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 RE: Kapitel I: Die Prophezeiung

Kapitel I: Die Prophezeiung

538 a.u.c. In der Nähe von Messana

Alles war verschwommen, schwarze und graue Schlieren zogen über seine Augen. Nur nach und nach klärte sich sein Blick und zeigte geschwärzte Balken und graue Asche. Tageslicht fiel in den Raum der einmal der Haustempel der Villa gewesen war, aber es schien seltsam gedämpft. Manius versuchte sich, trotz bleierner Glieder, zu bewegen, aber ein grosser Holzbalken liess das nicht ohne weiteres zu. Er konnte sich zwar knapp hochstämmen, aber sich so unter dem Balken hervor zu bewegen war ein mühsames Unterfangen. Mehr als einmal stiessen ihm Holzsplitter in den Rücken und verursachten höllische Schmerzen.
Stunden später, so schien es ihm, konnte er sich gegen eine Wand lehnen und erschöpft die Augen schliessen. Fast sofort schlummerte er ein. Er träumte von grossen Siegen, riesigen Armeen, die sich übers Land bewegten und Städte in Schutt und Asche legten. Er sah sich in glänzender Rüstung dem Senat vorsitzen und alle hörten ihm zu.
Grosse Regentropfen weckten ihn aus seinem tiefen Schlaf. Als Manius hoch schaute, konnte er erkennen, wie der Vulkan noch immer eine dichte Rauchwolke in den Himmel stiess. Es schien, als ob dieser Rauch alles Licht zu verschlucken drohte. Langsam stand er auf und stieg über die Holzbalken hinweg zur Tür. Er trat ans Geländer der Veranda und schaute in den Innenhof hinab. Alles war voller grauer Vulkanasche, der Boden liess sich nirgends mehr erkennen. Als er das Geländer berührte, zerbröselte unter seinen Fingern. Hastig machte er ein paar Schritte zurück an die Wand.
An der Wand entlang schob Manius sich auf die steinerne Treppe zu, die in das Erdgeschoss führte. Durch die grosse Hitze, die während dem Brand entstanden war, waren die Steinplatten gesprungen und der Regen und der Staub machten die Treppe zu einer schlüpfrigen und gefährlichen Angelegenheit. Schritt für Schritt ging Manius die Stufen hinunter. Kein Geräusch war zu hören ausser dem leisen Aufprall der Regentropfen. Auf der zweit untersten Stufe rutschte der Junge trotz aller Vorsicht aus und schlug hart auf dem gekachelten Boden des Innenhofs auf. Asche wirbelte auf und legte sich auf ihn, während er benommen liegen blieb. Als er die Besinnung wiedererlangt hatte, stand er auf und wollte seine Hände an der zerschlissenen Tunika abwischen. Dabei fiel sein Blick eine Stelle an der linken Hüfte, welche nicht mehr vom Stoff bedeckt war. Darunter schaute eine Narbe hervor. Sie hatte die Form eines Vogels der aus Flammen aufstieg. Er betastete die Stelle noch ein wenig, aber sie schmerzte nicht oder hob sich sonst irgendwie von seiner normalen Haut ab. Mit einem Schulterzucken ging er auf den Eingang des Hauses zu. Draussen erwartete ihn ein weites Meer von grau, alles war bedeckt mit dem durch Regen klebrig gewordenen Staub. Auch hier gab es keinerlei Anzeichen von Leben und so machte er sich auf in Richtung Messana

Niemand begegnete ihm auf dem Weg. Das Land war eine graue Wüste in welcher sich kein Grashalm oder Gestrüpp zeigte. Die einzigen Markierungen waren verbrannte, tote Bäume, die ihre schwarzen Äste in den Himmel streckten und Flüsse die aber eher einem träge dahinfliessenden Schlamm glichen als einer lebensspendenden Ader.
Der Himmel wurde noch immer von einer dunklen Aschenwolke des Aetna bedeckt, doch genau diese Wolke hielt auch die Wärme auf der Erde zurück und Manius musste in der Nacht nicht frieren. Trotzdem schlief er nicht gut, träume plagten ihn. Er sah Rom brennen, Barbaren durch die Strassen rennen und die Kanalisation führte keine Abwässer mehr, sondern Flüsse aus Blut. Nach diesen Träumen wachte er stets schweissgebadet auf und konnte nicht mehr einschlafen. Nach fünf mühsamen Tagen konnte er endlich Messana ausmachen.

Es war eine kleine Stadt, nicht mal eine Palisade war rundherum gebaut worden, geschweige denn ein richtiger Steinwall. Die Häuser hatten sogar teilweise noch Strohdächer. Zwar war die Statthaltervilla prächtig geschmückt und kündete vom Ruhme Roms, aber ansonsten war der Ort doch eher zurückgeblieben. Manius schleppte sich in die engen Gassen der Häuser und war erstaunt. Entgegen der sonstigen ruhigen Lebensweise der Leute war heute alles in heller Aufregung. Jemanden in diesem heillosen durcheinander zu finden war praktisch unmöglich.
Hungrig wie er war suchte er nach etwas zu essen. Er schlich sich auch in offensichtlich bereits verlassene Häuser. Die Menschen hatten ihre Behausungen oft in grosser Eile verlassen und so war oft noch eine Ecke Brot oder eine Schüssel Puls übrig. Zwar war das ein sehr einfaches Mal, aber Hunger ist bekanntlich der beste Koch. Manius verschlang das Essen mit einem Heisshunger der ihn selbst erstaunte. Je weiter er in das Ortsinnere vordrang, desto dichter wurde das Gedränge auf der Strasse. Das war ziemlich ungewohnt für ihn, denn bisher hatten immer alle für ihn Platz gemacht. Der Respekt vor den bewaffneten Begleitern und seiner Familie war immer genug gross gewesen, um die Leute auf die Seite springen zu lassen. Manius drückte sich in eine Seitengasse um der Menschenmasse zu entkommen. Dort war weniger los und man konnte ohne sich ohne Probleme zwischen den Menschen durchschlängeln. Er hatte noch immer keinen Schimmer, warum alle so in Aufregung waren. Er kam an einer Metzgerei vorbei, wo alles in grosser Hast liegen gelassen worden war. Fleischstücke lagen noch auf den Tischen herum und Blut lief von denselben herab. Manius ging schnell weiter, er brauchte neben seinen Träumen nicht auch noch den Geschmack von Blut. Während er so durch die Gassen lief musste er sich immer wieder an die Wände drücken um vorbei hastenden Leuten Platz zu machen. Je weiter er sich dem zentralen Platz näherte, desto prächtiger wurden die Häuser. Hie und da begegnete er auch einem kleinen Park, eher einem grossen Garten mit Statuen und einem kleinen Brunnen. So lief Manius gerade an einen Schrein des Jupiter heran. Der Schrein stand an einer Kreuzung zu einer grösseren Strasse. Ohne sich davon beirren zu lassen, kniete er nieder und begann zu beten. Dabei schaute er dem Gott direkt ins Gesicht, etwas, das er bisher nie gemacht hatte. Er nahm den Adler auf der rechten Hand und die drei Blitze in der linken Hand nur am Rande wahr. Die Blumen zu den Füssen des Gottes dufteten betörend und der Weihrauch in den kleinen Opferbecken vernebelte die Sinne. Er verharrte einige Zeit vor der Statue, betete, während hinter ihm die Leute vorbei liefen. Er dankte den Göttern und vor allen den fünf die ihn errettet hatten.
Anschliessend ging Manius die grosse Strasse entlang auf den zentralen Platz zu. Auf diesem hatten sich die Soldaten der Stadtwache eingefunden. Ihre Mäntel flatterten ganz leicht im Wind der durch die Strassen fegte. Es mussten an die 600 Soldaten sein die dort versammelt waren. Für Manius jedenfalls war es eine riesige Masse. Noch nie hatte er so viele Krieger auf einem Platz versammelt gesehen. Ihm wurde bewusst, dass er keinerlei Ahnung hatte, was das Wort „Legion“ wirklich bedeutete. Er schaute zu, wie die Offiziere Anweisungen gaben und die Soldaten sich im Gleichschritt in Bewegung setzten. Beeindruckt verfolgte Manius die militärische Präzision und als sich die letzten Soldaten dann vom Platz bewegten folgte er der Schar hinunter zum Strand. Es blies ein stürmischer Wind vom Meer her und die Biremen schaukelten unruhig auf den Wellen. Während die Soldaten über die Stege an Bord der stablilen Schiffe gingen mussten die Bürger von Messana auf kleineren Schiffen übergesetzt werden. Manius setzte sich erstmal in den Sand. Eine bleierne Müdigkeit hatte seine Glieder überfallen. Nur noch wenige Leute kamen von der Stadt her. Es dauerte doch eine Weile bis alle Soldaten an Bord der Schiffe waren. Dann durften die Bürger an Bord der Schiffe, aber es war nicht viel Platz. Ein riesiges Gedränge ging los und Manius blieb da lieber sitzen. Auf einmal wunderte er sich jedoch. Warum bei Jupiter, wurde die Stadt evakuiert? Er rappelte sich auf und stellte eben diese Frage an einen der letzten Soldaten, die noch am Strand waren um die Ordnung aufrecht zu erhalten. „Junge von wo kommst du? Eine gewaltige griechische Armee ist im Anmarsch. Der Statthalter hat zusammen mit Claudia, der Frau des Vibius Iulius entschieden, dass Messana evakuiert werden soll.“
Manius Herz setzte einen Moment aus. „Claudia? Wo ist sie jetzt?“ Der Soldat legte den Kopf schief und schaute Manius an. „Warum..... Dort kommen sie.“ Er deutete zur Stadt hin. Man konnte ein paar schwarze Pferde ausmachen, die schnell näher kamen. Als die Gruppe genug nah war, konnte Manius seine Mutter erkennen. Sie war von den Leibwachen umgeben und ritt neben dem Statthalter.
Manius rannte hin und wurde sofort von den Reitern aufgehalten. „Mutter, Mutter!“ rief er. Claudia drehte ihm sein Gesicht zu und schaute ihn direkt an. Ihr Gesicht zeigte Verwirrung. „Tut mir Leid, aber ich kenne dich nicht. Ich habe keinen Sohn.“

[ Editiert von Markus Iulius am 14.09.08 18:33 ]



Markus Iulius, 14.09.2008 18:31
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