleinen Gefechten, die schnell gewonnen waren. Dieser taktische Fehler, fast ausschließlich über den Turm anzugreifen, war der Grund für die deutliche Niederlage der neuen
Legio IX Seniores.


Vercassivellaunos wusste, dass die Weströmer diesen Fehler nicht immer wiederholen würden.
Zukünftig würden sie Kommandanten ihrer Legionen schicken, die viel mehr Erfahrung hatten. Er
wusste auch, dass Calpornus kein geborener Feldheer war und nur geringes Verständnis für größere
militärische Taktiken hatte. Deswegen berief Vercassivellaunos alle Generäle in seiner Nähe nach Avaricum, um festzulegen welche Regionen des Reiches sie verteidigen sollten. Besonders entscheidend war, wer den Schutz von Lugdunum übernehmen würde, denn das Reich musste an vielen Stellen seine Grenzen verteidigen., weshalb man noch nicht gegen Westrom zurückschlagen konnte.

Auch ich, Maglocunus Septimus, ältester Sohn des legendären Cunedda Septimus, wurde nach Avaricum berufen.

Ein Plan, der nicht verändert werden kann, ist schlecht.
In der Regel ist die Führung vieler dieselbe wie die Führung weniger. Es ist eine Frage der Organisation.
Phalanx-Fanatiker


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